Rezension

„Sherlock 2: Der blinde Banker“ von Jay. & Mark Gatiss

Sherlock 2: Der blinde Banker ist der zweite Band der Comic-Reihe zur gleichnamigen BBC-Serie. Diesmal ist Sherlock Holmes einem chinesischen Schmugglerring auf der Spur, der in London für mehrere mysteriöse Mordfälle verantwortlich sein soll. Der Comic ist eine perfekte Ergänzung für Fans der Kult-Serie mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman und ein echter Pageturner für Krimiliebhaber!

Inhalt

Ein mysteriöser Einbruch in eine Bank mit modernster Sicherheitstechnik ruft Sherlock auf den Plan. Ungewöhnlich ist, dass nichts gestohlen, sondern nur zwei Symbole an der Wand hinterlassen wurden. Als  kurz darauf ein Banker und ein Journalist tot aufgefunden werden, nimmt Sherlock die Ermittlungen auf. Die Spuren führen ihn nicht nur ins Londoner Chinatown, sondern auch ins Museum für nationale Antiquitäten London, in dem die Schmugglerbande „Schwarzer Lotus“ ebenfalls eine Botschaft hinterlassen hat. Eine Jagd beginnt, bei der Sherlock und sein Assistenz Watson nicht nur einmal in großer Gefahr schweben.

Meine Meinung

Schon nach Sherlock 1: Ein Fall von Pink war ich begeistert von dem Zeichenstil und der Umsetzung des Serienauftaktes der Sherlock-Serie. Fans der Serie wissen, dass vor Kurzem die letzten Folgen ausgestrahlt wurden, sodass die Mangas eine tolle Möglichkeit sind, um wieder in die beliebten Geschichten des skurrilen Ermittlers einzutauchen. Jede Folge der Serie wird als einzelner Manga umgesetzt und auf ca. 200 Seiten erzählt. In der zweiten Folge der Serie Der blinde Banker wächst der Schauspieler Benedict Cumberbatch mit seiner Sherlock-Figur über sich hinaus, ist noch brillanter und sonderbarer und leistet eine noch hervorragendere und kaum nachzuvollziehende Denkarbeit. Der zweite Band der Manga-Serie hat mich wieder völlig in die spannende Welt des Londoner Ermittlers zurückversetzt und mich wieder ausgesprochen gut unterhalten, sodass ich diese Comic-Adaption nur jedem empfehlen kann, der von Sherlock nicht genug bekommt.

Das Setting des Comics ist diesmal sehr abwechslungsreich. Sherlock und Watson halten sich selten in ihrer Wohnung, der Bakerstreet 221B auf, sondern sind in verschiedenen Londoner Ecken unterwegs: in riesigen Bankfilialen von Auftraggebern, in kleinen Apartments der Mordopfer, in Chinatown, in chinesischen Performance-Häusern oder im Museum für antike Kunst. Der häufige Ortswechsel ist zwar im Comic gewöhnungsbedürftig, aber auch ziemlich spannend, denn Sherlock stellt sein Können am Ort des Geschehens unter Beweis und nicht nur in seinem stillen Kämmerlein in der Bakerstreet 221B.

Watson: „Sollten wir uns hier nicht noch mehr umsehen?“ Sherlock: „Ich weiß schon alles, was ich brauche.“ (S.28)

Sherlock selbst ist in dieser Geschichte wieder brillant wie eh und je. Mit einem Blick erfasst er Zusammenhänge und Hintergründe, die dem normalen Betrachter im Verborgenen bleiben und kann dadurch Schlüsse ziehen, die jeden erfahreneren Ermittler in den Schatten stellen. Für ihn sind viele Fälle, die er angeboten bekommt, langweilig, weil er sie meist innerhalb weniger Denkmomente gelöst hat. Ihn reizen vor allen Dingen Fälle, die ihn herausfordern, die ihn in Gefahr oder an den Rande des Todes bringen, die ihn so anspornen, dass er alles um sich herum vergisst. Auch in Der Blinde Banker ist Sherlock wieder Feuer und Flamme herauszufinden, wer für die Mordopfer die seltsamen chinesischen Graffiti-Zeichen an den Wänden hinterlässt und es scheinbar schafft, geschlossene Räume zu betreten und wieder zu verlassen. Als Leser ist man gefesselt von den skurrilen Erkenntnissen und Fortschritten von Sherlock, sodass man dem Fall gespannt verfolgt.

Wilkes: „Ihm genügt ein Blick, dann erzählt er einem seine Lebensgeschichte.“ Watson: „Ja…hab ich auch schon erlebt.“ (S.20)

Sherlock hat einen so unglaublich trockenen und oft tiefschwarzen Humor, dem man sich als Zuschauer und Leser kaum entziehen kann! Über seine Denk- und Sprechweise kann man oft einfach nur lachen, um dann im selben Atemzug den Kopf über so viel Eigenart zu schütteln. Auch in diesem Comic haben es die Autoren und Zeichner wieder wunderbar geschafft, Sherlocks besondere Art zu Papier zu bringen so gut, dass ich die realen Schauspieler der Serie, Benedict Cumberbatch, seine Stimme und seine Mimik ständig vor Augen und im Ohr hatte.

Sherlock: „Falsch! Es ist nur eine der möglichen Erklärungen. Eine gefällige Lösung, die ihnen zusagt und alles, was nicht dazu passt, ignorieren Sie.“ (S.42)

Vom Zeichenstil her steht diese Adaption dem ersten Band Ein Fall von Pink in nichts nach. Auch hier haben mir die klaren Linien, die deutlich voneinander abgetrennten Panels und der präzise Zeichenstil außerordentlich gut gefallen. Sprachlich ist der Comic sehr nah an der Serie und verwendet oftmals dieselben Formulierungen und Sätze, wie auch die Serienfiguren. Das hat mir schon im ersten Band ziemlich gut gefallen, weil dann einfach der besondere Ton der Figuren bestehen bleibt.

Fazit & Bewertung

Sherlock 2: Der Blinde Banker ist die fantastische Comic-Adaption zur gleichnamigen zweiten Folge der britischen Erfolgsserie. Ein spannender Kriminalfall hält unsere Lieblingsfigur Sherlock in Atem und bringt seine altbekannte Brillanz ans Licht! Mich konnten das Setting, die scharfsinnigen und humorvollen Figuren, sowie der klare Zeichenstil wieder sehr beeindrucken, sodass ich weiterhin nicht nur Fan der Serie, sondern auch der Comics bleibe! Ein Muss für alle Sherlock-Fans und die, die es noch werden wollen! Und für alle, die von Sherlock ebenfalls nicht genug bekommen können: Mit dem neuen Band Sherlock 3: Das große Spiel ist beim Carlsen Verlag auch ein toller Sherlock-Schuber erschienen, der die ersten drei Bände und ein Fanposter enthält.

Eure

Weitere Meinungen

„Die Auflösung des großen Ganzen war wieder richtig gelungen, es fiel mir regelrecht gemeinsam mit den Protagonisten wie Schuppen von den Augen.“ (Trallafittibooks)

„Auch die Mimik der Charktere ist wunderbar getroffen. Dazu zählen nicht nur John und Sherlock. Auch Nebencharaktere geben so viele Emotionen und Gedanken in ihren Gesichtern wieder, dass ich einfach nur staunen kann.“ (Beccas Leselichtung)


Bibliographie

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Jay. & Mark Gatiss: Sherlock 2: Der blinde Banker*

Altersempfehlung: Ab 15 Jahren

Verlag: Carlsen Manga!

Erscheinungstermin: 01.08.2017

ISBN: 978-3-551-72885-2

Seiten: 196

Preis: 12,99 €

Seid ihr schon Fans der Serie?

 

9 Kommentare zu „„Sherlock 2: Der blinde Banker“ von Jay. & Mark Gatiss

  1. Tolle Rezension, liebe Svenja :)
    Freut mich, dass dir der 2. Band auch wieder so gut gefallen hat.
    Ich fand die vielen Orte auch teilweise verwirrend, aber gleichzeitig ziemlich abwechslungsreich :)
    Die Zitate, die du raus gesucht hast, gefallen mir richtig gut.

    Danke fürs Verlinken! Das hole ich bei mir direkt nach.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    1. Liebe Nicci,
      Dankeschön! Ja, Band 2 hat mir sehr gut gefallen und ich bin schon ganz gespannt auf den dritten Band. Hast du denn inzwischen mal in die Serie reingeschaut?
      Liebe Grüße und dir auch vielen Dank fürs Verlinken!
      Svenja

      1. Die habe ich alle drei noch nicht gesehen 😊 Aber Gotham steht bei mir auch ganz oben auf der Liste!
        Liebe Grüße und guten Rutsch!

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