Rezension

„Armstrong“ von Torben Kuhlmann

Ein kleiner Schritt für eine Maus, aber ein großer Schritt für die Menschheit! Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond , geschrieben und illustriert von Torben Kuhlmann, erzählt die fantastische Geschichte einer Maus, die die Mäuseluftfahrt revolutioniert hat. Dieses Bilderbuch fängt mit seinen fotorealistischen Zeichnungen die Atmosphäre der 50er Jahre ein und begeistert mit einer liebenswerten Geschichte über den Traum vom Fliegen, der selbst für die Kleinsten wahr werden kann.

Inhalt

Eine kleine Maus beobachtet jede Nacht durch ihr Teleskop den Nachthimmel. Ihre Erkenntnisse über den Mond finden bei den anderen Mäusen jedoch kein Gehör, denn die glauben, dass der Mond nicht aus Stein, sondern aus Käse besteht. Die Maus will beweisen, dass sie Recht hat und lässt sich von der Geschichte der Mäuseluftfahrt inspirieren, selbst zum Mond zu fliegen. Sie beginnt Pläne zu schmieden und Material für die Herstellung eines Weltraumanzugs und einer Rakete zu sammeln. Doch dann geht einiges schief und der Mond scheint auf einmal ganz weiz weg zu sein.

Meine Meinung

Selten hat mich ein Cover so magisch angezogen wie das von Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond und selten habe ich ein Buch in der Buchhandlung so oft zur Hand genommen und es fasziniert durchgeblättert. Schon auf einem Blick kann man erkennen, dass der Autor und Illustrator Torben Kuhlmann unglaublich aussagekräftige und detailfreudige Bilder zeichnet und mit seiner besonderen Farbkomposition die Stimmung der 50er Jahre festhält. Das Buch ist ein Liebesgeständnis an die Luftfahrt und den Erfindungsreichtum der Menschen der vergangenen 150 Jahren.

Angesiedelt ist die Geschichte der kleinen Maus im New York des Jahres 1955, zu einer Zeit, als die Raumfahrt für die Menschheit zum Greifen nah und die astrologischen Wissenschaften und Technologien auf dem Vormarsch waren. Von einem Dachboden aus, hoch über den Häusern der Stadt, kann die kleine Maus des Nachts den Mond beobachten und sich Notizen über ihre Erkenntnisse machen. Die Atmosphäre der Zeit wird durch den besonderen Zeichenstil der Bilder und der realistischen Darstellungen der Schauplätze, New Yorker Straßenzüge, Bahnhofshallen und Industriegelände, eingefangen. Ich habe die Illustrationen sofort geliebt, denn die fotorealistische Kulisse und die bräunliche Farbgebung hat mich sehr an alte, atmosphärische Kinderbücher erinnert.

Die kleine Maus zeigte den andern stolz, was sie alles dank ihres Teleskops herausgefunden hatte. „Der Mond ist eine riesige Kugel aus Stein!“

Die Maus ist als kleiner Held der Geschichte einfach zauberhaft und steckt den Leser geradezu an mit ihrem Traum, einmal bis zum Mond und zurück zu reisen. Mutig verfolgt sie ihre Pläne und lässt sich von den anderen Mäusen nicht unterkriegen. Sie bietet damit gerade für junge Leser ein hohes Identifikationspotenzial, denn an ihrem Beispiel zeigt sich, dass Träume wahr werden können, selbst wenn sie noch so unrealistisch sind. Gleichzeitig macht sie mit ihrem Erfindergeist und ihren kühnen Ideen das schwierige Thema der Luft- & Raumfahrt auch für junge Leser verständlich und schafft es, Begeisterung für schwierige Wissenschaften zu wecken.

Für Mäuse gibt es nichts Schöneres als Käse. Würzig oder mild, cremig oder hart mit Löchern. Käse bestimmt ihr Leben. Also war es für die Mäuse ganz klar: Der Mond ist ein Käse!

Besonders toll an der Handlung fand ich, dass die Menschen der Maus scheinbar auf der Spur sind und sie daran hindern wollen, zum Mond zu fliegen. Dadurch und auch durch viele technische Rückschlägen, die die Maus erleidet, wird die Geschichte spannend und abwechslungsreich. Es ist fesselnd, wie die Maus erste Tests ihrer Rakete durchführt, wieder von vorne beginnen oder ihre Entwürfe überarbeiten muss. Toll ist auch, dass sie sich alltäglicher Dinge bedient, um ihren Flug zum Mond Wirklichkeit werden zu lassen. So dient ein alter Wecker als Raumkapsel, ein Goldfischglas als Test für die Dichte des Raumfahreranzugs und der Schwerelosigkeit und ein Rollschuh als Beschleunigungsmechanismus des Raketentriebwerkes.

Tief unter der Maus und ihrer Raumkapsel sausten die Kontinente der Erde vorbei und die Meere glitzerten im Sonnenlicht. „Wie ein wunderschönes blaugrünes Juwel“, flüsterte die kleine Maus andächtig.

Sprachlich hat Torben Kuhlmann seine Geschichte für junge Leser ab 5 Jahren ausgerichtet. Einfache, knappe und präzise Sätze machen auch schwierigere Themen der Luftfahrt, (und der Mäuseluftfahrt im Speziellen) verständlich. Für ein Bilderbuch ist der Text zwar umfangreich, dafür dient das Bildmaterial dann aber oftmals als Erklärung, d.h. der Text wird von den Illustrationen untermalt oder ergänzt.

Fazit & Bewertung

Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond ist eine Hommage an die Luftfahrt und ein wunderbares Beispiel dafür, dass auch Kinderbuchillustrationen wahre Kunstwerke sein können. Ich war von der Geschichte der kleinen Maus begeistert, denn der Autor schafft es nicht nur die Welt der Luft- & Raumfahrt spannend wiederzugeben, sondern auch die Träume einer kleinen Maus, die als Symbol für die gesamte Menschheit steht, wahr werden zu lassen. Ein Hoch auf dieses grandiose Buch!

Eure


Bibliographie

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Torben Kuhlmann: Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond*

Altersempfehlung: Ab 5 Jahren

Verlag: NordSüd

Erscheinungstermin: 25.07.2016

ISBN: 978-3-314-10348-3

Seiten: 128

Preis: 20,00 €

2 Kommentare zu „„Armstrong“ von Torben Kuhlmann

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