Rezension

„Sherlock 1: Ein Fall von Pink“ von Jay. & Mark Gatiss

Hallo ihr Lieben,

ich habe in den letzten Tagen zum ersten Mal einen Manga gelesen und fand ihn großartig! Sherlock 1: Ein Fall von Pink ist die Manga-Adaption der gleichnamigen ersten Folge von Sherlock, der erfolgreichen britischen Fernsehserie des Senders BBC (die auch auf Netflix zu sehen ist). Sherlock Holmes und Dr. Watson gehen gemeinsam auf Verbrecherjagd, denn mysteriöse Selbstmorde versetzen die Londoner in Angst und Schrecken. Wer Benedict Cumberbatch als skurillen Sherlock Holmes liebt und ihn auch einmal als gezeichnete Comicfigur erleben möchte, sollte sich diesen Manga nicht entgehen lassen!

Inhalt

Der vom Krieg in Afghanistan versehrte Militärarzt Watson kehrt nach London zurück und trifft auf einen alten Schulfreund, der ihm aufgrund der hohen Londoner Mietpreise einen Mitbewohner empfiehlt. Bei ihrem ersten Aufeinandertreffen, stellt sich Sherlock Holmes, der mit einem Blick Watsons gesamte Lebenssituation erfasst, als hochintelligentes Genie heraus. Watson ist von Sherlocks Begeisterung für Mordfälle fasziniert, stimmt der Wohngemeinschaft in der Baker Street Nummer 221b zu und lässt sich von Sherlock mit in seine Ermittlungen zu vier mysteriösen Selbstmorden in Londons Innenstadt hineinziehen.

Meine Meinung

Als großer Sherlock-Fan, habe ich mich wahnsinnig darüber gefreut, dass Carlsen Manga! den wohl berühmtesten Detektiv der Welt auch als gezeichnete Mangafigur ermitteln lässt. Vorab muss ich sagen, dass ich kein großer Fan der großäugigen und scharfkantigen japanischen Figuren bin. Die Zeichnungen in Sherlock weichen von dieser Tradition allerdings sehr ab und gleichen eher normalen Comicfiguren. Der Manga ist deswegen für mich eine grandiose Adaption der Serie und ich freue mich schon sehr auf die im August erscheinene Fortsetzung (Sherlock 2: Der blinde Banker)!

Watson: „Wäre ich nicht drauf gekommen.“ Sherlock: „Weil sie ein Idiot sind! Nehmen Sie’s nicht persönlich, die meisten Leute sind Idioten.“ (S. 100)

Über die Figur Sherlock Holmes könnte ich hier als großer Fan von Arthur Conan Doyles Geschichten Seiten füllen. Stattdessen möchte ich viel lieber sofort zur einmaligen zeichnerischen und sprachlichen Umsetzungen der Figuren kommen. Sherlock Holmes wird in der BBC-Serie von dem britischen Schauspieler Benedict Cumberbatch ein Gesicht verliehen. Benedict Cumberbatch bleibt nicht nur wegen seines markanten Aussehens im Gedächtnis, sondern auch durch seine ganz eigenwillige und komische Art Sherlocks skurillen Charakter darzustellen. Neben diesem Temperament, übernimmt Martin Freeman als der Kriegsveteran Dr. Watson die zweite besonnenere Hauptrolle. Der große Erfolg der Serie ist also neben den weltbekannten Geschichten, auch dem überragenden Talent und dem Wiedererkennungswert der beiden Schauspieler geschuldet. Aus dem Grund fand ich es besonders schön, dass sich die Zeichner des Mangas sehr nah an dem Äußeren der beiden Schauspieler orientiert haben. Beide sind so großartig getroffen, dass sie sehr realistisch wirken, fast wie aus der Serie entsprungen.

Sherlock: „Es ist ein Serienmörder! Wie ich die liebe!! Da kann man sich immer auf etwas freuen!“ (S. 68)

Ich liebe Sherlock in der Serie für seinen wunderbar eigensinnigen und seltsamen Galgenhumor! Und auch im Manga ist dieser Wiz nicht weniger gut getroffen. Die Sprechblasen wimmeln nur so von bösartigen, gleichzeitig aber herrlich lustigen Spitzen Sherlocks gegen seinen Assistenten Watson oder die gesamte dumme Menschheit im Allgemeinen (ihn natürlich ausgenommen). Als hochintelligentes Genie sind Sherlocks Erkenntnisse zum Fall der Londoner Selbstmorde für das normal denkende Gehirn nicht nachvollziehbar. Dadurch, dass Sherlock allen anderen immer einen Schritt voraus ist, liefert er sich selbst stets die Bestätigung seine Genies. Das fand ich im Manga, wie schon in der Serie, wirklich komisch und gerade das macht auch den herrlichen Humor der Figuren Sherlocks aus.

Sherlock: „Mrs Hudson hat meinen Schädel weggeräumt!“ Watson: „Dann bin ich der Ersatz für ihren Schädel?“ Sherlock: Sie machen sich sehr gut!“ (S.105)

Zur allgemeinen Umsetzung des Mangas kann ich sagen, dass die Panels durch breite Stege klar voneinander abgegrenzt werden, was den Manga sehr übersichtlich macht. Meine anfängliche Befürchtung, bei meinem ersten Manga, den ich von hinten nach vorne und von rechts oben nach links unten lese, heillos den Überblick zu verlieren, hat sich deswegen nicht bewahrheitet. Ich kann Sherlock 1: Ein Fall von Pink daher allen Manga-Neulingen und Einsteigern empfehlen, denn ich habe mich sehr schnell an die ‚verkehrte‘ Leserichtung gewöhnt, sodass mir Lesen wahnsinnig viel Spaß bereitet hat!

Fazit & Bewertung

Sherlock 1: Ein Fall von Pink hat mich als Nicht-Mangaleserin positiv überrascht! Die zeichnerische und sprachliche Umsetzung ist sehr nah an der gleichnamigen BBC-Serie angelegt, sodass der Witz der Figuren und die Spannung der Geschichte sehr gut transportiert werden und die gleiche wunderbare Atmosphäre wie in der Serie entsteht. Für Manga- und Sherlock- Liebhaber ein Muss! Und für alle anderen auch!


Bibliographie

Jay. & Mark Gatiss: Sherlock 1: Ein Fall von Pink

Verlag: Carlsen Manga!

Altersempfehlung: Ab 15 Jahren

Erscheinungsdatum: 28.03.2017

ISBN: 978-3551728845

Seiten: 212

 

Lest ihr Mangas? Und wenn ja, welche?

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12 Kommentare zu „„Sherlock 1: Ein Fall von Pink“ von Jay. & Mark Gatiss

  1. Hi 😀

    Das Buch hatte ich letztens im Buchladen auch in der Hand, der Stil gefällt mir richtig gut! Witzigerweise habe ich letzte Woche erst die erste Folge von „Sherlock“ geschaut! 😀 Echt genial! 😀

    Mangas lese ich sehr gerne, ich sammle schon seit meiner Jugend „Detektiv Conan“, die Fälle sind einfach der Hammer und auch an Sherlock Holmes angelehnt! 😀

    Liebe GRüße
    Jessi

  2. Hey!
    Das klingt super. Ich bin auch gar kein Manga Freund, eben wegen dieser speziellen Zeichenart.
    Aber wenn es dort anders umgesetzt ist sollte ich mir das mal näher anschauen, zumal ich noch nie was mit Sherlock am Hut hatte, was sicherlich mal Zeit wird. 😀 shame on me!

    Liebe Grüße,
    Nicci

    1. Liebe Nicci,
      es lohnt sich auf jeden Fall vorher mal in Mangas reinzuschauen und sich den Zeichenstil genauer anzugucken. Manche sind tatsächlich sehr unübersichtlich und „stressig“ in der Art der Bilder. „Sherlock“ ist da tatsächlich ganz ander, was ich klasse fand 🙂 Ich freue mich, wenn du mal von deinen ersten Manga-Erfahrungen berichtest!
      Liebe Grüße
      Svenja

  3. Kommt gleich auf die Wunschliste, vielen Dank für den Tipp. Obwohl ich ein großer Fan der BBC Serie bin (und Manga-Leserin), ist dieser Manga total an mir vorbei gegangen. Schön finde ich übrigens auch, dass man in deiner Rezension nicht nur ein Bild vom Cover sieht, sondern auch einen kurzen Blick in das Buch werfen kann.

    1. Liebe Stephie,
      Dankeschön 😊das finde ich selber auch immer praktisch, wenn man auch einen Blick auf die Illustrationen werfen kann. Die finde ich hier richtig gut und bald kommt auch schon der zweite Teil 😊! Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Lesevergnügen, wenn du dir den Manga zulegen solltest!
      Liebe Grüße
      Svenja

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