Rezension

„Palast der Finsternis“ von Stefan Bachmann

Hallo zusammen!

Bestimmt habt ihr schon auf diversen Social Media-Kanälen den Hype um diesen wunderbaren neuen Titel aus dem Diogenes Verlag mitbekommen. Palast der Finsternis von Stefan Bachmann ist ein unglaublich packender Roman, der aufwühlendes Abenteuer mit gruseliger Fantasy vereint. Eine Geschichte, die gleichzeitig so grotesk wie bizarr ist und trotzdem mit einer eindringlichen Realität den Leser in ihren Bann zieht. Ein unglaubliches Buch!

Inhalt

Anouk wurde auserwählt, um gemeinsam mit vier anderen Jugendlichen in Paris einen verborgenen, unterirdischen Palast zu erforschen. Der Palast diente einst einem Adeligen und seiner Familie als Zufluchtsort während der Aufstände der französischen Revolution. Doch was sie in den unterirdischen Gängen erwartet, hätten die Jugendlichen sich selbst in ihren schlimmsten Träumen nicht vorstellen können. Der Palais du Papillon ist riesig und in jedem einzelnen der hunderten Zimmer lauern blutrünstige Gefahren. Der Weg zurück ist versperrt, sodass Anouk und den anderen nur der lange und totbringende Weg durch den Palast der Finsternis bleibt.

Meine Meinung

Ich bin auf Palast der Finsternis aufmerksam geworden, weil es doch eher selten vorkommt, dass sich ein Buch aus dem Diogenes Verlag in der Jugendbuchabteilung der Buchhandlungen finden lässt und dabei auch noch ein Cover präsentiert, das sich diesmal von dem Verlagsüblichen Design anhebt. Ich hatte aber bereits vorher einige begeisterte Leserstimmen zum Buch vernommen und war daher sehr begeistert, als ich es dann endlich auch lesen durfte! Dieses Buch hat meine Erwartungen nicht nur übertroffen, sondern meine gesamte Einstellung zum Genre Fantasyroman beeinflusst!

Beginnen wir direkt mit dem Setting der Geschichte, denn das ist bei weitem das eindrucksvollste, das ich seit langem in einem Fantasy-Roman erlebt habe. Der sagenumwobenen Palais du Papillon in Paris ist der verloren geglaubte unterirdische Palast von Frédéric du Bessancourt und seiner Familie. Der Palast wird schon zu Beginn der Geschichte äußerst geheimnisvoll beschrieben. Dadurch, dass die Handlung alternierend erzählt wird, was bedeutet, dass man als Leser abwechselnd zwei Erzählsträngen folgt, einem in der Jetztzeit von der Studentin Anouk und einem zur Zeit der französischen Revolution, der aus der Perspektive der Tochter Aurélie du Bessancourt beschrieben wird, erhält man als Leser einen guten Einblick in die Anfänge des Palais du Papillon.

Sie nahm meine Hände in ihre und drücke sie, bis meine Finger knackten. „Die Diener“, flüsterte sie. „Sie haben so grausige Gesichter.“ Ich verstand kein Wort von dem, was sie sagte. (S.53)

Der Palais du Papillon ist der Dreh-und Angelpunkt der Geschichte, weshalb er sehr detailliert und ausführlich beschrieben wird. Schon für Aurélie war er im 18. Jahrhundert ein geheimnisvoller Ort, an dem ihr Vater sich wochenlang zurückzog, um Vorbereitungen für das Untertauchen seiner Familie zu treffen. Ich fand es absolut spannend, dass Aurélies Mutter von einem ihrer Ausflüge in den unterirdischen Palast sogar verstört zurück kommt. Beim Lesen nahm der Palast in meiner Vorstellung daher mit jeder Seite immer mehr Platz ein und ließ mich mehr und mehr darüber spekulieren, was in seinem Inneren verborgen sein würde. Und das Grauen, dass man durch Anouks und Aurélies Perspektive im Inneren des Palastes erfährt, ist Nervenkitzel pur!

Ich habe verzweifelte Botschaften ausgelegt und laut um Befreiung gefleht, und ich habe alle Tränen vergossen. Niemand hört mich. Ich kann nichts tun, außer verrückt zu werden. Lange kann es nicht mehr dauern. (S.145)

Besonders gefallen hat mir auch die Figurenkonstellation der Geschichte, die durch das alternierende Erzählen sehr abwechslungsreich bleibt. So lernt man nicht nur während der Expedition der Studenten in den Palast der Finsternis fünf vollkommen unterschiedliche Charaktere kennen, sondern wird auch durch die Familienangehörigen der Bessancourts in die gesellschaftlichen Verhältnisse des Frankreich im 18. Jhr. versetzt. Die Schilderungen aus der Sicht der beiden Protagonistinnem Anouk und Aurélie sind sehr realitätsnah und eingänglich. Beide Figuren sind aufregend, denn ihre Hintergründe und Familiengeschichten könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch wie viel die beiden jungen Frauen miteinander verbindet, wird erst im Laufe der Geschichte deutlich.

Meine Fingerknöchel treten weiß hervor. Ich umklammerte meinen Kopf, als wollte ich ihn auspressen wie eine Zitrone, so dass der Wahnsinn heraus tropft, bitter und gelb zwischen meinen Fingern hindurch. (S.203)

Den Spannungsbogen der Handlung  kann ich nur loben! Stefan Bachmann weiß, wie er seine Leser bei der Stange hält, denn jedes Kapitel des Romans endet mit einem Cliffhänger, den ich kaum ertragen konnte. Hinzu kommt, dass ich die Kombination aus fesselnden Spannungs- und Fantasy-Elementen als wahnsinnig stimmig und mitreißend empfunden habe. Sprachlich hat der Autor mich vollkommen überzeugt. Seine kurzen Sätze sind nervenaufreibend und hochexplosiv, sodass ich atemlos Satz um Satz, Seite um Seite der Geschichte quasi in mich aufgesaugt habe.

Fazit & Bewertung

Stefan Bachmann ist mit Palast der Finsternis meiner Meinung nach ein Meisterwerk der gruseligen Fantasy gelungen. Dramatisch, aufwühlend und mit einem großartigen Spannungsbogen hat er mich mit dieser Geschichte in seinen Bann gezogen!

Weitere Meinungen

Mit “Palast der Finsternis” hat man einen spannenden Roman, der ideal für regnerische Herbstabende ist. I Am Jane

Die prickelnde Spannung, die originelle Geschichte und die Verwebung von Realität mit dem immerwährenden Wunsch der Menschheit ergab für mich ein wunderbares Leseerlebnis, dem ich sicherlich noch einige Zeit nachweinen werde. Buchperlenblog

„Palast der Finsternis“ ist ein Lesetipp für Freunde des Schauerromans, der spannende, unterhaltsame Stunden verspricht. Kathrineverdeen


Bibliographie

Stefan Bachmann: Palast der Finsternis

Verlag: Diogenes

Erscheinungsdatum: 25.08.2017

ISBN: 978-3257300550

Seiten: 400

 

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5 Kommentare zu „„Palast der Finsternis“ von Stefan Bachmann

  1. Eine wunderschön geschriebene Rezension! Hätte ich das Buch nicht bereits gelesen, hättest du mich definitiv neugierig gemacht – nur das gruselige Gefühl was sich bei Euch allein eingeschlichen hat, das kann ich nicht bestätigen ;D

    Liebe Grüße
    Janna

    1. Liebe Janna,
      vielen lieben Dank :)! Das freut mich, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat, und ob es nun an den gruseligen Stellen lag, die so manchen mitgerissen haben, oder einfach an dem Plot, die Figuren und das Setting – Hauptsache ist, dass wir es grandios fanden! 🙂 Und ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt, mehr von dem Autor zu lesen:)
      Liebe Grüße
      Svenja

      1. Eben! 😉
        Ich war völlig verliebt in das Setting und besonders die Kapitel um Aurelie hatten es mir angetan. Der Palast ist ja nicht sein Debüt, von daher sind die vorherigen Titel schon auf meine Wunschliste gewandert

      2. Ja, das tun sie bei mir auf jeden Fall auch!! Mich haben auch die Cliffhänger so fertig gemacht, ich wollte Aurélie und Anouk einfach beide nicht alleine lassen und fand den Cut der Kapitel immer wahnsinnig nervenaufreibend!! 🙂
        Liebe Grüße
        Svenja

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