Rezension

„Das verzauberte Puppenhaus“ von Patricia Schröder

Das verzauberte Puppenhaus von Patricia Schröder ist ein besonderer Kinderroman, der mich in seinen Bann gezogen hat. Als die 10-jährige Mia von ihrer verschollenen Tante ein Puppenhaus vermacht bekommt, ist sie wenig begeistert. Denn wer spielt in ihrem Alter noch mit einem Puppenhaus, wenn man auch am Laptop City of Dolls zocken kann? Doch die Puppenhausbewohner erwachen zum Leben und plötzlich ist Mia mittendrin in einem echten Abenteuer, das mit einem Computerspiel nicht zu vergleichen ist. Unheimlich witzig, spannend und rasant erzählt Patricia Schröder eine wunderbare Geschichte, dich ich für Kinder wie für Erwachsene nur empfehlen kann.

Inhalt

Mia ist enttäuscht! Was soll sie bloß mit einem öden, uralten Puppenhaus anfangen? Sie hatte sich doch einen Laptop und das bei ihren Freundinnen so beliebte Spiel City of Dolls gewünscht. Aber das gerät fast vollkommen in Vergessenheit, als Mia entdeckt, dass die Bewohner des Puppenhauses lebendig sind. Hildy, Luise und Karl sind plötzlich nicht mehr steif, sondern können reden und umherlaufen. Sie erzählen Mia, dass ihr Opa Friedrich verschwunden ist und Mia hat ganz stark ihren unfreundlichen Nachbarn in Verdacht. Und wer ist eigentlich der geheimnisvolle Holunder-Dieb, der sich nachts an den Früchten ihres Holunderbaums zu schaffen macht? Und wo steckt Mias verschollene Tante Rikka, die ihr nach ihrem Verschwinden das Puppenhaus mit einem geheimnisvollen Brief vermacht hat?

Meine Meinung

Als ich in der Frühjahrsvorschau 2022 des Coppenrath Verlages Das verzauberte Puppenhaus entdeckte, stand für mich fest, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte! Denn eines meiner liebsten Kinderbücher war schon immer Das geheime Leben der Puppen von Ann M. Martin, zu dem ich direkt Parallelen feststellte. Auch in diesem Buch, das bereits im Jahr 2000 erschienen ist, sind die Puppen eines Puppenhauses lebendig und machen sich gemeinsam mit den Puppen aus dem Nachbar-Kinderzimmer im Haus ihrer Besitzer auf die Suche nach ihrer verschollenen Tante Sarah. Trotz der Parallelen konnte ich viele Dinge im Buch feststellen, die witzig und neu waren, sodass ich vollständig in die Geschichte eintauchen konnte.   

Ein Puppenhaus hätte sie sich vielleicht vor drei oder vier Jahren gewünscht, als sie noch ein sehr kleines Mädchen gewesen war. Ein Barbie Haus. Oder eins von Playmobil. Auf jeden Fall ein modernes! Dieses hier war nicht nur völlig unmodern, sondern auch uralt! (S. 18)

Protagonistin der Geschichte ist die 10-jährige Mia. Erst vor Kurzem ist sie mit ihrem jüngeren Bruder und ihren Eltern in den Holunderweg gezogen und hat das Puppenhaus, die Villa Holunder, geschenkt bekommen. Mia ist neugierig, mutig und abenteuerlustig – eine Mischung, die der Geschichte an Rasanz und Spannung verleiht! Mia merkt schnell, dass die Dinge, die ihr einst wichtig waren, in den Hintergrund treten, als sie ihren Puppenfreunden bei der Suche nach ihrem Opa zu Hilfe kommt. Dabei erfährt Mia auch, auf wen sie sich wirklich verlassen kann, und dass der neue Nachbarsjunge sie mehr versteht als ihre langjährigen Freundinnen.

Mia kniff die Augen zusammen. Am liebsten wäre sie vom Futon gesprungen und zum Puppenhaus hinübergelaufen, um die drei winzigen Kinder aus der Nähe betrachten zu können. (S. 63)

Die Geschichte ist witzig, weil sie sehr alltagsnah ist. Mia ist von der Harmoniebedürftigkeit ihrer Eltern genervt, streitet sich mit ihrem Bruder und schließt sich deshalb oft in ihrem Zimmer ein. Alltagssprache und gleichzeitig kindgerechte Sprache sind in dem Kinderroman miteinander kombiniert, sodass sich junge Leserinnen und Leser gut angesprochen und abgeholt fühlen. Außerdem bleibt die Handlung konstant spannend: Streit mit den besten Freundinnen, eine verschwunden Puppe, ein fremder Nachbar im Kleiderschrank und ein Holunder-Dieb halten den Leser bei Atem und haben mich schnell und neugierig durch die Geschichte fliegen lassen

Beim Leben von Oma Henni, dieser Typ war doch tatsächlich derjenige, der in der letzten Nacht die Holunderbeeren von ihrem Baum gestohlen hatte! Schlagartig wurde es Mia flau in der Magengegend. (S. 127)

Kommen wir nun zur besonderen Ausstattung des Kinderbuches. Denn nicht nur die Puppen in der Geschichte werden lebendig, sondern auch das Buch selbst! Denn die abgedruckten Fotos im Buch zeigen manchmal das Puppenhaus und seine „erstarrten“ Bewohner, manchmal aber auch echte Menschen aus Fleisch und Blut – je nachdem, ob in der Geschichte die Puppen gerade lebendig sind, oder nicht. Besonders gefallen hat mir auch die Idee, dass es in der Puppenküche nach Essen duftet, das Bad nach Seife und dass die kleine Puppenhaus-Katze durch die Zimmer streunt. Zwar bin ich eher Fan von klassischen Illustrationen, aber die Idee der lebendig werdenden Fotos, die auch das Cover zieren, ist trotzdem sehr schön!

Fazit & Bewertung

Das verzauberte Puppenhaus von Patricia Schröder ist ein toller Kinderroman, der für viele Überraschungen gut ist, ob in der Geschichte oder optisch im Buch. Die Geschichte war spannend, abwechslungsreich und witzig. Trotz der Parallelen zu einem mir bereits bekannten Puppenhaus-Roman, war ich von der Geschichte begeistert und würde mich sehr freuen, wenn von der Villa Holunder noch weitere Bände erscheinen würden.  

Eure


Bibliographie

Patricia Schröder: Das verzauberte Puppenhaus

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Verlag: Coppenrath

Erscheinungstermin: 15.03.2022

Seiten: 208

ISBN: 978-3649636588

Preis: 18,00 €

Vielen Dank an den Coppenrath-Verlag für das Rezensionsexemplar**

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