Monatsrückblick

Ein Quartal voller Bücher – Mein Monatsrückblick Februar bis April

Drei Monate sind ins Land gegangen seitdem ich hier auf dem Blog den letzten Monatsrückblick veröffentlich habe. Natürlich hat sich seitdem nicht nur einiges in der Welt, sondern auch einiges bei mir im Bücherregal getan.  Dadurch, dass jeder Bücherwurm gerade sehr viel Zeit zum Lesen hat, konnte auch ich Geschichten lesen, die schon sehr lange darauf gewartet haben. Insgesamt habe ich im Februar, März und April 10 Bücher gelesen, davon 3 Jugendbücher, 3 Kinderbücher, 2 Sachbücher, einen Krimi und einen Roman. Für den Februar und März habe ich euch jeweils ein Buch zum Monatshighlight gekürt. Allerdings habe ich im April leider nur schlechte Bücher erwischt, sodass ich für diesen Monat kein Highlight empfehlen kann. Insgesamt durften vier neue Bücher bei mir einziehen.

Gelesene Bücher

  • Veronica Roth: Rat der Neun – Gezeichnet

Cyra ist von ihrem Schicksal schwer gezeichnet. Schatten regen sich unter ihrer Haut. Sie sind schmerzvoll und äußert tödlich. Das ist der Grund, weshalb sie von ihrem Bruder, dem tyrannischen Herrscher Ryzek, als Waffe gegen ihre Feinde benutzt wird. Akos hingegen könnte unterschiedlicher nicht sein. Er stammt von einem friedliebenden Volk ab und hat die Macht Cyras Schmerzen zu lindern. Durch die Schicksale ihrer Familien miteinander verbunden, müssen sich Cyra und Akos entscheiden: Entweder sie helfen sich gegenseitig oder sie zerstören einander.

Rat der Neun – Gezeichnet von Veronica Roth ist der Auftakt eines Fantasy-Zweiteilers der mich leider ziemlich enttäuscht hat. Atmosphärisch konnte mich der Roman, der auf einem unbekannten Planeten im Weltraum spielt, kaum mitreißen. Die Handlung hatte weder Spannung, noch war man als Leser so nah an den Figuren, dass man ihr Schicksal und ihre Gefühle teilen konnte. Ich habe dieses Buch aus den Gründen abgebrochen, weiß aber, dass Veronica Roth eigentlich viel mehr kann wie sie auch in der Divergent-Trilogie bewiesen hat. Zur Rezension: Veronica Roth: Rat der Neun – Gezeichnet

  • Patrick Ness: Sieben Minuten nach Mitternacht

Conor wird jede Nacht um 7 Minuten nach Mitternacht wach. Und das was ihn geweckt hat, steht vor seinem Fenster. Ein Monster schaut hinein und behauptet, von Conor gerufen worden zu sein. Doch wovor Conor eigentlich mehr Angst hat, ist der Albtraum, der ihn jede Nacht heimsucht, seitdem seine Mutter krank ist. Er weiß noch nicht, dass das Monster ihm helfen möchte und ihn begleiten möchte in diesen tiefsten und dunkelsten aller Albträume hinein, bis nichts mehr übrig bleibt als die Wahrheit.

Dieses Buch hat mich zutiefst bewegt und zu Tränen gerührt. Die Mutter eines dreizehnjährigen Jungen ist totkrank, und trotzdem schafft sie es, ihrem Sohn die Hoffnung auf ihre Heilung nicht zu nehmen. Conor versteht nicht, weshalb ihn auf einmal alle anders behandeln und fragen, wie er denn mit alldem fertig würde. Doch am wenigsten versteht er, weshalb plötzlich Nacht für Nacht aus der Eibe vor seinem Haus ein Monster wird, das ihn begleiten möchte. Ein unglaublicher Roman, der den Tod in seine Schranken weist und den Titel „Jugendliteraturpreis“ mehr als zurecht verdient hat. Mein Monatshighlight im Februar.

  • Anne M. Martin: The Doll People Set Sail

Annabelle Puppenheimer wird mit ihrer Familie, den anderen Puppen des Puppenhauses, nicht wie ursprünglich von ihrer Besitzerin geplant, auf den Dachboden verstaut. Sie landen anstattdessen versehentlich in einer Keiste für wohltätige Zwecke und werden auf einem großen Schiff verstaut, dass schnell in See sticht. Dort stellt sich heraus, dass sie nicht die einzigen Puppen an Bord sind. Werden die Puppen nach tausenden Kilometern ihren Weg nach Hause finden?

The Doll People Set Sail ist der vierte Teil der Abenteuer rund um Annabelle ihre Freundin Tiffany und ihren Familien. Sie sind Puppen und führen eigentlich ein langweiliges Leben im Puppenhus von Katy Palmer. Doch Annabelle und Tiffany geraten immer wieder in aufregende Abenteuer, die ihr ganzes Leben durcheinander wirbeln. Weil ich als Kind den ersten Band Das geheime Leben der Puppen dieser Reihe geliebt habe, bin ich der Autorin treu geblieben und lese ihre Geschichten immer noch, auch wenn sie nach dem ersten Band nicht mehr ins Deutsche übersetzt wurden. Mir hat dieses neue Abenteuer der Puppen gut gefallen, allerdings konnte ich mich mit den neuen Charakteren, die auf dem Schiff lebenden Puppen nicht wirklich anfreunden. Anstattdessen hätte ich mir mehr Zeit mit den bisherigen Charakteren gewünscht. Alles in allem war die Geschichte aber wieder sehr niedlich und die Illustrationen von Brett Helquist sehr schön und passend.

  • Hannah Witton: Untendrumherumreden – Alles über Liebe und Sex

Sei du selbst! Die YouTuberin Hannah Witton ist schonungslos ehrlich und erzählt frei über ihre Erfahrungen zum Thema Liebe und Sex, über Pornografie, Selbstbefriedigung, LGBTQ+ und Verhütung. Sie schreibt über Körperwahrnehmung und dass es gut ist, so zu sein wie man ist. Zwischen Anekdoten und hilfreichen Tipps mischen sich witzige und kluge Kommentare der Autorin sowie fundiertes Fachwissen von Experten.

Untendrumherumreden – Alles über Liebe und Sex von Hannah Witton ist ein Aufklärungsbuch der anderen Art. Die YouTuberin nimmt kein Blatt vor den Mund und berichtet aus ihrem eigenen Leben, aus ihrem Umfeld, aber zitiert auch Wissenschaftler. Die Themen sind bunt gemischt, wodurch man sich das herauspicken kann, was einen gerade interessiert. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn es macht den Leser stärker und gibt ihm die Möglichkeit, ganz er selbst zu sein. Zur Rezension: Hannah Witton: Untendrumherumreden – Alles über Liebe und Sex

  • Sabine Bohlmann: Adele möchte die Welt umarmen

Familie Anders aus der Hummelgasse ist wie ihr Name schon sagt, ganz anders als alle anderen Familien. Denn Adele hat fünf Geschwister und wohnt mit ihnen und ihren Eltern in einem schönen Haus am Ende der Straße. Und dort geht es bei so vielen Familienmitgliedern ganz schön wild zu. Die Geschwister halten meistens zusammen, so zum Beispiel bei der Sache mit dem siebten Kind. Kurzerhand überlegen sich Adele und ihre Geschwister, dass das mit dem Kind klappen muss, wenn sie jeden Tag eine gute Tat vollbringen. Das Chaos und der Spaß sind vorprogrammiert und am Ende kommt es doch ganz anders, als gedacht…

Adele möchte die Welt umarmen von Sabine Bohlmann ist eine witzige Geschichte über den täglichen Kampf im Alltag einer Großfamilie. Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt und Rücksichtnahme aufeinander, und darum, dass die Familie das Wichtiste ist, was wir letztlich haben. Eine Zwischendruchlektüre, bei der ich mir jedoch etwas mehr Rebellion und Schabernack á la Pipi Langstrumpf gewünscht hätte. Zur Rezension: Sabine Bohlmann: Adele möchte die Welt umarmen.

  • Anuschka Rees: Das Kleiderschrank-Projekt

Sicher und entspannt zum eigenen Stil. Mithilfe des Kleiderschrank-Projekts beweist Anuschka Rees, dass das mit ein wenig Arbeit gelingen kann. Wie stellt man eine nachhaltige Garderobe zusammen? Wie kann man seinen Stil auf sein Leben abstimmen? Und welche Schritte und praktischen Übungen sind nötig, um zukünftig weniger, dafür effektiver und qualitativ hochwertigere Kleidung einzukaufen? Dabei zeigt die Modebloggerin auch, wie man erfolgreich ausmistet, Teile klug kombiniert, Qualität erkennt und das Beste aus seinem Budget herausholt. Ganz nach dem Motto: „Weniger kaufen, besser auswählen, länger Freude daran haben.“ (Vivienne Westwood)

Wie ihr seht, ist meine Bewertung des Buches eher zu einem kurzen inhaltlichen Abriss des Kleiderschrank-Projektes geworden, aber ich fand es wichtig, euch zu erzählen, was das Projekt genau beinhaltet und auf was ihr euch einstellen solltet. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, das Projekt über einen recht langen Zeitraum an meiner Garderobe auszuprobieren und bin wirklich begeistert von dem Ergebnis. Anuschka Rees zwingt dem Leser kein Stil oder keine Formeln auf, sondern gibt Übungen an die Hand, zu seinem eigenen Kleidungsstil zu finden. Ich kann es euch nur empfehlen, mit diesem Buch eure Garderobe ebenfalls zu überarbeiten. Ihr werdet merken, dass Stil Übungssache ist und jeder es schaffen kann, sich in seiner Kleidung gut und selbstbewusst zu fühlen. Zur Rezension: Anuschka Rees: Das Kleiderschrank-Projekt

  • Monika Feth: Die Julibraut

Jettes große Liebe Georg war der Mörder ihrer besten Freundin. Auch Jette entging dem Tod nur knapp. Knapp drei Jahre später erhält Jette plötzlich unheimliche Botschaften und auf ihre Freunde werden Anschläge verübt. Kann Georg der Drahtzieher sein, obwohl er seit drei Jahren seine Haftstrafe in der JVA verbüßt? Jette ahnt, dass Georg noch nicht mit ihr abgeschlossen hat…Neue Bücher im Regal

Die Julibraut von Monika Feth lässt ein wenig Spannung vermissen, dennoch handelt es sich um einen soliden Thriller und vor allen Dingen um einen tollen Abschluss der Erdbeerpflücker-Reihe, die keine Fragen mehr offen lässt. Mich konnte der Roman fesseln und ich habe es geliebt, wieder die altbekannten, sympathischen Figuren der Reihe zu treffen. Wer einen Thriller mit Nervenkitzel von der ersten Seite an erwartet, wird allerdings vermutlich enttäuscht sein, denn dieses Buch ist eher für die Fans der Reihe geschrieben. Ich kann allen, die die Erdbeerpflücker-Reihe noch nicht kennen, daher raten, das Buch Der Erdbeerpflücker vorher zu lesen, dann macht dieses Buch hier umso mehr Spaß. Mein Monatshighlight im März. Zur Rezension: Monika Feth: Die Julibraut

  • Beatrix Gurian: Sommernachtsfunkeln

Seit dem schrecklichen Unfall ist Kati nicht mehr dieselbe. Sie fühlt sich abstoßend, denn eine hässliche Narbe entstellt ihr Gesicht und mit ihrem besten Freund Luke hat sie schon seit Monaten kein Wort mehr gesprochen. In Los Angeles möchte Kati als Au-pair ganz neu anfangen. Und dank der Geschwister Jeff und Lucy, die eine geheimnisvolle Bar namens Lived besitzen, nimmt ihr Leben eine fast magische Wendung. All ihre Träume scheinen plötzlich wahr zu werden, doch sie erkennt nicht, dass die Glamour-Welt sie mehr und mehr gefangen nimmt…

Sommernachtsfunkeln von Beatrix Gurian ist ein New Adult Roman, der hier und da ein paar kleiner Verbesserungen bedurft hätte. Alles in allem hat die Geschichte aber sehr gute und wirklich mysteriöse Unterhaltung geboten. Spannende Charaktere, abwechslungsreiche Settings und ein ergreifender, aber nicht zu kitschiger Herzschmerz haben mich bei der Stange gehalten und das Jugendbuch in einem Rutsch durchlesen lassen. Beatrix Gurian ist auf jeden Fall eine Autorin, die ich gerne weiter im Auge behalten werde. Zur Rezension: Beatrix Gurian: Sommernachtsfunkeln

  • J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land

Tom Birkin wird im Sommer 1929 in das nordenglische Oxgodby bestellt. Er ist Restaurator und soll in der örtlichen Kirche ein mittelalterliches Wandgemälde freilegen und restaurieren. Obwohl alle aus dem Ort sofort, wissen, wer er ist, weiß doch niemand, was sich hinter der Fassade des stotternden und mit dem Gesicht zuckenden Mannes verbirgt. Denn Tom Birkin ist Weltkriegsveteran und ist nicht nur traumatisiert, sondern wurde auch von seiner Frau verlassen. Er hofft auf dem Land endlich seinen Frieden zu finden und je mehr er von dem Gemälde in der Kirche freilegt, desto mehr findet er zu sich selbst.

Ein Monat auf dem Land von J.L. Carr war für mich beim Lesen leider reine Zeitverschwendung. Ich will den Roman nicht absolut schlecht machen, denn wie ich oben angedeutet habe, kann ich keine qualitative Bewertung eines literarischen Werkes abgeben. Dennoch fehlen in meinen Augen die für einen Roman so wichtigen Zutaten:  Man identifiziert sich nicht mit den Figuren, es gibt keine spannende Handlung, keine überraschenden Wendungen, keine Höhepunkte, kein Ziel, auf das diese Buch hinausläuft. Daher kann ich das Buch aus meiner Perspektive leider meinen Lesern nicht empfehlen, es sei denn, ihr könnt und wollt euch intensiv mit literarischen Werken auseinandersetzen, dann könntet ihr es gerne einmal mit diesem versuchen und mich eines besseren belehren. Zur Rezensio

  • Naomi Novik: Das dunkle Herz des Waldes

Agnieska lebt in einem beschaulichen Dorf am Rande eines düsteren Waldes. Der Wald ist ein Hort böser Mächte und Kreaturen und jedermann fürchtet die Schatten zwischen seinen Bäumen. Allein der Zauberer, auch „Drache“ genannt, kann die Macht des Waldes kontrollieren. Doch er fordert einen hohen Preis dafür: Alle 10 Jahre holt er sich ein Mädchen aus dem Dorf und sperrt es in seinen Turm ein Schicksal, das Agnieska nicht für sich akzeptieren kann.

Das dunkle Herz des Waldes von Naomi Novik ist ein Jugend-Fantasy-Roman, der leider nicht das hält, was er verspricht. Eine Hälfte des Romans ist spannend, abwechslungsreich, voller düsterer Begebenheiten und interessanter Charaktere, aber der andere Teil der Geschichte kann das leider nicht aufrecht erhalten. Keine Leseempfehlung daher von mir, obwohl die Geschichte durchaus Potenzial hatte. Zur Rezension: Naomi Novok: Das dunkle Herz des Waldes

Neue Bücher im Regal

  • Philip Pullman: Über den wilden Fluss
  • Monika Feth: Die Julibraut
  • Phillipa Ashley: Sommer in Porthmelow
  • Kelly Moran: Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern

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