Rezension

„Das Kleiderschrank-Projekt“ von Anschuschka Rees

Euer Kleiderschrank ist voll, aber ihr habt nichts zum Anziehen? Modebloggerin Anuschka Rees zeigt in ihrem Buch Das Kleiderschrank-Projekt Übungen und Strategien, die dabei helfen, einen eigenen Stil zu entwickeln, Kleidung bewusster auszuwählen und das unabhängig von Trends. Das dazugehörige Praxisbuch führt durch alle grundlegenden Schritte dieser Übungen und enthält jede Menge Platz herauszufinden, welche Schnitte, Farben und Stoffe am besten zum eigenen Stil passen. Ein wunderbares Projekt und eine echte Empfehlung für alle, die in Zukunft Fehlkäufe vermeiden möchten, ihren eigen Stil entwickeln wollen und sich eine nachhaltige Garderobe zusammenstellen möchten.

Inhalt

Sicher und entspannt zum eigenen Stil. Mithilfe des Kleiderschrank-Projekts beweist Anuschka Rees, dass das mit ein wenig Arbeit gelingen kann. Wie stellt man eine nachhaltige Garderobe zusammen? Wie kann man seinen Stil auf sein Leben abstimmen? Und welche Schritte und praktischen Übungen sind nötig, um zukünftig weniger, dafür effektiver und qualitativ hochwertigere Kleidung einzukaufen? Dabei zeigt die Modebloggerin auch, wie man erfolgreich ausmistet, Teile klug kombiniert, Qualität erkennt und das Beste aus seinem Budget herausholt. Ganz nach dem Motto: „Weniger kaufen, besser auswählen, länger Freude daran haben.“ (Vivienne Westwood)

Meine Meinung

Das Kleiderschrank-Projekt von Anuschka Rees ist wie geschaffen für Leute wie mich: Wie oft stehe ich vor dem Kleiderschrank, sehe einen Wust an Klamotten und finde doch nichts, was ich anziehen möchte. Entweder bin ich die Kleidung satt, weil ich keine Ideen mehr für neue Kombinationen habe, finde die Farben langweilig und konventionell und oder finde mich generell nicht mehr hübsch darin. Wer erkennt sich wieder? Daher hat mich der Untertitel des Buches Systematisch zum eigenen Stil und zu bewusstem Modekonsum wie magisch angezogen, denn nicht jedem ist Modebewusstsein in die Wiege gelegt oder hat genug Zeit und Geduld, um sich mit Mode auseinanderzusetzen. Es gibt also ein System, das man erlernen kann und danach hat man Stil? Her damit!

Und ich bin ehrlich, wenn ich sage, dass das Kleiderschrank-Projekt mich verändert hat. Auch wenn andere vielleicht nicht den riesen Unterschied an meiner Kleidung bemerken werden, kann ich doch von mir behaupten, dass ich nun endlich weiß, was eigentlich mein eigener Stil ist. Es hat mich, meine Sicht auf Trends, die Modebranche und den Konsum verändert und mir gezeigt, dass wirklich weniger mehr ist. Ich will ehrlich sein: Es war ein ganzes Stück Arbeit! Ich habe über ein Jahr mit Hilfe des Kleiderschrank-Projekts meine Garderobe mit und mit überarbeitet, hinterfragt und verändert, alle im Buch gezeigten praktischen Übungen gemacht und das ganze Praxisbuch vollgeschrieben. Es ist also kein Projekt, dass man mal eben zwischendurch angeht. Wenn man es wirklich ernst meint, sollte man also Ausdauer, Zeit, Geduld und vor allem Spaß an der Sache mitbringen. Dann wird das Kleiderschrank-Projekt garantiert für jeden zum persönlichen Erfolgserlebnis.

Eine wirklich gut funktionierende Garderobe passt optimal zu Ihrem Leben – genauso wie es jetzt ist.  Nicht zu dem Leben, das Sie gerne führen würden […]. Sie muss hier und heute passen (S. 110)

Das Buch besteht insgesamt aus vier Teilen. Teil 1 beschäftigt sich mit den Grundlagen, Teil 2 mit dem eigenen Stil, Teil 3 mit der Zusammenstellung der neuen Garderobe und Teil 4 mit der Kunst des Shoppens. Im ersten Teil geht man der Frage auf den Grund, warum man nichts zum Anziehen hat. Oftmals ist es so, dass man sich an vorgegebenen Stile orientiert und sich diese selbst aufdrängen möchte, obwohl sie nicht zu einem passen. Jeder sollte seinen ganz persönlichen Stil entwickeln und nur Lieblingsteile im Kleiderschrank haben. Das bringt einen schnell zum nächsten Schritt: der Bestandsaufnahme. Was hat man alles im Kleiderschrank? Die darauf folgende Inspirationsphase ist wohl die arbeitsintensivste Übung, die mich am meisten Zeit gekostet hat. Denn man soll Outfits, Stile und Kleidungsteile, die einem gefallen, mithilfe von Bildmaterial sammeln und dokumentieren. Also quasi shoppen gehen, aber ohne etwas zu kaufen, oder Hochglanzmagazine, Blogs oder Pinterest durchsuchen, und dabei alles fotografieren und speichern, was man toll findet, aber z.B. noch nie anprobiert hat.

Entwickeln Sie Ihre Garderobe weiter, und perfektionieren Sie Ihre morgendliche Ankleide-Routine. Damit Sie nie wieder nichts zum Anziehen haben! (S. 146)

In der Experimentierphase testet man die Kleidung in den Läden, die man sich vorher noch für den neuen Stil herausgesucht hat. Ist es wirklich das, was man will oder passt das Teil doch in einem anderen Schnitt oder einer anderen Farbe besser zu einem? Und so wird das eigene Stil-Profil immer mehr geschärft und verfeinert, bis man eine klare Vorstellung von dem persönlichen Stil bekommt. Den meisten Spaß hatte ich allerdings im nächsten Schritt: dem Ausmisten! Hach, was war das befreiend, endlich mal jedes Teil wegzutun, das nicht richtig sitzt oder kaputt ist, oder dass man gar nicht oder nur ganz selten anzieht. Nach der Detox-Kur war mein Kleiderschrank sehr viel übersichtlicher und mein Herz sehr viel leichter! Es war so befreiend und in der nächsten Zeit hat es unglaublich gut getan, nur mit dem auszukommen, was übriggeblieben war!

Danach ging es aber ans Eingemachte: Wie kombiniert man die Teile, die übriggeblieben sind, nun richtig? Was sind Basics, Key Pieces und Statement Pieces? Welches Farbkonzept ist für meinen neuen Stil ideal? Ich habe herausgefunden, dass meine Hauptfarben Weiß, Hellblau und Terrakotta sind. Mittelblau und Dunkelgrau sind meine neutralen Farben, die ich als Ausgleich verwenden soll, wohingegen Gelb, Rot, Mint, Tannengrün, Orange, Korall und Schwarz zu meinen Aktzentfarben gehören.

Man kann mit Farben, Formen und Materialien experimentieren wie ein Künstler. Doch es geht noch tiefer. Denn egal, ob wir uns für Mode interessieren oder nicht – unsere Kleidung sagt etwas über uns aus. (S. 48)

Und dann durfte ich endlich Shoppen! Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht gerne Shoppen gehe und mir nur selten neue Kleidung kaufe. Aber das Kleiderschrank-Projekt hat mich motiviert, Prioritäten zu setzen und mich an klare Einkaufslisten zu halten. Denn wer einfach drauflos zieht, kommt mit sämtlichen Teilen Heim, nur nicht mit der Hose, die man eigentlich haben wollte. Das ist natürlich ein Frauen-Problem, denn Männer gehen in der Regel eher mit Priorität einkaufen und brauchen daher auch nur halb so lange.

Stressfreies Einkaufen ist genauso wichtig, wie die dabei dringend durchzuführende Qualitätskontrolle. Man muss bewusst einkaufen und sich Zeit für jedes Zeil nehmen, z.B. die Nähte und den Stoff kontrollieren, um sicher zu sein, eine gute Qualität zu kaufen, die im Idealfall Jahre halten soll. Man darf sich dabei weder vom Preis noch von Angeboten leiten lassen, denn diese sagen oft wenig bis gar nichts über die Verarbeitung der Materialien aus. Mein Blick wurde dahingehend geschärft, denn bislang hatte ich im Hinblick auf Materialien und ihre Qualität Null Ahnung. Jetzt weiß ich, worauf zu achten ist, damit ich nur noch Lieblingsteile mit nach Hause nehme, an denen ich mich auch sehr lange erfreuen kann.

Fazit & Bewertung

Wie ihr seht, ist meine Bewertung des Buches eher zu einem kurzen inhaltlichen Abriss des Kleiderschrank-Projektes geworden, aber ich fand es wichtig, euch zu erzählen, was das Projekt genau beinhaltet und auf was ihr euch einstellen solltet. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, das Projekt über einen recht langen Zeitraum an meiner Garderobe auszuprobieren und bin wirklich begeistert von dem Ergebnis. Anuschka Rees zwingt dem Leser kein Stil oder keine Formeln auf, sondern gibt Übungen an die Hand, zu seinem eigenen Kleidungsstil zu finden. Ich kann es euch nur empfehlen, mit diesem Buch eure Garderobe ebenfalls zu überarbeiten. Ihr werdet merken, dass Stil Übungssache ist und jeder es schaffen kann, sich in seiner Kleidung gut und selbstbewusst zu fühlen.

Eure


Bibliographie

Anuschka Rees: Das Kleiderschrank-Projekt

Verlag: DuMont Buchverlag

Erscheinungstermin: 24.08.2018

Seiten: 272

ISBN: 978-3832199265

Preis: 28,00 €

Anuschka Rees: Das Kleiderschrank-Projekt – Das Praxisbuch

Verlag: DuMont Buchverlag

Erscheinungstermin: 12.03.2018

Seiten: 240

ISBN: 978-3832199395

Preis: 22,00 €

Vielen Dank an den DuMont Buchverlag Verlag für das Rezensionsexemplar des Praxisbuchs**

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