Rezension

„Rosa und Louis – Geisterstunde“ von Ferdinand Lutz

Ein Kindercomic der Extraklasse! „Rosa und Louis  Geisterstunde“ von Ferdinand Luz ist der erste Sammelband der monatlich erscheinenden Comicreihe im Kindernachrichtenmagazin Dein Spiegel. Um sie als Buchausgabe herausbringen zu können, wurden die Comics umfangreich überarbeitet und vom Reprodukt Verlag in diesem wunderbaren Büchlein vereint. Rosa und Louis‘ Abenteuer sind einzigartig, denn zu ihren Mitbewohnern auf einem alten, geheimnisvollen Schloss zählen mehrere Geister. Und die halten die beiden Geschwister ganz schön auf Trab! Herrlich humorvolle Kurzgeschichten mit wunderbaren Illustrationen, von denen man nicht genug bekommen kann.

Inhalt

Rosa und Louis ziehen mit ihren Eltern zu ihrer Großmutter. Plötzlich leben sie auf einem Schloss, und als wäre das noch nicht cool genug, wimmelt das Schloss nur so vor Geistern. Ständig streckt einer der Geister den Kopf durch die Wand, hat Angst vor Gewitter oder gibt Tipps in Sachen Zaubertricks. Rosa und Louis sind mächtig beschäftigt alle ehemaligen, inzwischen schwebenden Besucher zu bändigen und dabei haben sie eine Menge Spaß!

Meine Meinung

Auf Rosas und Louis‘ Abenteuer bin ich durch andere begeisterte Leser aufmerksam geworden. Zwei Kids, die jede Menge Unfug im Kopf haben und eine Horde Geister, die im Schloss ihr Unwesen treiben eine herrliche Mischung! Hinzu kommt die wunderbare Tatsache, dass der deutsche Autor und Comiczeichner Ferdinand Luz aus meiner liebsten Wahlheimatstadt Köln kommt ein Grund, sich seine Werke unbedingt näher anzuschauen! Rosa und Louis sind Kindercomis, bestens geeignet zum Vor- und Selberlesen und auch für Erwachsene ein Lesevergnügen!

Rosa und ihr großer Bruder Louis stehen im Mittelpunkt der Kurzgeschichten. Obwohl sie sich charakterlich sehr unterscheiden und sie auch einige Jahre voneinander trennen, verstehen sich die beiden bestens. Rosa, die jede Menge Fantasie hat und Spiele und Zaubertricks am laufenden Band erfindet, animiert ihren Teenie-Bruder Louis oft, seine Schwärmereien für Mädchen zu vergessen und mit ihr auf die Suche nach Abenteuern zu gehen. Wer findet sich nicht in Rosa wieder, die gerne die größte Zauberin der Welt wäre, mit den Geistern Späße macht und ihrer demenzkranken Oma an langweiligen Nachmittagen die Zeit vertreibt? Gleichzeitig ist man als Leser auch sehr nah an Louis, der mit seinen Gedanken zwar oft bei Mädchen, aber trotzdem noch Kind genug ist, um die Geister im Schloss zu sehen. Mir haben beide Charaktere richtig gut gefallen, beide, Rosa und Louis, haben ihre ganz besonderen Eigenheiten, sind witzig, liebenswert und vor allem verspielt.

„Wer in so einem Schloss wohnt, drückt sich vornehm aus, verstanden?“ „Überaus krass!“ „Äußerst supercool!“ (S.3)

Das Setting der Comics ist mal wieder genau meins: ein riesiges Schloss mit jeder Menge verwinkelter Ecken, dunklen Kellern und langen Korridoren. Genug Platz also, um eine Horde Geister zu beheimaten. Durch den Schauplatz werden die Träume der jungen Leser Wirklichkeit: einmal in einem Schloss zu wohnen und Gespenster als Freunde zu haben. Toll! Ich weiß, warum ich mich so in die kurzen Geschichten habe fallen lassen können: weil ich sie als Kind definitiv auch geliebt hätte! Hinzukommt, dass Ferdinand Luz es schafft, das Setting mit gruseliger Atmosphäre anzureichern, diese aber immer wieder mit witzigen Gegebenheiten aufzubrechen. So wollen Rosa und die Geister zum Beispiel während eines Gewitters bei Louis übernachten, der kann dann aber nicht schlafen, weil alle anderen so laut schnarchen. Und das ist nur eine von unendlich vielen Stellen, an denen ich die gruselige Stimmung der Geschichte geliebt habe und gleich schmunzeln musste.

„Ist ‚kauzig‘ manchmal auch ein vornehmes Wort für ‚Plemplem‘? „Wenn ‚Plemplem‘ ein neumodisches Wort für ‚Meschugge‘ ist, dann ja.“ (S.7)

Jede Geschichte im Buch zählt immer vier Seiten. Das macht das Lesevergnügen sehr kurzweilig, aber dafür sind die Geschichten umso lustiger. Im Mittelpunkt stehen Rosas und Louis‘ Abenteuer im Schloss. Nervige Geister, die keine Ruhe geben, ein Aufsatz, der mit Hilfe von Geistern viel schneller geschrieben ist und eine Zaubershow, die beinahe eskaliert bei jeder kurzen Geschichte musste ich schmunzeln und habe Rosa und Louis für ihre Liebenswürdigkeit mehr und mehr in mein Herz geschlossen. Auch schwierigere Themen, wie die Demenzerkrankung der Oma, werden in den Kurzgeschichten angedeutet. Dabei wird auf die Symptome der Krankheit, vor allem das Vergessen und die Verwirrtheit eingegangen, aber Rosa und Louis lieben ihre Oma so wie sie ist und sind deswegen selten traurig. Eher sehen sie das Gute daran: Sie dürfen im Schloss bei ihrer Oma leben und Oma vergisst auch unangenehme Dinge, an die sie sich nicht mehr erinnern soll. Ich habe den Autor für seine Feinfühligkeit hier bewundert und die Kurzgeschichten dadurch umso mehr genossen.

„Nanu! Ihr dürft doch gar nicht Fernsehen.“ „Genau, aber wir tun’s trotzdem. Mama und Papa sind nicht da.“ (S. 35)

Zum Zeichenstil von Fredinand Luz kann man sagen, dass hier ein wahrer Künstler am Werke war. Die Panels sind farbenfroh und die Motive wirklich witzig und kindgerecht gezeichnet. Gekonnt wird mit Mimik und Gestik der Protagonisten gespielt, aber immer so, dass selbst Entsetzen und Angst witzig aussehen. Die Zeichnungen sind in jedem Fall genau auf die Zielgruppe abgestimmt und werden junge Leser definitiv begeistern.

Fazit & Bewertung

Rosa und Louis – Geisterstunde von Ferdinand Luz ist eine echte Empfehlung für Groß und Klein! Die farbenfrohen Kurzgeschichten des Comic-Sammelbandes sind gruselig, witzig, abenteuerlich und fantastisch zugleich. Wenn ihr schon als Kind immer davon geträumt habt, mal in einem Schloss voller Geister zu wohnen, dann ist das euer Comic! Holt ihn euch!

Eure

Weitere Bände


Bibliographie

*(Werbung)

Ferdinand Luz: Rosa und Louis – Geisterstunde*

Altersempfehlung: Ab 8 Jahren

Verlag: Reprodukt

Erscheinungstermin: 01.09.2017

ISBN: 978-3956401374

Seiten: 64

Preis: 12,00 €

Vielen Dank an den Reprodukt Verlag für das Rezensionsexemplar**

 

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