Rezension

„Hilda und der Bergkönig“ von Luke Pearson

Endlich ist Hilda wieder da! Band 6 der beliebten Comic-Reihe ist wieder ein wahres Vergnügen und das nicht nur für Hilda-Fans, sondern auch für Comic-Neulinge. Hilda und der Bergkönig von Luke Pearson aus dem Reprodukt Verlag spinnt das Abenteuer von Hilda bei den Bergtrollen weiter. Diesmal wird Hilda auf mysteriöse Weise selbst zum Troll und muss sich nicht nur vor den anderen Trollen, sondern auch vor Trolljägern in Acht nehmen. Eine gleichwohl rasante wie fantasievolle Geschichte über eine witzige Heldin, mit der man gerne einmal durch die Wälder streifen würde.

Inhalt

Damit hätte Hilda nicht gerechnet: Sie ist nach einem Abenteuer in den Trollhöhlen selbst zum Troll geworden und soll nun bei den Trollen leben. Klar, das Hilda sich das nicht gefallen lässt und versucht einen Ausweg zu finden. Auf der Suche nach einem Weg nach Hause trifft Hilda auf den Bergkönig, der gefangen in einer Höhle schon seit Jahrzehnten ausharrt. Unterdessen findet Hildas Mutter ein Trollkind in Hildas Bett und macht sich große Sorgen um ihre Tochter, denn die Trolljäger sind hinter ihr her!

Meine Meinung

Nach der erfolgreichen Netflix-Serie ist es in den letzten Monaten ruhig geworden um meine Lieblingsheldin mit den blauen Haaren. Doch endlich ist Hilda wieder da und sie kommt zurück mit einer Menge gefährlicher und spannender Abenteuer im Gepäck. Hilda und der Bergtroll ist der zweite Teil und Nachfolger des fünften Bandes Hilda und der Steinwald, kann jedoch auch unabhängig von diesem Comic gelesen werden. Für mich ist Hilda nicht nur eine Heldin, wie sie im Buche steht, sondern verkörpert Freiheit und den Lebensgeist pur. Ich kann euch versichern, wenn ihr Hilda auf ihren Abenteuern begleitet, habt ihr danach selbst Lust raus zu gehen, eure Komfortzone zu verlassen und endlich noch einmal draußen zu sein, ohne Smartphone, Social Media und Internet. Einfach die Natur genießen, hinter jedem Stein ein unbekanntes Wesen entdecken und die Zeit vergessen – denn das macht Hilda so besonders. Hilda und der Bergkönig ist also Entschleunigung und Nervenkitzel in einem und ideal für Kinder und Jugendliche, die es verlernt haben, sich mit etwas anderem als digitalen Medien zu beschäftigen.

Wer Hilda noch nicht kennt, wird sie spätestens nach wenigen Seiten in ihr Herz schließen. Mit ihren unverkennbar blauen Haaren ist sie nicht nur äußerlich etwas Besonderes. Nein, Hilda hat ein Herz für alle Lebewesen, mögen Sie noch so klein und unscheinbar sein. In Hilda und der Bergkönig ist Hilda im Reich der Trolle vollkommen auf sich allein gestellt. Und obwohl sie mit allen Wesen stets gut zurecht kommt und schnell Freundschaften schließt, sind ihr die großen, furchteinflößenden Trolle doch nicht ganz geheuer. Vor allem als sie von einer Trollmutter adoptiert wird, will Hilda nichts wie nach Hause. Doch Hilda wäre nicht Hilda, wenn sie nicht auch die schwierigsten Situationen mit viel Humor, Einfallsreichtum und Stärke meistern würde. Auch diesmal ist Hilda nicht ganz allein auf ihrer Suche nach einem Ausweg: der Bergkönig, der von brennenden Glühbirnen in einem Berg gefangen gehalten wird, gewinnt Hildas Vertrauen. Doch ob das so gut ist…?

„Es gibt viele Arten Trolle. Alle mit anderen Vorstellungen und Interessen. Gute, schlechte, dumme. Da kommt man nicht leicht auf einen grünen Zweig. Reichlich frustrierend…“

Das Setting des Comics lädt dieses Mal, ähnlich wie im Vorgänger-Comic Hilda und der Steinwald, in die unterirdischen Höhlen der Trolle ein. Hier ist Hilda nicht zu Hause, sie ist nicht in der Stadt, in der sie inzwischen wohnt, nicht in Trollberg oder auf den Hügeln bei den Woffeln, nicht bei den Mitternachtsriesen oder den Holzmännchen. Nein, diesmal spielt Hildas Abenteuer an einem gefährlicheren Ort, denn Trolle sind unberechenbare Wesen, deren Sprache Hilda nicht spricht eigentlich nicht. Denn mit ihrer Verwandlung zu einem Troll-Mädchen lernt sie auf einmal die großen, furchteinflößenden Trolle besser zu verstehen. Luke Pearson schafft es immer in seinen Comics eine moralische Lehre einzubauen, die jeder erkennt, der die Geschichten aufmerksam liest. In diesem Fall werden Hildas Vorurteile gegenüber Fremde und deren unbekanntem Wesen geschmälert, indem sie selbst eines dieser Wesen wird und sie dadurch besser kennenlernt. Ich finde es toll, das die Geschichten von Hilda nicht immer nur der reinen Unterhaltung dienen, sondern eine zweite Ebene entdeckt werden kann, die einem noch einmal viel mehr über Hilda, ihrer Figur und oftmals auch einem selber verrät.

„Die unglaubliche Weite…. Ich hatte vergessen, wie das ist. Wenn es keine Straßen gibt oder Autos, Mauern… Man könnte sich glatt dran gewöhnen.“

Natürlich macht diesen wunderbaren Comic ganz besonders auch wieder der tolle Zeichenstil aus. Luke Pearson schafft auf jeder Doppelseite eine eigene kleine Farbwelt, in der er die Panels der Comics auf ganz unterschiedliche Weise anordnet. Schon auf den ersten Seiten wird man als Leser dazu gebracht, kleine Panels über die Doppelseite hinweg zu lesen, eine eigentlich so ungewöhnliche Erfahrung, dass man sie automatisch viel intensiver liest und wahrnimmt! Ich liebe die Farbwelten von Luke Pearson, denn sie strahlen immer eine ganz besondere Atmosphäre aus, oft auch die Gefühlswelt der Heldin Hilda. Die einzelnen Sprechblasen mit wenig Text sind auch ideal für Leseanfänger und Lesemuffel geeignet, überfordern nicht und erfüllen trotzdem den Anspruch zu unterhalten und witzig zu sein. Besonders Hildas Gedanken sind oftmals unglaublich witzig, manchmal tiefgründig und intelligent. Eine gute Mischung also, die diesen Comic so besonders macht.

„Bald geht die Sonne auf. Komm schlafen, morgen ist ein wichtiger Tag.“ „Was machen wir denn?“ „Lernen, was es heißt, ein Troll zu sein.“

Luke Pearson, der selbst textet und zeichnet, ist in meinen Augen ein Multitalent, das noch viel mehr Beachtung erhalten sollte. Er weiß, was Kindern heutzutage fehlt, wonach sie sich in ihrem tiefsten Inneren jedoch sehnen, weiß wie man das Draußen-sein den Digital Natives wieder schmackhaft macht und wie man Abenteuer erzählt, sodass sie unglaublich spannend sind – und das obwohl nur das einfachste Werkzeug überhaupt verwendet wird: die Fantasie.

Fazit & Bewertung

Hilda und der Bergkönig von Luke Pearson ist ein Comic, den ich allen Hilda-Fans und jenen, die es noch werden wollen, empfehlen möchte. Hilda ist eine wunderbare Heldin, mit der man gerne in fantastische Welten reisen und wunderbare Abenteuer erleben möchte. Jede Geschichte mit ihr ist etwas Besonderes und für jedes Lesealter, auch für Erwachsene, unbedingt geeignet.

Eure

Weitere Bände


Bibliographie

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Luke Pearson: Hilda und der Bergkönig*

Verlag: Reprodukt

Erscheinungstermin: 11.09.2019

Seiten: 80

ISBN: 978-3956402036

Preis: 20,00 €

Vielen Dank an den Reprodukt Verlag für das Rezensionsexemplar**

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