Rezension

„Erebos“ von Ursula Poznanski

Nicht umsonst wurde Erebos von Ursula Poznanski mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet! Dieses Buch ist eine Wucht und schlägt alles, was ihr bisher im Bereich Jugendthriller gelesen habt! Erebos ist ein Computerspiel, das in Nicks Schule von Hand zu Hand gereicht wird. Doch das Spiel ist gefährlich, macht seine Spieler abhängig und bringt sie dazu, in der echten Welt Aufgaben zu erfüllen, nur um nicht aus dem Spiel ausgeschlossen zu werden. Erebos von Ursula Poznanski ist spannend und abenteuerlich bis zur letzten Seite! So wie die Spieler von dem Computerspiel abhängig werden, werdet ihr dieses Buch lieben.

Inhalt

In Nicks Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Ein Fantasy-Game, das jeden Spieler in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. Doch wer Erebos spielt, verändert sich. In Nicks Klasse fehlen so viele Schüler wie nie. Niemand darf über die Welt von Erebos sprechen, das sind die Regeln. Alle Spieler müssen Aufgaben erfüllen, die Erebos ihnen stellt und das nicht nur in der virtuellen Computerspiel-Welt, sondern auch in der realen Welt. Verstößt man gegen die Regeln oder erfüllt seine Aufgabe nicht, wird man rausgeworfen und Erebos lässt sich nicht mehr starten. Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis es ihm befielt, jemanden zu töten.

Meine Meinung

Ich wurde vom Loewe Verlag auserwählt und zum Mitglied im inneren Kreis ernannt, einer Bloggeraktion rund um die Neuerscheinung von der Fortsetzung Erebos 2 im August. Als Teil dessen, erhielt ich ein Überraschungspaket mit der frisch erschienen Sonderausgabe von Erebos. Diese neue limitierte Ausgabe ist eine Wucht, denn ihr neues Cover, die besondere Ausstattung und der farbige Buchschnitt machen sie zu etwas ganz Besonderem! Natürlich wird die Fortsetzung, Erebos 2, die am 14. August erscheint in ähnlicher Aufmachung herausgebracht und damit zum absoluten Hingucker in eurem Bücherregal. Als riesiger Fan von Ursula Poznanski, habe ich bisher alle ihre Jugendbücher gelesen oder gehört. Erebos kannte ich bisher nur als Hörbuch,  ich habe aber die Zusendung der Sonderausgabe zum Anlass genommen, das Buch noch einmal komplett zu lesen. Und wie soll es anders sein ich war begeistert!

Selbst Leser, die keine Gaming-Nerds sind wie ich, sich also mit Computerspielen wenig auskennen, werden in diesem Buch auf ihre Kosten kommen! Sowohl die reale als auch die virtuelle Welt des Spiels sind Schauplatz der Geschichte. Ursula Poznanski gelingt hierbei gekonnt der Spagat zwischen zwei völlig unterschiedlichen Handlungsorten, die doch beide ihre Berechtigung und ihre Spannung haben. Das Buch wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wobei der Wechsel zwischen diesen Perspektiven als fließender Übergang angesehen werden kann und kaum auffällt. Es handelt sich nämlich einerseits um die Perspektive von Nick, aus welcher der Leser die Geschehnisse in der realen Welt verfolgt, und andererseits um die Perspektive von Sarius, Nicks virtueller Spielfigur Erebos, aus deren Sicht die Geschehnisse in der Welt von Erebos geschildert werden. Weil beide, Nick und Sarius, ein und derselbe Mensch sind, bemerkt man innerhalb der Geschichte kaum den Wechsel. Nick setzt sich an den PC, sieht, wie der Computer hochfährt und erblickt dann als Sarius in Erebos die Tavernen, Kampfarenen und Gegenspieler. Diese Art des Perspektivwechsels ist richtig gut gelungen und hat die Geschichte umso mehr zu einem besonderen Erlebnis gemacht!

„Erebos, das Spiel“, stand da. Sonst nichts. Voller Erwartung klickte Nick den Link an. Es dauerte einen Moment, bis die Seite sich aufbaute. Rote Schrift auf schwarzem Grund.

Was die gesamte Geschichte von Erebos so spannend macht, ist die Tatsache, dass man sich das Ineinandergreifen von virtueller und echter Welt so gut vorstellen kann. Das entworfene Szenario ist keinesfalls utopisch. Die Spieler von Erebos erhalten im Spiel, in ihren jeweiligen Rollen, Aufträge, die sie in der echten Welt erfüllen müssen, um das Spiel weiterspielen zu können. Dabei handelt es sich um harmlose Dinge wie Fotos von unbekannten Personen zu schießen oder verschlossene, geheimnisvolle Päckchen an vorgegebene Orte zu bringen. Doch Nicks Aufträge werden immer undurchsichter, immer mysteriöser und gefährlicher. Etwas Großes steht hinter all diesen Dingen und hält die Fäden in der Hand, um unbekanntes Ziel zu erreichen. Im Spiel wird dieser Strippenzieher verkörpert durch eine furchteinflößende Figur, die die Spieler im wahren und im virtuellen Leben unter Druck setzt, ihnen Angst bereitet und sie sogar um ihr Leben fürchten lässt. Als Leser ist man Teil dieser Furcht und Teil des Kicks, den das Spiel jedes Mal auf Neue in Nick auslöst, wenn er den Rechner hochfährt, um diesem Druck nachzugeben und das fand ich klasse!

Wenn wir nicht näher zusammenrücken, werden sie uns unterwandern. Sie werden unsere Welt zerstören. Mehr denn je gilt: Schweigen. Ruhe bewahren. Geheimnisse hüten. Feinde als Feinde behandeln.

Wie schon in dem Jugendbuch Die Welle von Morton Rhue, werden auch in Erebos junge Menschen von etwas Höherem infiziert. Hier ist es keine Ideologie, sondern ein Spiel, das es schafft, die Jugendlichen im wahren Leben zu verändern, sie gegeneinander auszuspielen, sie schlimme Dinge tun zu lassen, um weiterhin Teil der Gruppe und des Spiels zu sein. Die Geschichte hat mich deswegen etwas an Die Welle erinnert, weil auch hier diejenigen, die nicht mitziehen und nicht Teil des Kreises an Eingeweihten sind, ausgeschlossen und gemobbt werden. Es wird zur Hetze gegen die Ungläubigen aufgerufen, gegen diejenigen, die sich nicht wie alle anderen infizieren lassen wollen, sondern Erebos als das erkennen, was es ist: nämlich kein Spiel, sondern eine Bedrohung. Ursula Poznanski beschreibt diesen wachsenden Graben zwischen den Jugendlichen sehr eindringlich. Auch Nick gibt für das Spiel seine Freunde auf, denn auf einmal ist es ihm wichtiger, Questen zu schlagen, Belohnungen zu sammeln und Level zu gewinnen, statt auf den Rat seiner besten Freunde zu hören. Mich hat vor allem diese Figurenentwicklung von Nick unglaublich beeindruckt und gefesselt, gerade weil sie so glaubwürdig und authentisch war.

Ich muss die Dunkelheit nicht suchen, sie ist immer um mich, ich verströme sie wie meinen Atem. Wie die Ausdünstungen meines Körpers. Mittlerweile meidet man mich, das ist gut. (S. 5)

Zu Ursula Poznanskis Schreibstil kann man nur so viel sagen: Sie zieht ihre Leser bis zur letzten Seite in ihren Bann, denn sie schreibt mitreißend und packend und weiß, wie sie Szenen so aufbauen kann, dass sie dem Leser nach dem Buch noch lange im Kopf bleiben. Ursula Poznanski ist eine Künstlerin und derzeit die beste Jugendbuchautorin, die ich kenne. Ich freue mich riesig wenn sie schon bald mit Erebos 2 wieder auf Lesereise geht und werde sie auch da auf jeden Fall dabei sein.

Fazit & Bewertung

Erebos von Ursula Poznanski ist ein Jugendthriller, der es redlich verdient hat, preisgekrönt zu sein. Das Computerspiel Erebos, das eine Art Eigenleben besitzt und die Macht zu haben scheint, über die Virtualität und Realität gleichermaßen zu herrschen, ist beängstigend authentisch und könnte so auch im wahren Leben existieren. Gleichzeitig hat mich die Entwicklung der Hauptfigur unheimlich fasziniert und beeindruckt. Dieser Thriller ist auf jeden Fall eine echte Empfehlung!

Eure


Bibliographie

*(Werbung)

Ursula Poznanski: Erebos*

Altersempfehlung: Ab 14 Jahren

Verlag: Loewe

Erscheinungstermin: 19.06.2019

Seiten: 496

ISBN: 978-3743205314

Preis: 19,95 €

Vielen Dank an den Loewe-Verlag für das Rezensionsexemplar**

 

3 Kommentare zu „„Erebos“ von Ursula Poznanski

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