Rezension

„Hochzeit im Café am Meer“ von Phillipa Ashley

Hochzeit im Café am Meer ist der dritte Band von Phillipa Ashleys Cornwall-Romanreihe. In der Ferienanlage Kilhalon ist ziemlich viel los: Eine Promi-Hochzeit will organisiert werden und Demi und Cal stehen vor großen Herausforderungen, auch was ihre Beziehung betrifft. Dieser Wohlfühlroman knüpft unmittelbar an den vorhergehenden Bänden der Reihe an, kann aber nicht mehr die zauberhaft knisternde Atmosphäre aufbauen, wie es noch die Vorgänger-Bände geschafft haben. Trotzdem konnte mich der Roman gut unterhalten, obwohl ich vom abrupten Ende überrascht und auch ein wenig enttäuscht war.

Inhalt

Cornwall im Frühling. Die Ferienanlage Kilhallon, die Demi und Cal gemeinsam betreiben, erfreut sich großer Beliebtheit. Auch Demis Café am Meer zieht viele Gäste an. Als wäre das noch nicht genug, kündigt ein Promipaar an, auf Kilhallon ihre Hochzeit zu feiern. Demi und Cal haben alle Hände voll zu tun. Hinzu kommt, dass ihre Liebe füreinander immer intensiver wird. Doch Cals Vergangenheit holt ihn immer wieder ein und stellt ihre Beziehung auf eine ungewohnte Probe.

Meine Meinung

Nachdem mich die beiden ersten Bände der Reihe (Hinter dem Café das Meer und Weihnachten im Café am Meer) überzeugen und meine Liebe für Cornwall wecken konnten, stand für mich natürlich fest, auch den finalen Teil dieser Liebesgeschichte zu lesen. Was mich an den beiden ersten Bänden am meisten begeistert hatte, war die unheimlich gemütliche Atmosphäre, die Phillipa Ashley aufgebaut hat, und die Verbindung dieses Wohlfühl-Ortes mit einer glaubwürdigen Liebesgeschichte. Auch in Hochzeit im Café am Meer ist das in Ansätzen wieder spürbar. Der Schauplatz bleibt derselbe, allerdings gerät die Liebesgeschichte zwischen Demi und Cal ein wenig aus der Spur, sodass mich vor allem das Ende nur schwer überzeugen konnte.

Hauptprotagonisten der Geschichte sind Demi und Cal, aus dessen Perspektive auch abwechselnd erzählt wird. Demi ist Mitte zwanzig und aus einer glücklichen Fügung heraus auf Kilhalon gelandet. Dass sie sich in den Besitzer der Ferienanlage, Cal, verlieben und ihr eigenes Café auf dem Gelände eröffnen würde, hätte sie sich zuvor nie träumen lassen. Inzwischen kann sich Demi ein Leben ohne Kilhalon und ohne Cal nicht mehr vorstellen. Cal, der in jeder Minute dankbar dafür ist, Demi als Freundin und große Hilfe bei sich zu haben, hadert jedoch noch stark mit seiner Vergangenheit. Als Flüchtlingshelfer in Syrien hat er Schwierigkeiten, sich auf ein neues Leben einzulassen und wird immer wieder von Schuldgefühlen geplagt. Demi und Cal sind beide starke Persönlichkeiten und jeder von ihnen bringt Altlasten mit in die Beziehung. Die bilden die Nebenhandlungsstränge der Geschichte und ziehen sich durch alle drei Bände.

„Bitte mach dir keine großen Hoffnungen…“ [Die Nachricht] stammt von jemandem, von dem ich in letzter Zeit selten höre: von einer guten Freundin, die weiß, dass jede E-Mail von ihr Erinnerungen wecken kann, mit denen ich inzwischen hätte abschließen sollen. (S. 61).

Vor allem Cals Vergangenheit holt ihn in der Geschichte immer wieder ein, was dazu führt, dass er in der Hauptgeschichte körperlich und geistig selten anwesend ist. Das fand ich schade, denn zum Ende hin hat mich seine verzweifelte Suche nach einem vermissten Mädchen in Syrien mehr gestört, als dass sie für die eigentliche Geschichte wichtig gewesen wäre. Dieser Handlungsstrang hatte sich einfach schon zu lange hingezogen, sodass ich zum Schluss nur noch wenig Geduld aufbringen konnte, um für Cals Verhalten Verständnis zu haben. Demi bleibt unterdessen der Fels in der Brandung und managed alle Angelegenheiten auf Kilhalon, welche für den reibungslosen Verlauf der Promi-Hochzeit wichtig sind. Schade fand ich, dass einige Figuren, die in den letzten beiden Bänden noch eine größere Rolle spielen, in dieser finalen Geschichte kaum mehr zu Wort kommen. Stattdessen hat sich die Autorin entschieden, zwei unangenehmen Persönlichkeiten, dem Promi-Hochzeitspaar, sehr viel Aufmerksamkeit zu schenken. Dass die beiden Figuren mich absolut nicht für sich gewinnen konnten, war gewollt, trotzdem haben mir deswegen noch ein oder zwei andere Nebenfiguren gefehlt, mit denen man sich hätte identifizieren können.

Etwas an ihr weckt ganz tiefe Gefühle in mir, und es ist mehr als nur eine körperliche Anziehung. Sie ist unbefangen und warm. Trotz der schweren Zeiten, die sie hinter sich hat, erstaunt sie mich immer wieder mit ihrer Fähigkeit, für andere da zu sein – für Freunde, Fremde, sogar für eine verlorene Seele wie mich. (S. 135)

Wie bereits angedeutet, verliert Demis und Cals Liebesgeschichte seine Wichtigkeit und geht in diesem Band etwas unter. Umso unglaubwürdiger war das Ende, das ich hier natürlich nicht verraten werde. Man hatte allerdings den Eindruck, als wollte die Autorin die fehlende Romantik auf den letzten drei Seiten nachholen, was natürlich nicht funktioniert hat. Dafür hat sie die Authentizität des Paars eingebüßt und den Leser mit einem Kopfschütteln zurückgelassen. Abgesehen davon, wurde der wichtigste Teil des Endes einfach nicht erzählt und übersprungen, sodass die Geschichte und der finale Teil erst am nächsten Tag weitergeht. Schade, aber was als großer Abschluss geplant war, wurde dadurch zu einem unbefriedigenden Ende.

Der April scheint alle in Hochzeitsstimmung zu versetzen. Ich habe ein paar Mini-Scones gebacken und versuche gerade, sie auf eine elegante Art mit Marmelade und Clotted Cream und vielleicht einer kleinen Erdbeere anzurichten. (S. 177)

Trotzdem soll nicht außen vor gelassen werden, dass ich Phillipa Ashleys Schreibstil sehr mag. Sie hat die Gabe, die Stimmung eines Ortes sehr intensiv und anschaulich einzufangen. Wenn sie von duftenden Mini-Scones schreibt, dazu das rauschende Meer von Cornwalls Küste erwähnt und den Ausblick auf die Landschaft beschreibt, hat man als Leser das Gefühl, alles vor Augen zu haben. Das Setting ist wie schon in den ersten beiden Büchern sehr schön und hat mich wie immer für sich eingenommen. Ich zähle Cornwall durch Phillipa Ashleys leidenschaftlichem Erzählen zu meinen Lieblingsorten und dass, obwohl ich noch nie dort war.

Fazit & Bewertung

Hochzeit im Café am Meer ist eine Zwischendurchlektüre, die man gut im Urlaub, am Strand oder in der Bahn lesen kann. Phillipa Ashleys Schreibstil führt einem jedes Setting unglaublich bildlich und atmosphärisch vor Augen, sodass man nicht umhin kommt, Cornwall zu lieben. Trotzdem hat mich die Geschichte an manchen Stellen enttäuscht, so beispielsweise, weil die Liebesgeschichte zwischen den Hauptfiguren nicht mehr im Mittelpunkt steht, viele geschätzte Nebenfiguren nicht mehr auftreten und das Ende der Geschichte nicht glaubwürdig ist. Trotzdem würde ich sagen, dass alle, denen die Reihe bisher gefallen hat, mit gutem Gewissen auch den finalen Teil lesen können. Dabei sollten die Erwartungen jedoch etwas herabgesetzt werden.

Eure


Bibliographie

*(Werbung)

Phillipa Ashley: Hochzeit im Café am Meer*

Verlag: DuMont Buchverlag

Erscheinungstermin: 18.06.2018

ISBN: 978-3-8321-6443-0

Seiten: 368

Preis: 10,00 €

Vielen Dank an den DuMont Buchverlag für das Rezensionsexemplar**

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.