Rezension

„Riverdale – Der Tag davor“ von Micol Ostow

Riverdale – Der Tag davor von Micol Ostow erzählt die Vorgeschichte der beliebten Serie Riverdale, deren dritte Staffel derzeit auf Netflix läuft. Archie, Jughead, Betty und Veronica berichten aus ihrer Sicht, was geschah, bevor in Riverdale die Leiche eines Jungen gefunden wurde, und damit das Chaos in der Kleinstadt seinen Lauf nahm. Leider kann ich für das Buch aber keine Empfehlung aussprechen. Fans der Serie werden mit dem Versprechen, exklusive Geheimnisse zu erfahren gelockt, um dann von einer sagenhaft langweiligen Story ohne nennenswerter Handlung enttäuscht.

Inhalt

Was geschah bevor in Riverdale die Leiche eines Jungen aus dem Fluss gezogen wurde? Wie hat Veronica in New York gelebt, bevor sie nach Riverdale kam? Welchen Auftrag hatte Betty während der Sommerferien? Und warum waren Jughead und Archie zerstritten? Archie, Jughead, Betty und Veronica erzählen ihre tiefsten Geheimnisse, was geschah, bevor in Riverdale das Böse erwachte und die Serie ihren Anfang nahm.

Meine Meinung

Wie so viele andere hat auch mich die Netflix-Serie Riverdale in ihren Bann gezogen. Worum geht es in der Serie? Eigentlich ist Riverdale eine unschuldige Kleinstadt, doch seit dem tragischen Tod von Jason Blossom ist nichts mehr wie es war. Archie Andrews, der mehr über Jasons Tod weiß, als er zugibt, hält wichtige Informationen unter Verschluss, weil er selbst ein großes Geheimnis hütet. Betty, Archies Nachbarin und beste Freundin, ist in Archie verliebt und hat Schwierigkeiten damit, ihm seine Gefühle zu gestehen. Veronica ist neu in Riverdale und findet schnell Anschluss, indem sie sich mit Betty anfreundet. Dass es zwischen Veronica und Archie funkt, stellt die neue Freundschaft jedoch schnell auf eine harte Probe. Einige Fragen bleiben zu Beginn der Serie offen, werden jedoch im Laufe der beiden ersten Staffeln geklärt.

Das Buch Riverdale – Der Tag davor verspricht nun eine Vorgeschichte, die Geheimnisse offenbart. Fakt ist jedoch, dass dieses Buch keinerlei Mehrwert und kaum neue Informationen für einen Fan besitzt.

[…] Es war das erste Mal, dass ich in meinem tiefsten Inneren das Gefühl hatte, dass […] etwas Böses im Herzen von Riverdale lauerte – und schon immer dort gelauert hatte. (S.231)

[Achtung Spoiler, für alle, die die Serie noch nicht gesehen haben] Dass Archie mit Miss Grundy ein Verhältnis hat, wissen die Fans der Serie bereits und dass er aus diesem Grund seinen besten Freund Jughead in schweren Zeiten allein gelassen hat, wissen die Fans ebenfalls. Dies jedoch als „großes Geheimnis“ auf dem Klappentext anzukündigen, ist also schon ein Witz. Jughead findet im Buch heraus, dass sein Vater nicht nur wieder Mitglied bei den Southside Serpents ist, sondern dass er sie sogar anführt. Auch das wird bereits in der Serie offenbart, ist also in der Vorgeschichte schon fast ein uninteressantes Detail. Einzig und allein Veronicas Vorgeschichte in New York und Bettys Erfahrungen bei Ihrem Praktikum bei der Zeitung sind für den Leser und Fan neu. Aber auch diese beiden Handlungsstränge sind so uninteressant und langweilig erzählt, dass sie die Geschichte nicht besser machen.

„[…]Weißt du, die Menschen verändern sich, sie entwickeln sich weiter, leben sich auseinander… und das ist traurig, weißt du – Gott, manchmal ist es sogar richtig tragisch. Aber oft gibt es einfach nichts, was man dagegen tun könnte.“ (S.237)

Hinzu kommt, dass sich der Autor überlegt hat, das Buch abwechslungsreich zu gestalten. So werden einerseits die Perspektiven mit jedem Kapitel gewechselt, also mal aus Archies, mal aus Jugheads, mal aus Bettys und mal aus Veronicas Sicht erzählt. Im gleichen Atemzug hat er das Buch jedoch auch versucht interaktiver zu gestalten, indem Chats, E-Mails und Briefe abgedruckt werden. Die waren aber teilweise so aus dem Zusammenhang gerissen und hatten einfach auch inhaltlich kaum einen Grund, überhaupt abgebildet zu werden, dass ich auch von diesen gut gemeinten Gimmicks ziemlich schnell gelangweilt war. Oft kommen in den Chats auch Figuren zu Wort, die in der restlichen Geschichte keine Rolle spielen, sodass man sich als Leser fragt, was das soll.

Sicher, jede Kleinstadt hat ihre Geheimnisse. Aber selbst diejenigen von uns, die hier aufgewachsen sind und ihr ganzes Leben in Riverdale verbracht haben, sind schockiert darüber, was man hier so alles aus Pandoras Büchse zieht. (S. 7)

Meine Erwartungen wurden auch dahingehend enttäuscht, dass kaum Szenen beschrieben wurden, in welchen sich die Figuren begegnen und in Interaktion miteinander treten. Jede Figur steht sehr separiert für sich, und erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Trotzdem hätte ich mir für eine Vorgeschichte mehr gewünscht, dass z.B. auch die Freundschaft zwischen Archie und Betty thematisiert wird. Dass deutlicher erzählt wird, wie Betty sich wegen Archie fühlt, wie sie vor den Sommerferien miteinander umgegangen sind, wie vielleicht der Abschied zwischen beiden war, bevor Betty für ihr Praktikum in die Großstadt ging. Stattdessen wird diese Komponente der Handlung völlig außen vor gelassen.

Fazit & Bewertung

Riverdale – Der Tag davor hat mich leider auf ganzer Linie enttäuscht. Die Vorgeschichte birgt für Fans kaum neues Wissen. Sie ist hingegen sehr langweilig, sprunghaft und unzusammenhängend erzählt. Es gibt keinen Spannungsbogen und auch keine interessante Interaktion zwischen den Figuren, die ja die Serie Riverdale ausmacht. Schade, aber ich kann keine Leseempfehlung für dieses Buch aussprechen.

Eure


Bibliographie

*(Werbung)

Micol Ostow: Riverdale – Der Tag davor*

Altersempfehlung: Ab 14 Jahren

Verlag: cbt

Erscheinungstermin: 14.01.2019

ISBN: 978-3570312957

Seiten: 352

Preis: 9,99 €

Vielen Dank an den cbt Verlag für das Rezensionsexemplar**

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