Rezension

„Winterhaus“ von Ben Guterson

Winterhaus von Ben Guterson ist ein Jugendbuch aus dem Verlag Freies Geistesleben. Erzählt wird die Geschichte von Elizabeth, die gerne geheime Botschaften knackt und Worträtsel löst. Als sie von ihrer Tante und ihrem Onkel ins Hotel Winterhaus geschickt wird, scheint sie für ihre Leidenschaft genau am richtigen Ort zu sein! Doch etwas Unheimliches geht vor sich im Winterhaus: Mysteriöse Gäste, ein Buch mit geheimer Schrift und eine Familiengeschichte, die einen Fluch beinhaltet Elizabeth versucht herauszufinden, was es mit alldem auf sich hat. Eine Geschichte, die fesselt und auf deren Fortsetzung man nur warten kann.

Inhalt

Elizabeth wird von ihrer Tante und ihrem Onkel ins Hotel Winterhaus geschickt. Doch warum? Elizabeth weiß auf diese Frage beim besten Willen keine Antwort. In Winterhaus angekommen, trifft sie auf ein zwielichtiges Paar, das sie zu beobachten scheint. Auch der Hotelbesitzer treibt sich nachts in der Bibliothek herum, auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch. Zum Glück ist Elizabeth in Winterhaus nicht alleine. Auch Freddy wurde über die Feiertage von seinen Eltern im Hotel einquartiert und hilft Elizabeth die Puzzleteile des geheimnisvollen Hotels und seiner Bewohner zusammenzusetzen.

Meine Meinung

Auf Winterhaus von Ben Guterson bin ich aufmerksam geworden, als mir das Cover in der Buchhandlung förmlich ins Auge sprang. Die Abbildung eines geheimnisvollen Hauses in verschneiter Landschaft hat sofort mein Interesse geweckt. Vollends verzaubert war ich, als ich bemerkte, dass unter dem Buchumschlag, quasi auf dem nackten Cover des Buches, die Innenansicht des Anwesens abgebildet ist. Alleine für das Cover und den Kniff mit den ausgestanzten Fenstern hat der Verlag ein großes Lob verdient! Natürlich war ich hin und weg, als ich auf dem Buchrücken las, dass die Geschichte eines Mädchens erzählt wird, die von Tante und Onkel über die Feiertage in ein Hotel geschickt wird, in dem allerlei mysteriöse Dinge vor sich gehen. Schnell stand fest: Das Buch muss ich haben! Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Mir hat Winterhaus sehr gut gefallen! Ein oder zwei Umstände blieben ungeklärt, aber nachdem ich nun festgestellt habe, dass noch ein zweiter Band erscheint, bin ich gespannt, in wie weit sich diese Dinge noch aufklären werden.

Wie schon angeklungen ist, hat mir das Setting von Winterhaus besonders gut gefallen! Elizabeth, die Protagonistin der Geschichte, hat vor ihrer Anreise noch nie etwas von Winterhaus gehört. Winterhaus ist ein abgelegenes Hotel, weit weg von Elizabeths zu Hause und hoch in den schneebedeckten Bergen. Selten verirrt sich jemand außer den Hotelgästen in die Nähe von Winterhaus. Mit vielen Stockwerken, Erkern, Balkonen, einer riesigen Bibliothek, vielen Zimmern, einer großen Eingangshalle, Sälen und Speiseräumen bildet Winterhaus die ideale Kulisse für eine Jugendbuch. Für Elizabeth gibt es in Winterhaus immer etwas Neues zu entdecken und nach und nach kommt sie dem Geheimnis und der Geschichte des alten Gemäuers auf die Spur. Mir hat es beim Lesen unglaublich viel Spaß gemacht, Winterhaus zu entdecken und fand es urgemütlich, Elizabeth gedanklich durch die vielen langen Korridore, dunklen Zimmer und Räume zu folgen und mit ihr das alte Hotel ins Herz zu schließen.

Die Eingangshalle war riesig und herrlich ausgestattet: holzvertäfelte Wände, ausladende Kerzenleuchter, Teppiche mit Rautenmuster und große, mit Vorhängen versehene Fenster, die auf den See hinausgingen. (S.35)

Elizabeth ist dreizehn Jahre alt und eine bewundernswert wagemutige Protagonistin. Sie ist neugierig, offenherzig und starrköpfig und hat es sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, was es mit dem seltsamen Paar auf sich hat, das mit ihr im Winterhaus angereist sind. Elizabeth ist aber nicht nur eine passionierte Detektivin, sondern sie hat auch eine besondere Gabe. Wenn sie „das Gefühl“ überkommt, hat sie die Fähigkeit, Dinge zu bewegen. Ihre magischen Eigenschaften werden immer wieder mal in der Geschichte erwähnt, ihr wirklicher Ursprung jedoch nicht näher erläutert. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob noch herauskommt, warum Elizabeth so besonders ist und weshalb ausgerechnet sie diese Magie spürt, doch der Leser wird dahingehend im Dunkeln gelassen. Ich habe die Hoffnung, dass generell über Elizabeths Herkunft und Familiengeschichte, die auf mysteriöser Weise mit dem Winterhaus verknüpft zu sein schein, auch im zweiten Band noch mehr ans Licht kommt.

Sie hatte gewusst, dass etwas geschehen würde, aber dies war das erste Mal, das so etwas passiert war, etwas… Gefährliches. Das Wort nahm in ihrem Kopf Gestalt an, während sie Freddy anstarrte. (S.126)

Winterhaus ist aber nicht nur ein Buch mit schönem Setting und bezaubernder Protagonistin, sondern es ist auch eine Geschichte über neue und ungewöhnliche Freundschaften. Elizabeth wird als bücherliebende Einzelgängerin beschrieben, deren Eltern verstorben sind und die nun bei Tante und Onkel aufwächst (wer fühlt sich noch an Harry Potter erinnert?). Doch in Winterhaus trifft sie auf Freddy, einen Jungen in ihrem Alter, der im Hotel lebt, weil seine Eltern ständig auf Reisen sind. Er ist Elizabeths Gegenstück und entwickelt sich zu ihrem besten Freund. Er ist leidenschaftlicher Erfinder und liebt wie sie spannende Rätsel, Codes und Wortleitern. Gemeinsam legen sich Elizabeth und Freddy auf die Lauer, um herauszufinden, was es mit den ungewöhnlichen Vorkommnissen in Winterfell auf sich hat. Natürlich gehört zu einer echten Freundschaft auch mal ein Streit, doch Elizabeths und Freddys Liebe zu Winterhaus verbindet die beiden und schweißt sie wieder zusammen.

Wenn das Rätsel von jemandem gelöst wird, der gut und wahrhaftig ist, dann – so meinte dieser Freund – würde Winterhaus auf immer und ewig ein Ort der Freude sein. (S.210)

Die Handlung an sich hat einen klaren Spannungsbogen und führt den Leser immer tiefer in die Vergangenheit des Hotels Winterhaus und die Familiengeschichte der Besitzer. Auch für Knobelfans ist gesorgt, denn einige Rätsel und Codes sind auch dafür gedacht, vom Leser geknackt zu werden. Ich habe gemerkt, dass ich mit Wortleitern absolut nichts anfangen kann und nicht die Zeit und Muße besitze, mir zu überlegen, in wie vielen Schritten ich jeweils einen Buchstaben eines Wortes so umformen muss, damit ein anderes, von mir vorher festgelegtes Wort herauskommt. Andere Rätselfans werden hier aber auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Schön ist, dass die Rätsel mit der Geschichte verwoben sind und auch die Handlung vorantreiben.

Der Schreibstil von Ben Guterson hat mir gut gefallen. Anschaulich und mit viel Sinn fürs Detail fängt er die besondere Atmosphäre eines alten Gemäuers ein und kreiert eine Geschichte, die sich zu lesen lohnt!

Fazit & Verwertung

Ben Gutersons Winterhaus ist ein magischer Jungendroman, der mit tollem Setting, fantastischen Elementen und einer liebenswerten Protagonistin den Leser für sich einnimmt. Manche Fäden der Geschichten wurden nicht zu einem Abschluss geführt, jedoch lässt die gerade auf englisch erschienene Fortsetzung Secrets of Winterhouse* auf deren Auflösung und auf ein neues tolles Abenteuer im magischen Winterhaus hoffen.

Eure

Weitere Bände

Weitere Meinungen

„In der Hoffnung die ein oder andere Figur zudem besser kennenlernen zu können, ist die Neugierde auf den zweiten Teil, trotz kleinerer Kritikpunkte am ersten Band, groß.“ (Katze mit Buch)

„Ein absolut tolles Buch mit vielen genialen Details. Zum Mitfiebern und Miträtseln. Magisch und bezaubernd. Lieblingsbuch!“ (Familienbücherei)

 


Bibliographie

*(Werbung)

Ben Guterson: Winterhaus*

Altersempfehlung: Ab 11 Jahren

Verlag: Freies Geistesleben

Erscheinungstermin: 14.12.2018

ISBN: 978-3772528910

Seiten: 408

Preis: 20,00 €

Vielen Dank an den Verlag Freies Geistesleben für das Rezensionsexemplar!**

3 Kommentare zu „„Winterhaus“ von Ben Guterson

  1. Juhu Svenja,

    wirklich eine schöne Rezension. Ich hatte das Winterhaus schon mehrmals in der Hand, aber ich war mir nicht sicher, ob ich es lesen sollte oder nicht. Du hast mich jetzt doch sehr neugierig auf die Geschichte gemacht. Ich denke, das Winterhaus darf auf meine WuLi wandern :)

    LG Kathi

    1. Liebe Kathi,
      danke dir! Mich hat auch das Cover absolut angesprochen. Die Geschichte war schön, auch wenn viel nicht aufgeklärt wurde. Ich werde auf jeden Fall auch die Fortsetzung lesen! Solltest du es lesen, musst du mir mal sagen, wie es dir gefallen hat!
      Viele Grüße
      Svenja

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