Rezension

„Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ von Cornelia Funke

Pünktlich zum Erscheinen eines neuen Augsburger Puppenkisten-Films hat der Dressler Verlag eine Sonderausgabe von Cornelia Funkes Kinderbuch Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel herausgebracht. Der Kinderbuch-Klassiker ist mit farbigen Filmbildern ausgestattet und erzählt die Geschichte von Julebukk, dem echten letzten Weihnachtsmann, der sich weigert seinen Beruf aufzugeben und zum Schokoladenweihnachtsmann zu werden. Die wunderbare Geschichte gehört für mich zu jedem Weihnachtsfest dazu und verzaubert garantiert jeden Leser, ob Groß oder Klein!

Inhalt

Niklas Julebukk ist der letzte echte Weihnachtsmann, der noch mit seinen Engeln den Wünschen der Kinder lauscht und Weihnachtsgeschenke von Kobolden anfertigen lässt. Doch eigentlich hat er Berufsverbot, seitdem Waldemar Wichteltod und der Weihnachtsrat beschlossen haben, dass nur noch Menschenspielzeug an die Kinder verteilt werden darf. Während eines heftigen Gewitters, fällt Niklas Julebukk mit seinem Wohnwagen vom Himmel und landet in der Straße von Ben und Charlotte. Ohne sein ausgebüxtes Rentier sitzt Julebukk hier fest und das obwohl er sich vor Wichteltods Männern versteckt halten muss!

Meine Meinung

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel ist ein Buch, das ich jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit lese. Cornelia Funkes unglaubliches Gespür dafür, wunderbar mitreißende Kindergeschichten zu schreiben, fasziniert mich beim Lesen dieses Buches immer wieder aufs Neue. Die Geschichte von Julebukk, seinem verschwundenen Rentier und dem bösen Waldemar Wichteltod bedeutet für mich unmittelbare Vorfreude auf Weihnachten und ist für mich gleichzeitig wie ein langersehntes nach Hause kommen. Wer bereits Kinderbücher von Cornelia Funke kennt, und von ihrem Schreibstil und ihrer Fantasie begeistert war, der wird dieses Buch lieben!

In der Nacht zum zehnten Dezember zog ein furchtbares Gewitter aus dem Norden heran. Tausend Blitze spießten die Sterne auf und der Donner polterte wie ein entgleister Güterzug über den schwarzen Himmel. (S.9)

Die Nebenstraße einer Kleinstadt ist Schauplatz dieser wunderbaren Geschichte. Denn hier passiert in einer Nacht etwas sehr Ungewöhnliches: Ein Wohnwagen fällt vom Himmel mitten auf die Straße und in ihm wohnt ein sonderbarer Mann. Wie immer in ihren Geschichten hat Cornelia Funke sich auch diesmal ein ganz besonderes Setting ausgedacht: Ein geheimnisvoller Wohnwagen (wer kennt ihn schon aus Die Wilden Hühner?), der voller Wunder und Überraschungen steckt, von innen viel größer ist, als er von außen scheint, der als Übergang in die Weihnachtswelt dient, eine Wichtel-Werkstatt beinhaltet und gleichzeitig gemütliche Heimat wunderbarer Figuren ist. Ihr merkt, ich liebe diesen Wohnwagen und seine wundersamen Bewohner! Was würde ich dafür geben, selbst einmal in den Genuss eines gemütlichen Nachmittags in Julebukks Wohnwagen zu kommen, in dem es nach Keksen duftet und in dem das Hämmern der Wichtel aus der Werkstatt dringt.

„Julebukk ist der letzte wirkliche Weihnachtsmann. Aber wenn’s nach denen hinter der Tür da ginge…“, Fliegenbart zeigte auf eine weiße Tür am anderen Ende des Wohnwagens, „dann wäre unser lieber Julebukk längst aus Schokolade.“ (S.33)

Ich liebe jede einzelne Figur in dieser Geschichte! Besonders Julebukk wächst dem Leser ans Herz, denn er ist herzensgut, selbstlos und sanftmütig. Und dabei ist Julebukk eigentlich so gar nicht, wie man sich einen Weihnachtsmann vorstellt. Er hat keinen Rauschebart oder dicken Bauch und vom „Ho, ho, ho“-Rufen hält er ebenso wenig. Dafür weiß Julebukk, wie man Kinderträumen lauscht und die geheimsten Wünsche der Kinder erfährt, wie man kleine Überraschungen in die Vorgärten der Menschen streut und Miniaturgeschenke auf wundersame Weise zum Wachsen bring. Auch mit den beiden Kindern Ben und Charlotte können sich junge Leser besonders gut identifizieren, denn beide haben ihre Eigenarten und Problemchen: Ben ist nicht schlagfertig und redet wenig. Charlotte ist neu in der Stadt und hat noch keine Freunde. Toll ist, dass beide Kinder Freunde werden, ohne dass sie es selbst erwartet hätten.

„Nun, was sagt ihr?“ Julebukk zündete all die roten Kerzen an, die auf kleinen Silbersternen zwischen den Geschenken standen. „Sind meine Kobolde nicht richtige Zauberer?“ (S. 84)

Obwohl ich die Geschichte inzwischen fast auswendig kenne, ist es für mich jedes Jahr aufs neue toll, mich in die fantastische Weihnachtswelt Cornelia Funkes entführen zu lassen. Zur Handlung möchte ich daher nicht mehr verraten, außer dass sie wunderschön ist, dabei witzig, unterhaltsam und spannend. Vor allem der gefährliche Gegenspieler Julebukks, Waldemar Wichteltod, und dessen furchteinflößende Nussknacker laden die Geschichte gehörig mit Spannung auf und reißen Leser jeder Altersstufe mit.

Was mich insbesondere an dieser Sonderausgabe jedoch ein wenig gestört hat war, dass die Fotos zum gleichnamigen Film der Augsburger Puppenkiste sehr dunkel waren und häufig meiner Meinung nach unpassend ausgewählt wurden. Diese Kritik kommt jedoch von einem sehr großen Cornelia Funke-Fan, der sich nie mit Illustrationen zufrieden geben wird, die nicht von der Autorin selbst stammen.

Fazit & Bewertung

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel ist eine wunderbar spannende Weihnachtsgeschichte, die zeigt, dass echte Freundschaft dann entsteht, wenn man sie am wenigsten erwartet. Gräbt man ein wenig tiefer, kann das Buch als Kritik an der Kommerzialisierung von Weihnachten verstanden werden, in der die Geschenke und die Ausgaben immer größer werden und die wahre Botschaft einer Weihnachtsüberraschung verloren geht. Eine Geschichte, die verzaubert, die förmlich nach Tannennadeln und Keksen duftet und Weihnachtsstimmung garantiert. Ein Lieblingsbuch!

Eure


Bibliographie

*(Werbung)

Cornelia Funke: Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel*

Altersempfehlung: Ab 6 Jahren

Verlag: Dressler

Erscheinungstermin: 23.10.2017

ISBN: 978-3-7915-0066-9

Seiten: 176

Preis: 12,99  €

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