Buchiges

Der Mann, der Harry Potter nach Deutschland brachte – 20 Years of Magic

[Werbung|Kooperation] Vor 20 Jahren kam ein Kinderbuch auf den deutschsprachigen Buchmarkt, das Millionen begeisterte Leserinnen und Leser hervorbringen und ganze Generationen prägen sollte: Harry Potter und der Stein der Weisen. Ein Welterfolg, den anfänglich viele nicht für möglich hielten. Viele Verlage lehnten die Rechte von Harry Potter wegen der Länge ab und begingen damit den wohl größten Fehler ihrer Geschichte. Kaum jemand kennt jedoch den Mann, der zugriff und Harry Potter nach Deutschland holte. Klaus Humann, der erst kurz zuvor vom Fischer Verlag zu Carlsen gewechselt war, erkannte das große Potential der Reihe und verhalf damit nicht nur dem Verlag zu großem Erfolg, sondern bescherte einem ganzen Land eine einzigartige und märchenhafte Geschichte. In einem Interview mit welt.de verriet Klaus Humann, welche Faktoren dazu beitrugen, die Harry Potter-Bücher zum Erfolg zu führen.

Klaus Humann ist der Mann, dem anlässlich des 20. Jubiläums von Harry Potter unbedingt Aufmerksamkeit gebührt. Denn er war von 1997-2012 Verleger des Carlsen Verlags und damit genau zur richtigen Zeit, am richtigen Ort! Auf die Frage, warum zunächst kein Verlag Harry Potter haben wollte, antwortete Humann, dass es bis in die Neunziger Jahre hinein genaue Vorstellungen gab, wie lang ein Kinderbuch zu sein hatte.

„[Ich habe] nicht [gewusst], dass man ein Manuskript auch nach seiner Länge beurteilt. Ich habe es schlichtweg danach beurteilt, ob’s mir gefällt oder nicht.“ (welt.de)

Und das war das Glück vieler Menschen, deren Leben ohne Harry Potter auf dem deutschen Buchmarkt ganz und gar anders verlaufen wäre. Auf die Frage, was ihn dazu bewogen hat, Harry Potter einzukaufen, berichtete Humann, dass er einerseits nicht aufhören konnte zu lesen (wir kennen das!) und andererseits beeindruckt war, dass eine Autorin den Anspruch hatte eine siebenbändige Reihe zu veröffentlichen. Die Mischung aus Realität und fantastischer Welt und die Freundschaft von Harry, Ron und Hermine hatte ihn beeindruckt. Man kann es sich kaum vorstellen, aber zu dem Zeitpunkt, als Humann Harry Potter für Carlsen und für den deutschen Buchmarkt sicherte, war die Reihe bei Bloomsbury bereits erschienen  aber noch kein Erfolg!

„[Ich stehe] auf Internatsgeschichten. Wahrscheinlich, weil ich nie in einem war.“ (welt.de)

Unglaublich, aber wahr! Gemessen an den Verkaufszahlen und den Gewinnen, die Harry Potter bisher dem Carlsen Verlag beschert hat, war der Erwerbspreis der Rechte 1997 ein echtes Schnäppchen. Laut Humann wurde für die Rechte eine Summe im fünfstelligen Bereich (Deutsche Mark!) bezahlt die höchste Summe, die der Verlag bis dahin jemals für ein Kinderbuch bezahlt hatte. Und ein Konkurrenzverlag wurde ebenfalls überboten, indem Carlsen das Wagnis einging und direkt den Kauf der Rechte der ersten drei Bände anbot. Dass Carlsen den Zuschlag erhielt, sei aber auch auf die Begeisterung von Joanne K. Rowling an dem bisherigen Programm des deutschen Verlags zurückzuführen gewesen, so Humann. Denn wer kann es ihr vergelten: Joanne K. Rowling war damals großer Fan von Philip Pullman (His Dark Materials-Trilogie)!

„[…]Als wir mit dem zweiten Band rauskamen, wurde der eher zögerlich verkauft. So richtig toll ging es nicht los.“ (welt.de)

Der Hype um Harry Potter, der vielen von uns noch gut im Gedächtnis ist, kam im Spätsommer 1999. Laut Humann war der Grund dafür einfach: Carlsen war der erste Verlag, der für ein einzelnes Buch eine eigene Webseite gestaltete (damals zur Veröffentlichung von Harry Potter und der Gefangene von Askaban). Das führte dazu, dass die Leser sich vermehrt über Harry Potter austauschten, während gleichzeitig zum ersten Mal über die Bücher im Fernsehen berichtet wurde. Wie so oft waren es nachweisbar die Leser (!), die den Erfolg ausgemacht haben, indem sie sich die Bücher weiterempfohlen haben.

„[Harry Potter] ist zu einem modernen Klassiker geworden. Und wir wollen, dass [die Bücher] auf alle Zeiten Schullektüre wird.“ (welt.de)

Klaus Humann ist der Mann, der Harry Potter nach Deutschland brachte. Er ist mit dafür verantwortlich, dass immer noch Millionen von Fans tagtäglich in Deutschland die wohl schönste Geschichte der Welt lesen dürfen. Dafür ein Dank aus tiefstem Herzen!

Eure

Quellen

 

20 Years of Magic!

Weitere Artikel anlässlich des 20. Jubiläums und rund um Harry Potter findet ihr bei

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Rezensionsexemplare**

 

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10 Kommentare zu „Der Mann, der Harry Potter nach Deutschland brachte – 20 Years of Magic

  1. Danke dir für den Beitrag und Klaus Humann für eines von vielen schönen Leseerlebnissen.

    So manches wusste ich noch nicht. Was für ein Kino :-)

    Liebe grüße Tina

    1. Liebe Tina,
      danke! Es freut mich, dass die der Beitrag gefallen hat, ich kannte einige der Details auch noch nicht und war sehr überrascht, z.B. dass die Recht so „günstig“ waren, weil Harry Potter einfach in England noch nicht gut lief:) Hach, ich liebe es, immer wieder neues von Harry zu erfahren.
      Liebe Grüße
      Svenja

  2. Hallo Svenja,

    ein wirklich toller Beitrag! Ich hatte mir bisher nicht so viel Gedanken über den Verleger gemacht, der die Reihe damals nach Deutschland holte und konnte hier bei dir nun noch etwas mehr über die Hintergründe zu einer meiner absoluten Lieblings-Buchreihen erfahren. Vielen Dank dafür!

    Liebe Grüße
    Bella

    1. Liebe Bella,
      das freut mich, dass der Name des Verlegers dir nun auch geläufig ist, denn ich finde es auch wichtig so viel wie möglich über die tollste Juggendbuchreihe der Wetl zu wissen :)

      Liebe Grüße
      Svenja

  3. Liebe Svenja,
    danke für diesen interessanten Einblick :)
    Zuvor habe ich mir ehrlich gesagt nie Gedanken darüber gemacht, wie das Ganze denn so los ging. Das ist echt super spannend. Und wir können ihm ja sehr dankbar sein, dass er es gewagt hat. Im Nachhinein beißen sich einige Verlage bestimmt in den A*sch :-D

    Liebe Grüße,
    Nicci

    1. Liebe Nicci,
      hehe, ja das glaube ich auch, dass sich viele Verlage schon schwarz geärgert haben, weil sie Harry Potter nicht wollten (wie konnten sie nur!!). Mich hat die Geschichte über Klaus Humann auch irgendwie inspiriert und ich finde es immer wieder toll, neues über Harry Potter zu erfahren :)
      Liebe Grüße
      Svenja

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