Rezension

„Ein Mord zu Weihnachten“ von Francis Duncan

Ein Mord zu Weihnachten von Francis Duncan ist ein spannender Weihnachtskrimi im Stil von Agatha Christis Hercule Poirot- oder Miss Marple-Krimis. Wer über die besinnlichen Tage ein bisschen Abwechslung braucht und sich auf ein britisches Landgut mit Leiche entführen lassen möchte, für den ist dieses Buch genau das Richtige! Ein Cozy Mystery, der mich begeistert hat!

Inhalt

Benedict Gram liebt es alljährlich auf seinem britischen Landgut ein traditionelles Weihnachtsfest für Bekannte und Freunde auszurichten und ein großes Festtagsspektakel zu arrangieren. Auch Mordecai Tremaine steht dieses Jahr auf der Gästeliste. Der Hobbydetektiv wurde von dem Privatsekretär des Gastgebers beauftragt, die Gäste im Auge zu behalten. Denn irgendetwas Merkwürdiges geht im Haus vor sich und jeder Gast scheint ein Geheimnis zu verbergen. Als um Mitternacht eine Leiche unter dem Weihnachtsbaum gefunden wird, weiß Tremaine, dass dieses Weihnachten alles andere als besinnlich wird.

Meine Meinung

Ein Mord zu Weihnachten von Francis Duncan ist im Oktober beim DuMont Buchverlag erschienen und hat mich vom Cover und Klappentext her sofort angesprochen.  Diese Wiederentdeckung einer Geschichte aus dem Jahr 1949 wurde für die Neuauflage besonders schön hergemacht: Der Einband besteht aus einem besonderen glänzenden Papier, das wunderbar schimmert, je nachdem wie man das Buch hält. Auch ist es in einem handlichen Format, sodass man es prima in die Handtasche stecken und zu Weihnachtsbesuchen mitnehmen kann. Da ich gemütliche Krimis im Stil von Agatha Christie liebe und gerade zur Weihnachtszeit einen Krimi lesen wollte, der die heimelige Atmosphäre englischer Cottages ausdrückt, ist Ein Mord zu Weihnachten einfach die perfekte Lektüre für mich gewesen!

Der Leser folgt aus der personalen Erzählperspektive dem Protagonisten Mordecai Tremaine, einem ehemaligen Tabakhändler mit einer Schwäche für Liebesromane. Zunächst als unscheinbarer Gast auf dem britischen Landgut eingeführt, mausert sich Tremaine schnell zu einem angenehmen Gast, der höchst aufmerksam die anderen Menschen und die Stimmung im Haus seines Gastgebers studiert. Schnell merkt er, dass unter der Fassade der Weihnachtsgesellschaft ein Geheimnis lauert, das nur darauf wartet, von ihm gelüftet zu werden. Mich konnte der Hobbydetektiv mit seinem erstaunlichen Spürsinn und seiner erfrischenden Natürlichkeit überzeugen. Ich fand es herrlich, wie er sich nach und nach mit den anderen Gästen anfreundet und ihnen höflich, aber bestimmt, auf den Zahn fühlt.

Wieso dachte er sogleich an Mord? Zu welchen Verrücktheiten verleitete ihn seine Vorstellungskraft? Er war auf dem Weg zu neuen Freunden, mit denen er Weihnachten verbringen wollte. Es war ein fröhliches Fest, eines, an dem man sich von seiner besten Seite zeigte. (S. 33)

Die anderen Figuren des Krimis sind vom Autor als sehr individuelle Persönlichkeiten entworfen. Zur Weihnachtsgesellschaft zählen neben dem Gastgeber, seinen Verwandten, Freunden und Bediensteten, auch ein Politiker, eine Filmkritikerin und eine Galerieinhaberin. Nur wenige sind sich untereinander vertraut, sodass ihr Zusammentreffen höchst spannend und deswegen von vielerlei Wendungen geprägt ist. Wie in Agatha Christies Krimis gibt es auch in dieser Geschichte eine zusammengewürfelte Gesellschaft, die mit einem Mord aus den eigenen Reihen konfrontiert wird. Jede von Duncans Figuren wird von dem Hobbydetektiv Tremaine genauestens unter die Lupe genommen und nach seinem Motiv und seiner Gelegenheit zum Mord abgeklopft. Ich fand es wahnsinnig spannend und amüsant zu sehen, wie die einzelnen Geschichten der Figuren ineinandergreifen, sich widersprechen oder sogar Lügen aufdecken.

Während wohltuende Wärme in seine Knochen sickerte, spürte Tremaine, wie sich seine Lebensgeister erholten. So sah die Welt in Wirklichkeit aus: Er war in Gemeinschaft mit anderen Menschen und das weihnachtliche Licht schien milde. (S. 43)

Das Setting in Cozy Mystery-Storys ist meist ein abgeschiedener Ort, ein Herrenhaus, eine Burg, ein eingeschneites Hotel usw. Das britische Landgut in Ein Mord zu Weihnachten entspricht damit voll und ganz dem Genre und bietet einen geheimnisvollen Schauplatz, der sich ideal für einen Mord in feiner Gesellschaft eignet. Mir hat die Beschreibung des Landhauses mit seinen Ländereien, dem Eingangstor, den vielen Zimmern und Hallen besonders gut gefallen. Jeder Gast hat im Haus ein eigenes Zimmer und findet sich zum Weihnachtsabend im Saal ein, der mit einem prächtigen Weihnachtsbaum geschmückt ist. Durch die eindringliche Beobachtungsgabe des Hobbydetektives Tremaine, erhält man als Leser eine detailierte Beschreibung der Umgebung und des Geschehens. Man kann den Kamin förmlich knistern hören und glaubt den leisen Tischgesprächen der Gäste zu lauschen.

Sie wusste ja nicht, dass Mordecai Tremaines Verstand bereits kühl und wie eine Maschine arbeitete, dass er sich einen nach dem anderen vornahm und versuchte, jeweils das Verhalten und die Erscheinung im Gedächtnis zu behalten, dass er versuchte ihre Gedanken zu ergründen – um schließlich aus seinen  Beobachtungen gewissen Schlüsse zu ziehen. (S. 134)

Der Schreibstil von Francis Duncan erinnert wie die Handlungan den v on Agatha Christie. Eindrücklich und sehr lebhaft beschreibt der Autor die Beobachtungsgabe des Protagonisten, entwirft einprägsame Dialoge und weiß genau, wie Spannung in Szenen aufgebaut werden muss. Die förmliche Sprache erinnert an die der 50er Jahre und trägt zur besonderen Atmosphäre des Krimis bei.

Fazit & Bewertung

Ein Mord zu Weihnachten gehört ab sofort definitiv zu meinen Lieblingsbüchern. Der Krimi im Stil von Agatha Christie ist wunderbar gemütlich, verspricht ein tolles Setting und Figuren, die durch ihre interessante Persönlichkeit der Handlung ihre besondere Note verpassen. Mich konnte der Krimi wunderbar unterhalten und gleichzeitig in weihnachtliche Stimmung versetzen. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und trotzdem den Glanz der Weihnacht behält.

Eure


Bibliographie

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Francis Duncan: Ein Mord zu Weihnachten*

Verlag: DuMont

Erscheinungstermin: 12.10.2017

ISBN: 978-3-8321-9864-0

Seiten: 336

Preis: 15,00 €

 

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5 Kommentare zu „„Ein Mord zu Weihnachten“ von Francis Duncan

  1. Guten Morgen! Da mein erster Weihnachtstag gaaanz gemütlich beginnt, habe ich Zeit um bei dir vorbeizuschauen und was soll ich sagen, ein Buch für meine Wunschliste! Klingt nach einem gemütlichen Krimi für die nächsten Weihnachten ;)

    Liebe Grüße & frohe Weihnachten!

    1. Liebe Janna,
      ich hoffe du hattest schöne Feiertage?
      das ist ja lieb von dir, dass du vorbeischaust! Fürs nächste Jahr kann ich dir den Krimi auf jeden Fall sehr empfehlen, aber auch für die nächsten Wochen :) Ich selbst lese in den nächsten Tagen auch noch ein paar Weihnachtsbücher, weil ich die schöne Zeit noch nicht gehen lassen will :)
      Liebe Grüße und guten Rutsch ins neue Jahr!
      Svenja

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