Rezension

„Minus Drei und die wilde Lucy – Das Große Dunkel“ von Ute Krause

Liebe Kinderbuchliebhaber,

in ihrem neusten Kinderbuch Minus Drei und die wilde Lucy – Das Große Dunkel lässt Ute Krause große Kinderängste auf einmal ganz klein werden. Der Dino Minus hat nämlich Angst vor der Dunkelheit und genauso große Angst vor seinen Mitschülern, die ihn ärgern und piesacken. Aber Minus ist nicht alleine, denn seine kleine Lucy zeigt ihm, dass es nur Mut braucht, um seine Ängste zu überwinden.

Inhalt

Minus hat Angst vor dem Großen Dunkel, dass jede Nacht über Farnheim hereinbricht. Bevor er einschlafen kann, muss Minus deswegen unter seinem Bett, hinter den Gardinen und im Schrank nachsehen, ob sich dort nichts Riesiges und Blutrünstiges versteckt. Aber nicht nur des nachts hat Minus Angst, auch tagsüber quält ihn die Furcht vor seinen beiden neuen Mitschülern, die ihn ärgern und immer vor der Schule auf ihn lauern. Zum Glück hat Minus noch seine Lucy, die mutig ist und sich vor nichts fürchtet. Als Minus für seine Eltern abends auf den Laden aufpassen muss, ist Lucy aber plötzlich verschwunden und draußen wird es immer dunkler…

Meine Meinung

Ich bin ein sehr großer Fan von Ute Krauses Kinderbüchern! Viele ihrer Geschichten behandeln Probleme, die Kinder in der Realität beschäftigen und Lebenssituationen, in denen sie sich wiederfinden. Schon die ersten Bände der Reihe Der große Vulkan-Wettkampf und Minus reißt aus haben mich begeistert. Von Minus Drei und die wilde Lucy – Das Große Dunkel habe ich mir daher nicht weniger als wieder ein grandioses Kinderbuch versprochen, dass ich wieder sehr gerne besprechen und für alle Kinder ab vier Jahren empfehlen möchte.

Schon beim Aufschlagen des Buches findet man sich in Minus‘ Welt wieder, denn ein Lageplan zeigt alle Häuser von Minus Steinzeitdorf Farnheim. Für Kinder ist es toll hier nachschlagen zu können, welche Wege Minus nimmt, um zur Schule zu kommen, wo der Laden seiner Eltern ist und wo sich die Vulkanberge befinden, die in der Geschichte noch eine große Rolle spielen werden. Es lohnt sich also hier schon Ute Krauses wunderbare Illustrationen hervorzuheben, die das gesamte Buch zu einem kleinen Kunstwerk machen und die mit viel Liebe zum Detail gestaltet sind. Ich finde Kinderbuchillustrationen, die vom Autor selbst stammen, besonders schön, denn man merkt ihnen die besondere Vorstellungskraft des Autors an (oder zumindest bilde ich mir das ein).

Das Problem mit Minus war nicht die Dunkelheit an sich, sondern die Tatsache, dass man sich im Dunkeln so einiges einbildete. (S. 11)

Minus‘ Angst vor dem Großen Dunkel der Nacht fand ich wahnsinnig süß, aber natürlich auch sehr realistisch. Wer hat früher nicht einen Spaltbreit die Türe des Zimmers offen gelassen, damit ein Streifen Licht beim Einschlafen zu sehen war? In der Steinzeit ist das mit dem Licht ja noch so eine Sache, denn wenn die Sonne untergeht ist es in Farnheim stockdunkel. Tagsüber denkt Minus dann aber weniger an seine Furcht vor der Nacht, sondern mehr an die blöden Mitschüler, die ihm das Leben schwer machen. Interessant fand ich hier, dass Minus sich niemanden, auch nicht seinen Eltern anvertraut, aber er hat ja sein Haustier, den kleinen Steinzeitmenschen Lucy, die mitbekommt, wie Minus gehänselt wird. Lucy ist schon in den ersten beiden Bänden der Minus Drei und die wilde Lucy-Reihe wie ein furchtloser Saurier und beschützt Minus wo und wann sie kann. Ihre Figur finde ich klasse, denn sie bringt auch gehörigen Witz in die Geschichte.

Lucy knurrte und diesmal klang sie wie ihr Freund T.R., der Tyrannosaurus Rex. (S. 16)

Was mir auch besonders gut gefallen hat und was auch hinsichtlich der jungen Lesergruppe der Bücher sehr schön umgesetzt wird, ist die Verantwortung, die Minus von seinen Eltern übertragen bekommt, weil er sich in der Schule im Rechnen verbessert hat. Er darf ihren Gemüseladen Scharf & Feurig hüten und muss dafür Muscheln zählen und abkassieren. Turbulenzen sind natürlich vorprogrammiert, aber Minus beweist Mut und Verantwortungsbewusstsein und ist deswegen nicht nur ein Vorbild für junge Leser, sondern ihr Held, auch trotz seiner Ängste.

Minus versuchte, nicht an das Große Dunkel und all das, was daran lauern könnte, zu denken. Aber gerade weil er nicht daran denken wollte, dachte er natürlich daran, und seine Beine wurden immer schwerer und sein Herz klopfte immer heftiger. (S. 51)

Die Steinzeitwelt in Minus Drei und die wilde Lucy finde ich als erwachsene Leserin immer wieder sehr behaglich, denn trotz des kindgerechten Schreibstils von Ute Krause, sind ihre Beschreibungen von Farnheim und der Umgebung so aussagekräftig, dass man sich das Leben des kleinen Dinos sehr genau vorstellen kann. Sprachlich schafft Ute Krause es wie immer in einfachen Sätzen eine besondere Stimmung zu transportieren, die man nur schwer wieder loslassen möchte.

Fazit & Bewertung

Mir hat Minus Drei und die wilde Lucy – Das Große Dunkel wie schon die beiden ersten Bände der Reihe richtig gut gefallen! Ute Krause hat ein tolles Gespür für spannende Geschichten, die ihre jungen Leser ansprechen und fesseln können. Besonders gut hat mir ihr Umgang mit dem Thema Kinderängste gefallen, denn sie zeigt, dass jede Angst überwunden werden kann und dafür Mut und der Beistand guter Freund ausreichen können. Eine Geschichte, die wunderbar einfühlsam ist und zugleich mit viel Witz den jungen Leser in ihren Bann zieht.

Eure


Ute Krause: Minus Drei & die Wilde Lucy – Das große Dunkel

Altersempfehlung: Ab 4 Jahren

Verlag: cbj

Erscheinungsdatum: 24.07.2017

ISBN: 978-3570173459

Seiten:  80

 

 

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9 Kommentare zu „„Minus Drei und die wilde Lucy – Das Große Dunkel“ von Ute Krause

  1. Das klingt süß 🙂

    Zu dem Ich und mein Blog Beitrag, weil ich da scheinbar nicht kommentieren kann:

    Hey!
    Toller Beitrag ❤
    Ich habe früher auch immer bergeweise Bücher aus der Bücherei nach Hause geschleppt. Meine Mutti hat die Krise bekommen, haha. 😀

    Das mit den Rezensionen ist mir auch schon aufgefallen. Und so schrille, unübersichtliche Blogs sprechen mich auch null an, da ergreife ich die Flucht.

    Freue mich schon wahnsinnig auf die FBM ❤
    Das ist immer ein bisschen wie ein Feriencamp.

    Oh, vielen Dank fürs Erwähnen bei den Lieblingsblogs! Ich fühle mich geehrt 🙂

    Liebe Grüße,
    Nicci

  2. Ohhhh jaaa wir haben Minus drei und die wilde Lucy auch geschenkt bekommen!
    Wirklich ein absolut süßes Buch!

    Dein Blog gefaellt mir suoer gut ich werde dich spaeter gleich mal auf die Leseliste setzen!

    1. Hey! Ich finde die Reihe auch klasse! Wie haben dir denn die Illustrationen gefallen? Ich finde sie toll, deswegen hole ich mir inzwischen eigentlich jedes Buch von Ute Krause. Auch „Die Musketiere“ ist klasse. Kennst du das auch? Und danke dir für dein Kompliment 🙂 Bei dir schaue ich auch auf jeden Fall mal vorbei!
      Liebe Grüße
      Svenja

      1. Ich oder besser gesagt meine Tochter und ich fanden die Illustrationen total süß gemacht 🙂 Es war bisher mein erstes Buch von Ute Krause, kannte sie vorher nicht. Habe es zufällig von einem Gast auf der Arbeit geschenkt bekommen, da sie gegenüber im Hugendubel arbeitet und meinte „Mensch das Buch das darf ich gerade Lesen und das ist ja so liebevoll das wäre doch was für deine Tochter! Wenn du magst schenke ich es ihr?“ wird garantiert nicht das letzt sein!
        Ich freue mich wenn du mich auch mal auf meinem Blog besuchst 🙂 Die Kategorie „Kinderbücher“ werden wir nach dem aktuellen Buch was wir gerade Lesen auch mit aufnehmen!

      2. Das wäre toll, wenn du deine Kategorie „Kinderbücher“ noch ausbaust, dann können wir uns gegenseitig Tipps geben 🙂 Ich freu emich so, dass du auch von Ute Krause begeistert bist und hoffe, dass du noch vieles von ihr mit deiner Tochter lesen wirst 🙂
        Liebe Grüße
        Svenja

  3. Na das Buch kommt doch dann mal direkt auf meine WuLi – die Tochter ist zwar zu alt und meine Kidz auf der Arbeit zu Jung – aber dann sind da doch ab und wann die wirklich ‚plietschen‘ Kinder, mit denen man das Buch betrachten kann und je nachdem auch vorlesen!

    Gute Nacht 😉
    Janna

    1. Liebe Janna,
      Oh ich kann es dir die Bücher von Ute Krause eigentlich für Kinder allen Alters empfehlen, den das Thema und die Lehre, die die kleinen Beiden ziehen sind für große und kleine gleichsam wichtig.Du kannst mir ja mal berichten, wie die Bücher angekommen sind.
      Liebe Grüße
      Svenja

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