Rezension

„Für dich soll’s tausend Tode regnen“ von Anna Pfeffer

Hey ihr Lieben!

Habt ihr Lust auf einen Jugendroman, der so schwarz ist wie der Tod persönlich? Dann ist Für dich soll’s tausend Tode regnen von Anna Pfeffer genau das Richtige für euch! Eine humorvolle Geschichte über die Außenseiterin Emi, die ihren Mitmenschen gedanklich gerne den Tod an den Hals wünscht. Aber passt auf, sonst erwischt es euch auch!

Inhalt

Seitdem Emi mit ihrem Vater und ihrem Bruder nach Hamburg ziehen musste, ist alles furchtbar! Die Neue ihres Vaters macht einen auf Stiefmutter, in der neuen Schulklasse sind alle blöd und ihr Bruder ist unausstehlich wie nie. Zu allem Überfluss legt Emi sich mit Erik an, dem Schwarm aller Mädchen und Möchtegern-Schönling der Schule. In Gedanken verpasst sie Erik eine Todesart, wie allen, die ihr auf die Nerven gehen, denn Emi liebt es skurrile Todesmeldungen aus aller Welt zu sammeln und sie in ein eigens dafür vorgesehenes schwarzes Buch zu kleben. Als sich Erik und Emi während des Chemieunterrichts streiten, geht ein Experiment schief und es knallt gewaltig. Beide bekommen zur Strafe die Aufgabe, jeden Samstag Graffiti von Wänden zu schrubben. Weil Emi auf die zusätzliche Gesellschaft von Erik keine Lust hat, schlägt sie ihm eine Challenge vor: Abwechselnd stellen sie sich gegenseitig gemeine Mutproben, die innerhalb von 12 Stunden erledigt werden müssen. Sobald einer versagt, muss der Putzdienst vom Verlierer übernommen werden. Je länger sich Emil und Erik einander fertig machen, desto mehr merkt Emi, dass Erik vielleicht doch nicht so nervig ist, wie sie dachte.

Meine Meinung

Für dich soll’s tausend Tode regnen ist der erste Jugendroman des Autorenteams Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, veröffentlicht unter dem Pseudonym Anna Pfeffer. Von der ersten bis zur letzten Seite des Romans hat mich die lockere und humorvolle Erzählweise der beiden Autorinnen so sehr amüsiert, dass ich die Geschichte innerhalb weniger Stunden beendet hatte und am liebsten sofort wieder von vorne begonnen hätte.

Mit Emi hat sich das Autorenteam eine ganz besondere Protagonistin für ihre Geschichte ausgedacht, denn Emi interessiert sich mehr für den Tod als für das Leben und liebt es ungewöhnliche Todesanzeigen und -mitteilungen in ihrem schwarzen Buch zu sammeln. Ihre besondere Eigenart und Vorliebe macht Emi als Romanfigur für den Leser sehr interessant. Sie ist nicht das klischeehafte schüchterne Mädchen von nebenan, sondern eine rebellierende, starke Persönlichkeit, die es in sich hat. Wenn Emi loslegt, dann können die Fetzen fliegen und nicht selten verletzt sie dabei die Menschen. Emis extreme Persönlichkeit beschert ihr nicht unbedingt viele Freunde und macht sie an ihrer neuen Schule in Hamburg sofort zur Außenseiterin. Aber mit wem könnte man sich als Leser nicht besser identifizieren, als mit einem Außenseiter?

Der Tod schien mir so viel interessanter als das Leben hier in dieser beschissenen Stadt – wenn man das überhaupt Leben nennen konnte. (S. 18)

Doch wenn ihr nun glaubt, Emi wäre aufgrund ihrer Todesphantasien eine schlechtgelaunte und negative Protagonistin im Gegenteil! Emis Gedanken sind witzig und ihre ausgedachten Todesarten äußerst erfinderisch und komisch. Ob Todesstürze, Krankheiten, Morde oder Vergiftungen – Emi rächt sich mit ihrer Fantasie, was ich erstaunlich erfrischend und erheiternd fand, denn die Vorstellung von einer Rache per Gedankenübertragung ist verlockend! Aber nicht nur Emi ist ein Sonderling, auch Erik, ihr unfreiwilliger Tischnachbar, ist das Gegenteil einer Frohnatur. Als Sohn eines vermeintlichen Mörders wird er gefürchtet und bewundert zugleich und scheint genau die Person zu sein, die Emi gerade gar nicht in ihrem chaotischen Leben brauchen kann.

Ich wollte mir nicht überlegen, ob er gut aussah, denn seine Stimme klang kalt und trug eine Überheblichkeit in sich, die ich zum Kotzen fand. (S. 23)

Erik ist unnahbar und geheimnisvoll. Seine Figur fand ich besonders spannend, denn weder Emi, noch der Leser erfährt viel über seine unergründliche Wesensart. Als sich eine Art Challenge zwischen Erik und Emi entspinnt, bei der sie sich abwechselnd Mutproben stellen, habe ich jedes Mal ungeduldig die Steigerung des Schwierigkeitsgrads der Aufgabe erwartet und mich gefragt, wer von beiden letztendlich den anderen am meisten blamieren wird. Obwohl sich beide zu Beginn abgrundtief hassen (Emi hat sämtliche Todesarten für Erik in petto), kommen sie sich zwangsläufig näher.

Ich atmete tief durch und ließ das Gefühl der Macht durch meine Adern fließen. Es fühlte sich verdammt gut an, und ich konnte nachvollziehen, wie Lord Voldemort, Darth Vader und Sauron sich fühlten […]. (S. 152)

Für dich soll’s tausend Tode regnen erzählt die glaubwürdige Geschichte zweier ungewöhnlicher Teenager, die letztendlich gar nicht so sonderbar sind, wie sie glauben. Mit zahlreichen witzige Wendungen macht die Handlung durchweg Spaß und als Leser ist man am Ende der Geschichte einfach froh, dabei gewesen zu sein! Dass ich die Geschichte so grandios fand, lag auch an dem lockeren und dynamischen Schreibstil der Autorinnen, der mich nur so durch die Geschichte hat fliegen lassen. Witzige Anmerkungen und Todesverwünschungen werden immer wieder in den Text eingelassen und garantieren ein einzigartiges Leseerlebnis!

Fazit & Bewertung

Mich konnte Für dich soll’s tausend Tode regnen von Anna Pfeffer begeistern! Eine Geschichte, die mit ihren ungewöhnlichen Protagonisten und witzigen Pointen eine einzigartige und komische Atmosphäre schafft, der man nach der letzten Seite nur schwer entfliehen möchte. Lest dieses Buch!


Bibliographie

Anna Pfeffer: Für dich soll’s tausend Tode regnen

Altersempfehlung: Ab 12 Jahren

Verlag: cbj

Erscheinungsdatum: 12.09.2016

ISBN: 978-3-570-17155-4

Seiten: 320

 

 

Habt ihr das Buch schon gelesen? Wie hat es euch gefallen?

 

 

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10 Kommentare zu „„Für dich soll’s tausend Tode regnen“ von Anna Pfeffer

  1. Ich fand das Buch unheimlich gut und es hat mir genauso viel Spaß gemacht wie Dir! Tolle Rezension übrigens! Da würde ich am liebsten meine gleich wieder umschrieben. Du hast Emi und Erik für mich sehr gut getroffen! ganz toll! Ich möchte die gerne verlinken!

    1. Hey 🙂
      J,a mir hat das Buch auch jede Menge Spaß gemacht und vielen Dank für das Kompliment! Im Moment lese ich von beiden Autorinnen „Flo oder der Tag an dem die Maus verrutschte“. Die Geschichte ist auch nett, aber eher für ein jüngeres Publikum. Die Rezension werde ich in der kommenden Woche hochladen 🙂
      Liebe Grüße
      Svenja

  2. Hallo,

    Mir wurde das Buch schon vorgeschlagen, aber ich dachte es wäre ein Thriller 😊 aber so wie du es beschreibst, könnte es mir auch gefallen. Danke für die schöne Rezension ! Es wandert gleich auf meine Wuli.

    LG Sonja Béland
    #litnetzwerk

    1. Liebe Sonja!
      Schön, dass du mich über das #litnetzwerk gefunden hast 🙂 „Für dich soll’s tausend Tode regnen“ ist das Gegenteil eines Thrillers. Ein Jugendroman mit Witz über eine ungewöhnliche Freundschaft mit einer Prise Liebe 🙂
      Morgen starte ich meinen Gegenbesuch bei dir!
      Liebe Grüße
      Svenja

  3. Liebe Svenja,
    Von dem Buch habe ich schon so viel Gutes gehört und es steht schon ewig auf meiner Wunschliste. Bis jetzt ist es aber noch immer nicht bei mir eingezogen. Gut, dass du mich wieder an das Buch erinnerst. Und durch deine positive Meinung bin ich jetzt auch noch mal darin bestärkt, mir das Buch endlich mal zu besorgen. Danke 🙂
    Liebe Grüße, Julia

    1. Hey Julia!
      Das ist ja schön und es freut mich, dass ich dich an das Buch erinnert habe:) Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß, solltest du es lesen!
      Liebe Grüße
      Svenja

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