Rezension

„The Wonderful Wizard of Oz“ von L. Frank Baum

Hey zusammen!

Wer kennt ihn nicht, den Kinderbuchklassiker „The Wonderful Wizard of Oz“. Ob als Film, Musical oder Buch, nahezu jeder ist schon einmal mit der Geschichte um die kleine Dorothy und ihrer Reise in die grüne Smaragdstadt zum großen Zauberer Oz in Berührung gekommen. L. Frank Baum hat mit seinem um 1900 erschienenen Kinderbuch ein Werk erschaffen, das Kinder wie Erwachsene bis heute verzaubert. Eine zeitlose Geschichte über die Suche nach scheinbar verlorenen Charaktereigenschaften, deren Existenz ein jeder Mensch im Leben einmal anzweifelt.

Inhalt

Dorothy lebt mit ihrer Tante, ihrem Onkel und dem Hund Toto in Kansas. Als ein schlimmer Wirbelsturm aufkommt, schafft Dorothy es nicht mehr rechtzeitig in den Sturmkeller und wird gemeinsam mit dem Haus vom Wind erfasst und davon geweht. Plötzlich findet sich Dorothy im Land der Munchkins wieder, deren Bewohner ihr gemeinsam mit der guten Hexe des Nordens dafür danken, dass die böse Hexe des Ostens durch ihr herabfallendes Haus erschlagen wurde. Um den Weg nach Hause zurückzufinden, rät die gute Hexe ihr, den großen Zauberer Oz in der grünen Smaragdstadt aufzusuchen und ihn um Hilfe zu bitten. Dorothy trifft auf eine Vogelscheuche, einen Zinnmann und einen Löwen, welche sich mit ihr auf die gefährliche Reise zu Oz begeben.

Meine Meinung

Der Film Der Zauberer von Oz hat mich schon in Kindertagen fasziniert. Als ich dann vor einigen Jahren die grandiose Musical-Inszenierung Wicked erleben durfte, welche die Geschichte der guten und bösen Hexe neu erzählt, wollte ich unbedingt im Vergleich den Klassiker in Originalsprache lesen. Auch als Buch hat die Geschichte für mich ihren Reiz bewahren können und hat mich einmal mehr in das phantastische Land von Oz entführt.

Die Geschichte versetzt den Leser von der grauen, vertrockneten Einöde Kansas in das farbenfrohe und prächtige Munchkinland, in dem der große Zauberer Oz mit seinen enormen Kräften über alle Lebewesen herrscht.

The cyclone had set the house down, very gently – for a cyclone – in the midst of a country of marvellous beauty. (S. 15)

Dorothys Weg durch das Munchkinland ist voller Gefahren und jenseits des gelben Steinwegs ist nur Böses zu erwarten. Die prächtige Smaragdstadt des Zauberers hingegen beherbergt das Gute, aber ihr Glanz offenbart sich nur, wenn ihre Besucher spezielle Brillen tragen, die alles Smaragdfarben erscheinen lässt. Vom Setting des Buches bin ich seit jeher begeistert, denn die Schönheit der Smaragdstadt entschädigt für die teilweise langatmige Reise der Gefährten zum Zauberer von Oz.

Neben dem hervorragenden Setting überzeugt die Geschichte auch durch phantasievolle Wesen und herzerwärmende Protagonisten, die den Leser mit auf die Reise durch das Munchkinland nehmen. Zwar sind hier nicht alle Wesen gut, doch Dorothys Begrüßungskomitee, die gute Hexe des Nordens und die Munchkins, lassen auf weitere freundliche Bewohner des Landes hoffen. Schnell trifft Dorothy auf hervorragende Weggefährten, die ihr aus verschiedenen Grünen auf der Reise zum großen Zauberer Oz, Gesellschaft leisten möchten. Die Vogelscheuche, die Dorothy von einem Kornfeld rettet, möchte von Oz Hirn erbitten, um nicht länger ein Dummkopf zu sein. Ihr zweiter Begleiter, ein furchtsamer Löwe, will Oz um mehr Courage bitten und der Zinnmann, der vollkommen aus Metall besteht, wünscht sich ein Herz, damit er seinen Gefühlen Ausdruck verleihen kann.

‚While I was in love I was the happiest man on earth; but no one can love who has not a heart, and so I am resolved to ask Oz to give me one.‘ (S. 39)

Die Hauptfiguren der Geschichte sind mit großer Sorgfalt und liebevollen (bzw. angeblich fehlenden) Eigenschaften ausgestattet, was der Grund ist, weshalb ich jede einzelne von ihnen schon als Kind ins Herz geschlossen habe. So ist die Vogelscheuche diejenige mit spontanen Einfällen, der Zinnmann bricht ständig in Tränen aus und der Löwe flößt angreifenden Kreaturen mit seinem Gebrüll solche Angst ein, dass sie Reißaus nehmen. Daneben ist der große Zauberer Oz für mich seit jeher eine der geheimnisvollsten Figuren in der klassischen Kinderliteratur. Alle Bewohner des Munchkinlandes scheinen den mysteriösen Oz als Herrscher anzuerkennen, obwohl ihn noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat. Diese Beschreibung alleine reicht aus, um die Fantasie des Lesers anzuregen und ihn erwartungsvoll auf die Ankunft in der grünen Smaragdstadt hin fiebern zu lassen.

‚You see, Oz is a great Wizard, and can take on any form he wishes. So that some say he looks like a bird; and some say he looks like an elephant; and some say he looks like a cat.‘ (S. 67)

Der Handlungsverlauf der Geschichte ist äußerst abwechslungsreich, denn Dorothy und ihre Freunde müssen verschiedenste Gefahren überwinden, werden von Wölfen, Krähen, Bienen, Soldaten und geflügelten Affen angegriffen, bevor sie die Forderungen des großen Zauberers Oz ausführen können. Dennoch waren einige Passagen der Geschichte mangels Dialoge sehr langatmig, bis zu dem Punkt, an dem die Spannung durch das Aufkommen einer neuen Gefahr für die vier Reisenden wieder anstieg.

L. Frank Baums klare Sprache und seine lebhaften Schilderungen der fantastischen Welt des Munchkinlandes und seiner Bewohner, machen das Lesen des Buches zu einem Erlebnis. Meiner Meinung nach, ist die Geschichte in Originalsprache noch um einiges wohlklingender und magischer, als die deutsche Übersetzung.

Fazit & Bewertung

The Wonderful Wizard of Oz hat mich wieder darin bestätigt, dass es sich lohnt, alte Märchen und Geschichten immer wieder ins Gedächtnis eines jeden Geschichtenliebhabers zu rufen. The Wonderful Wizard of Oz beinhaltet Spannung und Abenteuer gepaart mit phantastischen Elementen in einer scheinbar einem Traum entnommenen Welt. Dorothys Reise zur grünen Smaragdstadt ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich, denn jeder sollte ab und zu einmal daran erinnert werden, dass Schlauheit, Mut und die Stärke Gefühle zu zeigen, in jedem von uns vorhanden sind, egal wie sehr wir oft daran zweifeln.


Bibliographie

L. Frank Baum: The Wonderful Wizard of Oz

Verlag: Penguin Books

Sprache: Englisch

Erscheinungsdatum: 1995

ISBN: 978-0-140621679

Seiten: 153

 

 

Ist für euch „The Wonderful Wizard of Oz“ ein Klassiker, den man gelesen haben muss?

 

 

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5 Kommentare zu „„The Wonderful Wizard of Oz“ von L. Frank Baum

  1. Ich liebe diese Geschichte und habe mir vor langer Zeit mal den Originalfilm gekauft…es ist einfach eine schöne Story, mit viel Gefühl und Witz 🙂

    1. Ja das stimmt 🙂 Der Film ist inzwischen so retro und einfach schön!! 🙂 Das Buch hält noch ein paar Szenen bereit, die nicht filmisch umgesetzt wurden, aber generell ist der Film sehr nah am Buch.
      Liebe Grüße
      Svenja

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