Rezension

„Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger“ von Sabine Städing

Huhu zusammen!

Ich habe das vergangene Wochenende das erste Mal an der #leseparty teilgenommen! Die über Twitter und Facebook organisierte jährliche Veranstaltung, ist für alle Bücherwürmer, die nicht zur Leipziger Buchmesse fahren können, sich aber während der Messetage trotzdem gerne mit gleichgesinnten Lesewütigen über Bücher austauschen. „Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger“ von Sabine Städing ist eins der Bücher, die ich während der #leseparty verschlungen habe. Der Leser wird in die nebelverhangenen Highlands Schottlands entführt und begibt sich gemeinsam mit dem jungen Johnny Sinclair auf die Jagd nach paranormalen Phänomenen: Geistern!

Inhalt

Johnny ist sich sicher: Der mysteriöse Tod von Mr Hopkins, der beim Aufdrehen der Turmuhr in die Tiefe stürzte, kann kein Unfall gewesen sein! Dahinter stecken bestimmt die Burggespenster, die seit einiger Zeit auf Greyman Castle ihr Unwesen treiben. Leider ist Johnny der Einzige, der sie sehen kann! Als er dann auch noch einen sprechenden Schädel im Moor findet, der ihm Tipps für die Gespensterjagd gibt, weiß Johnny, dass er etwas gegen die ungebetenen Gäste auf seiner Burg unternehmen muss. Gemeinsam mit seinem besten Freund Russel und mit allerlei Gespensterausrüstung ausgestattet, stürzt sich Johnny in den Kampf.

Meine Meinung

Der Schriftzug des Titels und das Cover von „Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger“ erinnert sofort an die bekannte Heftromanserie „John Sinclair“ von Jason Dark. Tatsächlich handelt es sich um den ersten Band einer geplanten Kinderbuchreihe, die an die bestehende Gruselserie angelehnt ist. Der Titelheld Johnny ist ein Fan des berühmten Geisterjägers von Scotland Yard und eifert seinem Vorbild nach. Da ich die „John Sinclair“-Reihe selbst nicht gelesen habe, war ich vollkommen unvoreingenommen und habe mich von der Geschichte überraschen lassen.

Wie immer, liebe ich es, wenn das Setting der Geschichte schon von Beginn an dunkel und schaurig anmutet und genauso ist es mir auch diesmal ergangen. Johnny lebt in Schottland auf Greyman Castle, einer Burg, die schon lange im Familienbesitz der Sinclairs ist und derzeit nur von ihrem jüngsten Spross und der Haushälterin Cécile bewohnt wird.

„Und…gibt es noch andere Geister auf der Burg?“ „Sicher. Geschichten gibt es viele. Aber ich würde meine Hand für die Echtheit nicht ins Feuer legen.“ (S.42)

Besonders toll ist, dass die Burg, das Moor und das angrenzende Dorf im Buchdeckel auf einer Karte abgebildet sind, sodass man sich die Lage von Johnnys schaurigem Zuhause sehr gut vorstellen kann. Schleichende Kälte, bewegliche Schatten und dunkle Gänge warten zusätzlich im Inneren der Burg und versetzen einen sofort in eine angenehm gespenstische Stimmung.

Leider war ich aber gleich zu Beginn der Geschichte etwas irritiert: Schon nach wenigen Seiten tauchen die Burggespenster auf, die Johnny aber scheinbar bereits zuvor in den Gängen der Burg angetroffen hat. Für den Leser stimmiger und ansprechender wäre es gewesen, wenn Johnny die gruseligen Gestalten gemeinsam mit dem Leser entdeckt hätte, womit in meinen Augen ein spannenderer Einstieg gelungen wäre.

Die Einführung von Johnny als Protagonisten und die der Nebenfiguren hat mir dagegen aber wieder sehr gut gefallen. Trotz seiner Ängste, überwindet sich Johnny, den unheimlichen Phänomenen in dem alten Gemäuer der Burg auf den Grund zu gehen, wobei ihm sein treuer Freund Russel und der skurrile, besserwisserische Totenkopf Erasmus treu zur Seite stehen.

Er wusste nicht, was schlimmer war: draußen von wabernden Geistern erwartet zu werden oder die mumifizierte Pfote eines Hasen auf seiner Brust zu spüren. (S. 14)

Ziemlich lustig fand ich die Haushälterin Cécile, die als Mambo hellseherische Fähigkeiten besitzt, Johnny aber meistens unbrauchbare Tipps gegen die übernatürlichen Kräfte gibt. Dass Johnny bei Céciles Séancen für die gruseligen Effekte verantwortlich ist, fand ich wirklich witzig. Für mich hätte Cécile mit ihrer mystischen, aber gleichzeitig komischen Art, noch viel häufiger in der Geschichte vorkommen können oder sogar selbst mit auf Geisterjagd gehen können.

Es war seltsam, im Nebel zu wandern. So als wäre man der einzige Mensch auf der Welt. Alles um ihn herum war totenstill. (S. 60)

Die Handlung habe ich überwiegend aus der Sicht eines Kindes als aufregend und spannend empfunden. Auch der Schreibstil Städings hat mir sehr gut gefallen, war klar und verständlich formuliert, sodass auch jüngere Kinder beim Lesen keine Schwierigkeiten haben sollten. Ansprechend wird die Geschichte auch durch die im Cartoon-Stil gezeichneten schwarzweißen Illustrationen im Inneren. Leider blieben aber ein paar Fragen für mich unbeantwortet. So wurde zum Beispiel nicht geklärt, warum und von wem Mr Hopkins in den Tot gestoßen wurde. Vielleicht wird das aber in einer der Fortsetzungen noch einmal aufgegriffen.

Fazit & Bewertung

Das Buch hat alles, was ein zehnjähriges Kind fesselt: unheimliche Gemäuer, gruselige Gespenster, furchtlose Helden und treue Freunde. Der abrupte und in meinen Augen etwas holprige Einstieg ist zwar schade, aber angesichts der spannenden Story schnell vergessen. Städing ist in jedem Fall mit „Johnny Sinclair“ ein guter Auftakt einer vielversprechenden Gruselreihe gelungen, die in Zukunft garantiert noch viele junge Leser gewinnen wird.

Eure


Bibliographie

Sabine Städing: Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger

Altersempfehlung: Ab 10 Jahren

Verlag: Baumhaus

Erscheinungsdatum: 16.03.2017

ISBN: 978-3833904677

Seiten: 272

 

 

 

Was mögt ihr an Spukgeschichten besonders gerne?

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9 Kommentare zu „„Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger“ von Sabine Städing

  1. Hallihallo! Ich bin gerade über amazon zu dir vorgedrungen, da ich das Buch ebenfalls bewertet habe. Ich möchte dir nur sagen, dass ich deine Rezension sehr gelungen und noch dazu absolut treffend finde.
    Liebe Grüße
    Alex

    1. Liebe Betty!
      Ach, dankeschön 🙂 Ich habe tatsächlich ziemlich viel an Dekoration und ich finde aber, dass die Blumen immer schon den schönsten Teil des Bildes ausmachen :)!
      Liebe Grüße
      Svenja

  2. Ich habe gerade mal nach anderen Texten über John Sinclair gesucht und bin über deinen Text gestolpert. Ehrlich gesagt wusste ich von dieser Serie gar nichts, klingt aber nach etwas was meinem Neffen gefallen dürfte. Dann „freut“ sich meine Schwester auch, sie hat damals schon zuviel gekriegt, als ich im Alter ihres Neffen mit John Sinclair anfing. 😀

    1. Das freut mich! Ich glaube auch, dass Johnny Sinclair für die junge Generation ist, die dann vielleicht später zu John Sinclair wechselt 🙂 Auf jeden Fall war das Buch dem Alter angemessen und wirklich spanned!
      Liebe Grüße
      Svenja

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