Rezension

„Emma, der Faun und das vergessene Buch“ von Mechthild Gläser

Hallo liebe Bücherwürmer,

heute habe ich wieder ein besonders tolles Jugendbuch für euch! Mechthild Gläsers „Emma, der Faun und das vergessene Buch“ ist eine fantasievolle Geschichte über die Entdeckung eines verzauberten Buches, das auf einem Internat allerlei Unheil stiftet. Als Hommage an Jane Austens herausragende Werke der Literaturgeschichte, greift Gläser Erzählelemente und Figuren aus Austens Romanen auf und spinnt eine neue magische Geschichte voller Spannung und Abenteuer.

Inhalt

Emma stößt bei der Entrümpelung der Bibliothek ihres Internats auf ein altes Buch und glaubt, dass es sich um eine Art Chronik der Schule handelt. Doch das Buch ist verzaubert und alles was man hineinschreibt wird auf mysteriöse Weise wahr! Als Emma das herausfindet, will sie es zuerst dem unausstehlichen neuen Gast des Internats, Darcy de Winter, heimzahlen. Doch der ist aus einem besonderen Grund auf Stolzenburg, denn vor vier Jahren verschwand aus bisher ungeklärten Gründen seine Schwester Gina. Auf der Suche nach der Wahrheit kreuzen sich Emmas und Darcys Wege immer wieder und bald merken sie, dass sie nur gemeinsam dem Geheimnis des Buches und dem Verschwinden von Gina auf den Grund gehen können.

Meine Meinung

Nachdem ich erst vor Kurzem „Die Buchspringer“ von Mechthild Gläser gelesen habe und mich die Idee der Geschichte absolut begeistert hat, war ich umso gespannter auf ihr neues Jugendbuch „Emma, der Faun und das vergessene Buch“! Auch hier hat mich besonders gereizt, dass Gläser wieder ein literarisches Thema aufgreift und eine neue Geschichte entwirft, die dann Lust darauf macht, alle angesprochenen Werke ebenfalls zu lesen. Ich kann jetzt schon sagen, dass dieses Buch meine Lesehighlight des Monats ist – warum, erfahrt ihr jetzt.

Die gesamte Handlung der Geschichte spielt auf dem Internat Schloss Stolzenburg und den angrenzenden Ländereien, wozu auch die Ruine eines Klosters in einem Wald gehört. Das Schloss mit seinem ungenutzten Westflügel gibt der Geschichte von Anfang an eine besondere Atmosphäre, die mich sofort gepackt hat. Emma und ihre Freundinnen Charlotte und Hanne gründen einen Literaturclub und wo kann man den besser abhalten, als in einer ungenutzten, verstaubten Bibliothek?

Regale bedeckten die Wände vom Fußboden bis zur mit edlem Holz vertäfelten Decke. Selbst um die Fenster herum hatte man Borde angebracht und alle waren gefüllt mit alten, kostbar gebundenen Büchern. (S. 15)

Das Setting ist einfach großartig! Geheimgänge, knisternde Kamine, knarzende Türen, Fußspuren im Staub – Gläser gibt ihrer Geschichte gekonnt einen unheimlichen Hintergrund und schafft es so, den Leser in jede gruselige Ecke des Schlosses mitzunehmen.

Die Figuren der Geschichte haben mir besonders gut gefallen. Emma, die Protagonistin, ist Mittelstufensprecherin des Internats. Sie weiß genau was für ihre Schule das Beste ist und versucht mit Hilfe des magischen Buches Verbesserungen für die Schule zu bewirken, wobei sie aber ziemliches Chaos stiftet. Sie ist loyal, selbstbewusst, witzig und furchtlos zugleich, weshalb man sie als Heldin der Geschichte nur ins Herz schließen kann.

Nur ich konnte mein Leben in die Hand nehmen und das würde ich eben ab sofort tun. So einfach war das. Von nun an würde ich jemand sein, der die Dinge anging. (S. 19)

Natürlich liebe ich auch die an Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ angelegte Figur des Darcy de Winter. Als unausstehlicher Widerling ist er zunächst als Gegenspieler von Emma angelegt, dessen übellaunige Art ziemlich nervig ist und die Geschichte aufzuhalten scheint. Er ist aber die Figur, die innerhalb der Geschichte die größte Entwicklung durchmacht, sodass man ihn am Ende kaum mehr als das Ekelpaket vom Anfang wiedererkennt.

Der Handlungsverlauf der Geschichte an sich war richtig klasse! Schon ab dem ersten Kapitel habe ich die Geschichte mit dem Auffinden des mysteriösen Buches als wahnsinnig spannend empfunden und dass am Ende von jedem Kapitel ein Auszug aus dem Buch abgedruckt wurde, hat mich nur noch mehr in die Geschichte einfühlen und bei dem Abenteuer von Emma mitfiebern lassen.

Mit einem Mal lag ein Wispern in der Luft, ein Flüstern, so leise, dass ich es mehr fühlte, als hörte. Ein raschelndes Murmeln, ein Summen, das die Härchen auf meinem Armen zum Vibrieren brachte und beinahe nach einem Namen klang. Meinem Namen. (S. 22)

Abgesehen von der mitreißenden Story, liegt es auch an Gläsers Schreibstil, weshalb ich das Buch innerhalb kurzer Zeit durchgelesen habe. Angenehm einfach und präzise formulierte Sätze machen das Lesen angenehm und flüssig.

Fazit & Bewertung

„Emma, der Faun und das vergessene Buch“ hat mich umgehauen! Die phantasievolle Geschichte mit dem absolut tollen Buchcover, nimmt ab sofort einen Ehrenplatz auf meinen Bücherregal ein. Mit einer packenden Story, faszinierendem Setting und tiefgründigen Charakteren, hat Gläser mich für ihr Buch begeistert und ich hoffe, dass ich viele von euch ebenfalls davon überzeugen konnte. Also, auf zur Buchhandlung!


Bibliographie

Mechthild Gläser: Emma, der Faun und das vergessene Buch

Verlag: Loewe

Erscheinungsdatum: 13.02.2017

ISBN: 978-3785585122

Seiten: 416

Was sagt ihr zum Cover des Buches?

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4 Kommentare zu „„Emma, der Faun und das vergessene Buch“ von Mechthild Gläser

  1. Hey,

    eigentlich lese ich inzwischen kaum noch Jugend-Fantasy, du hast mich gerade aber unheimlich neugierig auf das Buch gemacht. Den Titel hab ich auf meine Merkliste gesetzt und werde in der Bibliothek mal danach schauen.

    Liebe Grüße
    Julia

    1. Hey Julia,
      das freut mich! Mir gefallen Mechthilds Gläsers Ideen für ihre Geschichten bisher sehr gut. Ich mag es, wenn Autoren in ihren Texten auf andere Literatur verweisen und damit vielleicht wieder mehr Leser für die Werke begeistern können, wie hier für Jane Austens Werke. Du kannst mir gerne berichten, wie es dir gefallen hat!
      Liebe Grüße
      Svenja

  2. Hey Svenja,

    was für eine schöne Rezension! Ich tigere schon länger um dieses Buch herum und du hast mir jetzt noch mehr Leselust darauf gemacht. Normalerweise mag ich Internatsgeschichten nicht so gern, aber die Buchspringer konnten mich auch schon begeistern.

    LG, Kathi

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