Rezension

„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ von J.K. Rowling

Liebe Harry Potter-Fans!

Eine neue Ära der Magie ist angebrochen! „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ist nach dem erfolgreichen Kinofilm endlich auch als Drehbuch erhältlich. Die Geschichte über Newts Suche nach seinen Tierwesen spielt 50 Jahre vor Harry Potter und ist damit eine eigenständige Geschichte über die Zaubererwelt in Amerika. Die grandiose Erzählkünstlerin J.K. Rowling schafft es eine neue abenteuerliche Geschichte über Zauberei und Freundschaft in der uns so beliebten magischen Welt zu erschaffen. Lesevergnügen pur!

Inhalt

Newt Scamander, Naturforscher und Magiezoologe, reist auf der Suche nach phantastischen Tierwesen rund um die Welt. Bevor er nach England zurückkehrt, wo er sein Buch über Tierwesen veröffentlichen möchte, macht er noch Halt in New York. Doch sein Aufenthalt dauert länger als geplant, denn einige seiner Tierwesen sind aus seinem Koffer entkommen! Eine Spur der Verwüstung durchzieht die Stadt und Newt macht sich mit dem No-Maj (in England auch Muggel genannt) Jacob Kowalski,  auf die Suche nach seinen entflohenen Tierwesen. Dabei ist ihnen die Mitarbeiterin der MACUSA (Magischer Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika) Tina Goldstein hart auf den Fersen und will unbedingt verhindern, dass Newt das Geheimnis der Zaubererschaft durch seine Tierwesen gefährdet.

Meine Meinung

Natürlich habe ich „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ im Kino gesehen und ich war wie so viele absolut begeistert von der Story! Umso spannender fand ich es das dazugehörige Drehbuch zu lesen, von dem ich mir hauptsächlich erwartet hatte, alle Filmdialoge nachlesen zu können. Aber es hat meine Erwartungen sogar übertroffen und geschafft, den gesamten Film noch einmal vor meinem inneren Auge Revue passieren zu lassen. Das fand ich grandios, gerade weil es noch bis Dezember dauert, bis der Film im Handel angeboten wird.

Der Aufbau des Drehbuchs ist sehr übersichtlich strukturiert und hat mir sehr gut gefallen. Jede Filmszene, selbst wenn es keine Dialoge gibt, wird einzeln beschrieben und jeder ein eigener Abschnitt gewidmet. Die Szenen sind fortlaufend nummeriert und beginnen immer mit der Nennung des Drehortes, wobei zwischen Außenszenen, die im Freien stattfinden und Innenszenen, welche sich in Innenräumen abspielen unterschieden wird. Zusätzlich ist jede Szene mit einer Zeitangabe versehen, bspw. „Kurz darauf“ oder „Am nächsten Morgen“ und der Information ob es sich um eine Tag- oder eine Nachtszene handelt. Die Details sind für die Verortung der Szenen sehr wichtig und werden auch dazu benötigt, sich die Sequenzen des Films in Erinnerung zu rufen. Die Dialoge aus dem Film werden eins zu eins wiedergegeben und zusätzlich jeweils ein bis zwei Sätze über das Geschehen festgehalten. Ohne sie wüsste man nicht, was außerhalb der Konversation zwischen den Figuren an Interaktion geschieht.

Queenie und Jacob schauen sich tief in die Augen. Newt und Tina sitzen sich gegenüber und schweigen verlegen angesichts dieser beiden Turteltauben. (S. 99)

Ich hätte nicht vermutet, dass ich mich trotz der wenigen Informationen so gut in die Geschichte hineinversetzen kann und mir die Filmbilder sofort wieder präsent sind. Meiner Meinung nach muss man dazu jedoch am Besten den Film gesehen haben. Ansonsten ist es schwierig, die Lücken zwischen den Szenen aus eigener Vorstellungskraft zu füllen.

Zur Handlung möchte ich nur wenige Worte verlieren, weil ihr den Film, bzw. das Drehbuch einfach selbst gesehen und erlebt haben müsst. Rowlings Idee, eine neue magische Welt in New York entstehen zu lassen, war zunächst gewöhnungsbedürftig, da viele Dinge, deren Namen in der Harry Potter-Welt nicht wegzudenken sind, nun geändert wurden. So heißt das Zaubereiministerium zum Beispiel MACUSA oder Muggel No-Maj. Aber gerade dadurch, und ohne die Story zu sehr mit Harry Potter vergleichen zu wollen, ist es Rowling gelungen, eine von der Erfolgsreihe unabhängige neue Geschichte zu entwerfen.

Der Protagonist Newts Scamander ist ein zurückhaltender Naturforscher, der im sozialen Umgang mit anderen Menschen nicht der Größte ist.

Newt: Ich muss alle einfangen, bevor ihnen etwas zustößt […] Denn sie sind jetzt auf unbekanntem Terrain, inmitten von Millionen der bösartigsten Kreaturen der Erde. Den Menschen. (S. 121)

Newts Leidenschaft gilt den phantastischen Tieren, die ihm auf seinen langen Reisen rund um die Welt zur Familie geworden sind. Gleichzeitig charmant und schüchtern lernt er während seiner Abenteuer in New York anderen Menschen zu vertrauen und schafft es letztendlich wahre Freunde zu finden. Ein bisschen deutlicher gezeichnet ist der No-Maj Jacob Kowalski, den man mit seiner humorvollen und liebenswürdig naiven Art als Leser sofort ins Herz schließt. Unfreiwillig ist er nicht nur Teil eines Abenteuers, sondern entdeckt auch eine magische Welt, von der er nie zu träumen gewagt hat. Jacob ist meine absolute Lieblingsfigur! Jede Szene mit ihm war witzig und ich hätte gerne noch viel mehr von ihm gelesen!

Jacob: Newt… Ich glaube nicht, dass ich träume.                                                                                                Newt: Wie kommen Sie zu der Erkenntnis?                                                                                      Jacob: So was würde mir nicht mal im Traum einfallen. (S. 117)

Zum Spannungsbogen der Geschichte kann ich sagen, dass mich der Film, sowie das Drehbuch von vorne bis hinten gefesselt und unterhalten hat. Unheimliche und geheimnisvolle Szenen werden von humorvollen und actionreichen abgelöst. Am Ende bleiben einige Fragen offen und die Erwartungen an die nächsten Filme (und Drehbücher) werden ins unermessliche gesteigert.

Fazit & Bewertung

Rowling hat mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ eine faszinierende und mitreißende neue Ära der magischen Welt eingeläutet, die mich gepackt und nicht wieder losgelassen hat. Eine phänomenale Geschichte über Freundschaft und Zauberei mit überwältigenden Charakteren und großartigem Setting.

Eure

fuenf-sterne


Bibliographie

phantastische-tierwesen_coverJ.K. Rowling: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Das Originaldrehbuch

Verlag: Carlsen

Erscheinungsdatum: 14.01.2017

ISBN: 978-3-551-55694-3

Seiten: 304

 

 

 

Habt ihr schon einmal ein Drehbuch gelesen? Wie hat es euch von der Art des Lesens her gefallen?

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12 Kommentare zu „„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ von J.K. Rowling

  1. Ich habe das Drehbuch noch vor dem Sehen des Films gelesen und ich war auch erstaunt wie schnell man die Szenen vor Augen hatte! Wirklich eine Bereicherung für jede Sammlung!
    Schöen Rezi👍🏻

    LG Kathi

    1. Liebe Kathi!
      Dankeschön! Mir hat das Lesen des Drehbuchs wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich kann es kaum erwarten, dass der Film in den Handel kommt. Wahrscheinlich lese ich das Drehbuch vorher noch mindestens zweimal 🙂
      Liebe Grüße
      Svenja

  2. Liebe Svenja,

    eine so wunderschöne Rezension. Ich danke dir dafür. Den Film habe ich noch nicht gesehen, werde ich aber sicher bald nachholen und das Buch ist schon auf meiner Wunschliste.

    Drehbücher sind sicher interessant zu lesen. Ich habe noch keines gelesen, aber mal eines mit dem Uni-Kurs selbst geschrieben und dann eine Szene daraus verfilmt. Ich stand hinter der Kamera. Das war gar nicht so einfach. Eine moderne Version von Wolfram von Eschenbachs „Parzival“.

    Ich danke dir für deinen Besuch auf meinem Blog und wünsche dir auch weiterhin beim Lesen und Rezensieren viel Spaß. Ich schaue hier natürlich jetzt öfter mal vorbei.

    Liebe Grüße
    Tamara

    1. Liebe Tamara!
      vielen lieben Dank für dein Lob 🙂 Ich freue mich sehr, dass ich dich für das Drehbuch begeistern konnte. Ich empfehle dir aber sehr, den Film vorher zu schauen, weil die Atmosphäre im Drehbuch durch die Erinnerung an die Filmszenen verdichtet wird. Dass du selber schon Drehbücher geschrieben hast, klingt wahnsinnig interessant! Das stelle ich mir sehr schwer vor, vor allen Dingen, weil man einiges, was um die Dialoge herum passiert, weglassen muss. „Parzival“ habe ich tatsächlich auch gelesen (mit meinem Exemplar hätte man jemanden erschlagen können, so dick war es!). Ich muss sagen, dass ich mich ein wenig durchquälen musste, mir die Geschichte letztendlich aber sehr gut gefallen hat (über die Blutstropfen-Episoden habe ich sogar eine Hausarbeit geschrieben :)). Ich freue mich sehr, wenn du meinen Blog öfters besuchst und ich behalte natürlich deinen Blog ebenso im Auge 🙂
      Liebe Grüße
      Svenja

  3. Hallo Svenja,

    Besser hätte man es nicht zusammenfassen können. Sehr gelungene Rezension. Zusammen mit meinen Söhnen habe ich den Film auch gesehen. Das Buch wartet noch auf der Wunschliste.

    Vielen Dank, dass du mich auf meinem Blog besucht hast. Ich freue mich über eine weitere Verfolgerin 🙂

    Ich schaue gern wieder bei Dir vorbei.

    Liebe Grüße
    Gela

    https://gelas-home-of-books.blogspot.de

    1. Hallo Gela!
      Vielen lieben Dank! Wenn du den Film schon gesehen hast, ist das Drehbuch auf jeden Fall ein Muss 🙂 Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen, wenn es den Weg von deiner WuLi in dein Bücherregal gefunden hat 🙂
      Liebe Grüße
      Svenja

  4. Hallo Svenja,

    mir hat das Drehbuch auch gefallen. Die Aufmachung ist natürlich zauberhaft, sodass ich nicht widerstehen konnte mir das Drehbuch zu holen, nachdem ich den Film bereits gesehen hatte. Ich hatte nur gehofft, dass die gelöschten Szenen noch im „Original“drehbuch vorhanden sind, aber leider findet sich im Buch nur eins zu eins der Film. Schade. Dennoch einfach wundervoll.

    Liebe Grüße
    Patty

  5. Hallo Svenja, eine schöne und gelungene Rezension. Zu Phantastische Tierwesen bin ich leider noch nicht gekommen, aber habe nun wieder Lust bekommen 🙂 Deinen Blog werde ich weiterhin besuchen. Viel Spaß weiterhin! Viele Grüße, Christina

    1. Liebe Christina!
      Vielen Dank! Den Film hast du aber bestimmt gesehen oder? Das Drehbuch ist als Ergänzung sehr schön und lässt den Film noch einmal toll Revue passieren 🙂
      Liebe Grüße
      Svenja

      1. Ja, den habe ich gesehen. Leider fand ich ihn gar nicht so toll 😀 Das wäre aber vielleicht ein Experiment, das Drehbuch nachdem man den Film gesehen hat, zu lesen.

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