Rezension

„Dein Leuchten“ von Jay Asher

Hey ihr Lieben!

Ich will euch heute eine Weihnachtsgeschichte vorstellen, die zwar leider erst nach dem Fest bei mir eingezogen ist, die ihren Zauber beim Lesen nach der Weihnachtszeit aber nicht verloren hat.  „Dein Leuchten“ von Jay Asher ist eine Liebesgeschichte, die ohne Dramatik die Schönheit des ersten Verliebtseins beschreibt.

Inhalt

Sierra reist jedes Jahr über Weihnachten mit ihren Eltern nach Kalifornien, um dort Weihnachtsbäume zu verkaufen. Aber das Geschäft läuft nicht gut und Sierra muss sich langsam an den Gedanken gewöhnen, dass dies vielleicht das letzte Weihnachten für sie dort ist. Ausgerechnet in diesem Jahr taucht Caleb an ihrem Verkaufsstand auf, ein unwiderstehlich gutaussehender Junge aus der Stadt, der Weihnachtsbäume an Bedürftige verschenkt. Sierra verliebt sich das erste Mal und direkt mit aller Macht. Doch Caleb eilt kein guter Ruf voraus, denn es heißt, er habe seine Schwester mit einem Messer angegriffen.

Meine Meinung

Jay Ashers „Dein Leuchten“ hat mich vom Cover sehr angesprochen und der kurze Klappentext hat sein übriges getan. Erwartet habe ich eine Geschichte über die jugendliche erste Liebe, mit all ihren verwirrenden Hochs und Tiefs, mit Missverständnissen und vielen widersprüchlichen Gefühlen. Diese Erwartungen wurden mehr als erfüllt. „Dein Leuchten“ wird einen festen Platz in meinem Bücherregal bekommen und steht ab sofort auf meiner alljährlichen Weihnachtsleseliste.

Die fünfzehnjährige Protagonistin Sierra ist wählerisch was Jungs angeht. Das sagen zumindest ihre beiden besten Freundinnen. Sie weiß genau, dass sich eine Beziehung während ihres kurzen Aufenthalts in Kalifornien nicht lohnt und schlägt deswegen schon das zweite Jahr in Folge die Annäherungsversuche eines Jungen aus, der an ihrem Verkaufsplatz für Weihnachtsbäume arbeitet. Sierras Einstellung in der Hinsicht ist sehr reif und vernünftig. Sie ist nicht nur ehrlich, sondern spielt auch nicht mit den Gefühlen anderer. Das macht sie als Bezugsperson für den Leser sehr sympathisch und ihrem vorbildlichen Verhalten ist es zu verdanken, weshalb man ihr von Anfang an nur das Beste wünscht.

Wie unangenehm es doch wäre, hier etwas mit jemanden anzufangen und dabei zu wissen, das das Ganze ein Verfallsdatum hat. (S. 41)

Ganz anders als Sierra ist dagegen ihre kalifornische Freundin Heather. Heather ist eine Figur, mit der ich im Laufe der Geschichte meine Probleme hatte und mit der ich mich nicht wirklich mit identifizieren konnte. Sie ist zwar eine loyale Freundin, aber unehrlich ihrem Freund gegenüber und zu sehr auf den eigenen Vorteil fixiert. Sierras Persönlichkeit im Gegensatz dazu hat mir sehr gut gefallen. Sie lässt sich von Heathers Ideen nicht beirren. Gleichzeitig ist sie ein Mädchen, das seinen Standpunkt verteidigt, für ihre Freunde eintritt und ihren Eltern keinen Kummer bereiten möchte, indem sie sich in einen Jungen verliebt, der so weit weg wohnt.

Ich bin einen Monat hier. Einen einzigen Monat! Weder habe ich die Zeit, noch das Herz, mich auf etwas einzulassen. (S. 59)

Dass der hübsche Junge, der an ihren Verkaufsstand kommt um Weihnachtsbäume zu kaufen, Sierra trotz ihrer guten Vorsätze so schnell verlegen macht, ist dann von der Handlungsabfolge her doch zu erwarten. Leider erfüllt Caleb das in Romanen so oft verwendete Klischee des typisch dunkelhaarigen und grünäugigen Teenietraums. Trotzdem mochte ich seine Figur und habe bis zum Ende seinen Charakter als unzweifelhaft vertrauenswürdig empfunden, obwohl er ein gefährliches Geheimnis verbirgt. Aber das macht ihn in meinen Augen von Anfang an nur verrucht, sexy und aufregend.

Ich mag Caleb. Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, mag ich ihn noch mehr. Und das kann nur in einer Katastrophe enden. (S. 143)

Die Spannung der Geschichte lässt wie ich finde, nach den ersten beiden Treffen von Caleb und Sierra ein wenig nach. Calebs Geheimnis steht zwischen ihnen, aber letztlich handelt es sich nur um Details, die Sierra und auch dem Leser nur deshalb vorenthalten bleiben, um die Begegnungen der beiden mit Kommunikationsstoff zu füllen. Natürlich kommt auch diese Liebesgeschichte nicht ohne Missverständnisse und Streit aus, was die Handlung zwar in dem Sinne vorantreibt und interessant macht, dennoch hat mir ein Höhepunkt der Geschichte gefehlt. Vielleicht ist die Liebesgeschichte aber auch gerade deswegen so schön, weil sie ganz ohne Dramatik und großes Showdown auskommt. An einigen Stellen war die Geschichte wunderbar humorvoll. Laut lachen musste ich, als sich Caleb und Sierra auf den Schoß des Weihnachtsmannes im Kaufhaus setzen.

„Tut mir leid, wenn wir schwer sind“, sage ich. „Ihr habt weder geweint, noch gepinkelt“, sagt er. „Damit seid ihr ganz vorn.“ (S. 182)

Das Setting von „Dein Leuchten“ hat mir sehr gut gefallen. Eine Weihnachtsgeschichte in das warme Kalifornien zu verlagern, war für mich als Europäerin zwar erst gewöhnungsbedürftig, dann hat es mich aber nicht mehr gestört, denn in meiner Vorstellung spielte die Geschichte, trotz meiner Bemühungen, an einem kalten und verschneiten Ort (was übrigens auch das Cover impliziert). Ich fand die Vorstellung Weihnachten in einem Wohnwagen zu verbringen ohne viel Weihnachtsschmuck und -hektik sehr romantisch. Der Weihnachtsbaum-Verkaufsplatz in Kalifornien ist Sierras zweites Zuhause und als liebevolles Zuhause hat hat Asher ihn auch geschafft zu entwerfen.

Fazit & Bewertung

„Dein Leuchten“ von Jay Asher ist eine herzerwärmende Liebesgeschichte, die man an kalten Tagen gemütlich bei einer heißen Tasse Tee vor dem Kamin genießen kann. Sierra und Calebs Annäherungen waren zwar nicht mit vielen Überraschungsmomenten gespickt, trotzdem habe ich die Geschichte sehr genossen und möchte sie mit vier Sternen allen weiterempfehlen, die schon genug dramatisch überladene und vorhersehbare Liebesgeschichten kennen und gerne eine einfach schöne Geschichte lesen möchten.

Eure


Bibliographie

jay-asher-dein-leuchten_cover

Jay Asher: Dein Leuchten

Verlag: cbt

Erscheinungsdatum: 31.10.2016

ISBN: 978-3570164792

Seiten: 320

Wie hat euch „Dein Leuchten“ gefallen? Habt ihr schon andere Bücher von Jay Asher gelesen?

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6 Kommentare zu „„Dein Leuchten“ von Jay Asher

    1. Liebe Svenja,
      Dankeschön! Das freut mich sehr, dass dir meine Rezension gefallen hat. Ich mag es, wenn man aus einem Buch schon ein paar Zitathappen mit auf den Weg bekommt. So gewinnt man noch einen besseren Eindruck, in welchem Stil das Buch geschrieben ist. Ich bin sehr gespannt auf deine Meinung zu „Dein Leuchten“ und werde mir deine Rezension gleich direkt durchlesen 🙂
      Liebe Grüße
      Svenja

  1. Hey, wie ich lese hat es dir auch so gut gefallen wie mir!
    Deine Rezension ist wirklich sehr schön und gut strukturiert aufgebaut, dass du immer wieder ein paar Zitate einbaust find ich echt toll, ich glaube die Idee übernehme ich auch mal für meine Rezensionen (wenn das erlaubt ist :D)
    in Liebe
    Aylin (www.lunalovebook.blogspot.com)

    1. Hey Aylin!
      Das freut mich, dass dir meine Rezension gefallen hat 🙂 Klar kannst du in deinen Beiträgen auch Zitate einbauen, da habe ich gar nichts gegen. Im Gegenteil, ich freue mich ja, wenn ich euch ein bisschen inspirieren kann und mich andere mit ihren Beiträgen ebenso beeindrucken 🙂 Ich habe mir jetzt übrigens auch „Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher gekauft. Ich bin sehr gespannt, wie mir das Buch gefällt. Vom Thema her ist es ja ein ganz anderes als „Dein Leuchten“. Hast du es zufällig schon gelesen?
      Liebe Grüße
      Svenja

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