Rezension

„Selection – Der Erwählte“ von Kiera Cass

Liebe Buchmenschen,

der Januar ist schon halb vorbei und trotzdem bin ich noch nicht ganz im neuen Jahr angekommen. Geht es euch ähnlich? Vielleicht liegt es daran, dass wir einfach zu viel Zeit in anderen Welten verbringen? Die letzten Tage vergingen bei mir wieder wie im Fluge, denn ich war ganz versunken in der dystopischen Welt Illeàs. Der dritte Teil von Kiera Cass‘ „Selection“- Reihe „Der Erwählte“ verspricht eine emotionale Dreiecks-Geschichte vom Feinsten und Spannung bis zum bitteren Ende.

Inhalt

Das Casting geht in die letzte Runde und America ist eine der letzten vier Kandidatinnen, die um Prinz Maxon konkurrieren. Sich inzwischen sicher, dass er der Richtige für sie ist, muss America jedoch nicht nur gegen die anderen Mädchen antreten, sondern auch gegen den König, der sie versucht mit allen Mitteln von dem Casting auszuschließen. Seinen Drohungen und den immer erbarmungsloseren Rebellenangriffen ausgesetzt, findet America plötzlich Verbündete, wo sie sie nie vermutete.

Meine Meinung

Natürlich waren meine Erwartungen an den letzten Band der Trilogie sehr hoch. Einige Fragen verlangten nach dem zweiten Band „Selection – Die Elite“ eine Antwort. Wird America sich für Maxon entscheiden und Aspen endgültig ziehen lassen? Wird Maxon America erwählen? Kann America den bösen Machenschaften des Königs trotzen und Beihilfe leisten bei der Abschaffung des Kastensystems? Um die Antworten nicht vorweg zu nehmen und damit zu viel vom Finale zu verraten, kann man dazu knapp sagen: Kiera Cass hat es geschafft, in einem finalen Höhepunkt die Fäden der Geschichte zusammenzuführen und ein schlüssiges und befriedigendes Ende für eine bezaubernde Jugendbuch-Reihe zu finden.

Zu den Charakteren kann ich mich diesmal, im Gegensatz zu den beiden ersten Büchern, in denen mir die meisten Figuren  zu oberflächlich charakterisiert waren, nur positiv äußern. Die wenigen verbliebenen Mädchen werden in diesem letzten Band der Reihe intensiver herausgestellt. Bei jedem der Mädchen werden plötzlich Charakterzüge sichtbar, die vorher zugunsten des Konkurrenzkampfes verborgen blieben. Alle sind im Grunde ihres Herzens gute Menschen und auf ihre eigene Art liebenswert. Diese Veränderung, die eine Wende hinsichtlich der Konstellation der Charaktere mit sich bringt, hat mir sehr gut gefallen. Der Konkurrenzkampf wird aus dem Blickfeld gerückt und anstelle dessen tritt eine aufrichtige Freundschaft zwischen Celeste, Kriss, America und Elise.

Da saßen wir nun im Hintergrund des Studios und hielten uns an den Händen. Die Perfektionistin, Everybody’s Darling, die Diva…und ich. (S. 243)

Ich habe es als sehr erfrischend empfunden, dass der raue Umgangston einer verletzlichen und emotionalen Sprache weicht, denn die Freundschaft der Mädchen gibt der gesamten Geschichte von hinten gesehen plötzlich einen neuen Anstrich und eine familiärere Atmosphäre. In den ersten beiden Büchern hat America nur Marlee der sie sich anvertrauen kann, doch auch sie kann nicht ständig für sie da sein, seit sie für ihr Vergehen an der Königsfamilie bestraft wurde. Dass lange Zeit ihre drei Zofen die Rolle der Familie übernommen haben, tröstet nicht darüber hinweg, dass America Freunde braucht, die sie in ihrer Situation verstehen und in dem Moment dasselbe durchmachen. Die Mädchen findet man als Leser auf einmal so sympathisch, dass man es allen gönnen könnte, Maxons Herz zu gewinnen.

Die Entwicklung von America hat mir am Meisten gefallen. Trotz einer kurzen Schwäche vor dem König, als der die Zahlung für ihre Familie einstellt, steht sie mutig und selbstbewusst für ihre Entscheidungen und ihre Gefühle ein. Das hat mir sehr gut gefallen, denn in den ersten beiden Bändern ist ihr emotionales Hin und Her bisweilen anstrengend. Trotzdem wird sie sehr menschlich dargestellt, denn sie hegt Zweifel an ihre Eignung als Prinzessin.

Selbst wenn Maxon derjenige war, den ich wollte, ich würde mich niemals lange genug zusammenreißen können, um eine Beziehung möglich zu machen. All das erschöpfte mich nur noch. (S. 72)

America ist innerlich während des Castings gewachsen und vielleicht auch ein Stück weit erwachsener geworden. Von Maxon war ich im Gegensatz dazu mehrmals enttäuscht. Vor seinem Vater beweist er kein Rückgrat und ergreift nur selten für America Partei. Trotzdem verzeiht sie ihm immer wieder, denn das macht ihre Liebe schließlich aus.

Die Handlung der Geschichte ist sehr abwechslungsreich. Witziges und Trauriges wird nicht ausgespart, was den Verlauf der Handlung unterhaltsam macht. Zwischen Situationen, in denen Americas und Maxons Leben bedroht wird und den ständigen Streitereien, stechen gefühlvolle Liebesszenen heraus, die die Geschichte besonders machen.

Staunend sah ich, wie sich die Stadt unter mir ausbreitete. Das Netz der Straßen, die Geometrie der Gebäude, das Spektrum der Farben – trotz der grauen Regenschleier war es unfassbar schön. (S. 95)

Wenn es zwischen Maxon und America am meisten knistert, ist das Setting von Cass umso schöner gestaltet. Es hat mir sehr gut gefallen, dass man wieder neue Orte des Schlosses entdeckt und diesmal sogar das Prinzenzimmer sowie das Dach des Palastes Schauplatz der Geschichte sind.

Fazit & Bewertung

„Selection – Der Erwählte“ hat mir als finaler Abschluss der Trilogie sehr gut gefallen. Die Charaktere der vier letzten Kandidatinnen werden so herausgestellt, dass ich jeder den Sieg letztendlich gegönnt hätte. Kiera Cass schafft es alle losen Fäden der Geschichte aufzugreifen und in einem emotionalen tollen Finale zusammenzuführen.

Eure


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Kiera Cass: Selection – Der Erwählte

Altersempfehlung: Ab 14 Jahren

Verlag: Fischer Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 25.05.2016

Übersetzer: Susann Friedrich

ISBN: 978-3733500962

Seiten: 384

Wie hat euch der Abschluss der Reihe gefallen? Habt ihr die beiden anschließenden Fortsetzungen gelesen?

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2 Kommentare zu „„Selection – Der Erwählte“ von Kiera Cass

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