Rezension

„Selection“ von Kiera Cass

Hallo liebe Bücherwürmer!

Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht eine wahrhaftige Prinzessin zu werden? Für America Singer, der Protagonistin des Buches, das ich euch heute vorstelle, ist das eher ein Albtraum, aber dennoch zum Greifen nahe. Der erste Band der „Selection“-Reihe von Kiera Cass erzählt eine einfache, aber trotzdem so mitreißende Geschichte, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Inhalt

35 Mädchen kämpfen in einem Casting um die Gunst des Prinzen Maxon, dem Thronfolger des Königreichs Illeá. America Singer, die mit ihrer Familie einer unteren Kaste im Gesellschaftssystem angehört, ist eine der Erwählten, die in den Königspalast einziehen dürfen. Dass sie mit ihrer Teilnahme nicht die Absicht verfolgt, Maxons Liebe zu gewinnen, sondern ihr Herz in Wahrheit einem anderen gehört, lässt sie in Maxons Gegenwart ungezwungen und sie selbst sein. Doch Maxons Charme und dem sich entwickelnden Wettkampf zwischen den Mädchen, kann sich auch America nicht lange entziehen.

Meine Meinung

Wer die Protagonistin America nicht schon aufgrund ihrer bescheidenen Herkunft sympathisch findet, der schließt sie spätestens nach ihren ersten Tagen im Palast ins Herz. Im Gegensatz zu den anderen Mädchen, will sie auf keinen Fall Prinzessin zu werden! Allein die Tatsache bietet schon genug Zündstoff für eine gute Geschichte.

Sie alle wussten ja nicht, dass ich gar keinen Wert legte auf den Sieg. Für die anderen Erwählten stellte ich einfach eine Bedrohung dar. Eine Bedrohung, die sie schnellsten loswerden wollten. (S. 119)

America findet alles und jeden im Palast zu förmlich und steif (wer will schon gerne mit „Meine Liebe“ angesprochen werden?) und auch Prinz Maxon wird am ersten Abend bereits Zeuge ihres Temperaments und ihrer Ehrlichkeit. America spricht das aus, was sie denkt und ist damit eine unverfälschte und natürliche Figur, mit der sich der Leser gut identifizieren kann. Da die Story recht einfach konstruiert ist, wird schnell klar, dass Americas Vorhaben, nur eine „Freundschaft“ mit Maxon zu führen, ziemlich naiv ist. Obwohl ihre Figur dadurch sehr durchschaubar wird, behält sie trotzdem ihre liebenswürdige Art und ist nicht nur Sympathieträger der Geschichte, sondern auch Liebling unter den Erwählten.

Außer Americas Freundin Marlee und die Zimtzicke Celeste, treten die restlichen Figuren selten auf und werden nur oberflächlich charakterisiert. Ich hätte mir gewünscht, dass die Königin und der König, häufiger auftreten und durch sie die Handlung ein wenig an Spannung gewinnt, beispielsweise indem sie mit Maxons Auswahl der Kandidatinnen nicht einverstanden sind.  Aber wer weiß, vielleicht kommt ihnen noch eine bedeutendere Rolle im weiteren Verlauf der Romane zu und ich bin einfach zu ungeduldig.

Neben der Hauptfigur, war ich auch von dem Setting des Romans sehr begeistert. Americas neue Heimat ist ein Schloss wie aus dem Märchen. In ihrem pompös ausgestatteten Zimmer warten rund um die Uhr drei Zofen, die schöne Kleider nähen und ihr beim Ankleiden helfen. Der Schlossgarten wird zum romantischen Treffpunkt und der Damensalon, klassisch mit knisterndem Feuer im Kamin, ist gemütlicher Wohnbereich der Mädchen. Obwohl das Schloss als Kontrast zu Americas Heimat entworfen wird, fühlt sie sich schnell wohl und auch als Leser will man am liebsten viel mehr Details über die Ausstattung des Schlosses erfahren.

Die Handlung von „Selection“ hätte meiner Meinung nach noch ein wenig mehr Spannung  vertragen können. Die sich anbahnende Annäherung zwischen America und Maxon, verleitet zwar dazu, das Buch nicht aus der Hand legen zu können, trotzdem sind einige Konflikte vorhersehbar. Ein Spannungsbogen wird eher zum Ende hin aufgebaut, der dann aber so konstruiert ist, dass man das zweite Buch sofort im Anschluss lesen möchte.

Einige Mädchen waren am Rande der Hysterie, kauerten am Boden und wimmerten vor Angst. Andere standen unter Schock, hatten vollkommen abgeschaltet, um das alles nicht bewusst miterleben zu müssen. (S. 174)

Die zwischen den Mädchen entstehenden Freundschaften und der gleichzeitig immerwährende Konkurrenzkampf um die Liebe, machen die Geschichte aber durchweg sehr lesenswert und haben mich sofort gefesselt.

Kiera Cass Schreibstil ist, ähnlich wie die Handlung, einfach gehalten. Ihre kurzen Sätze und die auf ein paar Seiten begrenzten Kapitel, beeinträchtigen aber nicht den Lesefluss, sondern fördern meiner Meinung nach den Drang weiterzulesen. Manche Szenen, wie die Treffen zwischen America und Maxon oder die Fernsehauftritte der Erwählten, hätte ich gerne in die Länge gezogen, aus dem Grund, weil sie so herrlich witzig und romantisch waren.

Fazit & Bewertung

Der Auftakt der „Selection“-Reihe von Kiera Cass ist eine wunderbare Geschichte über die Suche nach der Liebe, die mit ihrer Einfachheit punktet und das Mädchenherz in jeder Leserin höher schlagen lässt.

vier-sterne


Bibliographie

Kiera Cass: Selection

Altersempfehlung: Ab 14 Jahren

Verlag: Fischer Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 22.01.2015

Übersetzer: Angela Stein

ISBN: 978-3733500306

Seiten: 368

kringel

Wie hat euch die Idee des Castings in einer Dystopie gefallen? Werdet ihr die „Selection“-Reihe weiterlesen?

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6 Kommentare zu „„Selection“ von Kiera Cass

  1. Hallo, ich habe deinen hübschen Blog entdeckt und möchte ein paar Grüße da lassen.
    Das Buch liegt übrigens auch schon länger auf meinem Sub, nachdem ich nun deine Rezi gelesen habe wandert es aber auch wieder weiter nach oben. 😉

    1. Hey! Dankeschön und ich sende dir direkt liebe Grüße zurück. Dein Blog ist auch toll, ich bin direkt mal als Leser da geblieben 🙂 Schön, dass ich dich für „Selection“ noch ein bisschen mehr begeistern konnte. Ich habe gerade den dritten Band ausgelesen und werde in den nächsten Tage meine Rezension veröffentlichen 🙂
      Liebe Grüße
      Svenja

  2. Ich habe das Buch ähnlich wie du empfunden.
    Ein toller Auftakt für die Reihe, die meiner Meinung nach leider nchher etwas abgeflacht ist.
    Viele liebe Grüße.

    1. Liebe Svenja,
      du hast Recht, die Art und Weise wie das Buch geschrieben ist, haut einen nicht unbedingt vom Hocker und stilistische Überraschungen findet man gar nicht. Trotzdem hat mich die Story irgendwie gepackt und ich konnte bis zum dritten Band nicht genug von America und Maxon bekommen. Aber so sind die Geschmäcker eben unterschiedlich 🙂 Ich finde es immer wieder super auch eure Meinungen zu den Büchern zu lesen. Also vielen Dank dafür!
      Liebe Grüße
      Svenja

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